Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Datensammlung "Formpressen und Spritzgießen mit Naturfasern" in Vorbereitung

25.08.2006
Aufbereitung aller anwendungsrelevanten Informationen für die Kunststoffbranche

Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), Projektträger des Bundeslandwirtschaftsministeriums, fördert die Erstellung von Regelwerken rund um das Spritzgießen und Formpressen von naturfaserverstärkten Kunststoffen. Die Dokumentationen richten sich direkt an Konstrukteure und Entscheider in der Kunststoffbranche, denn noch stehen fehlende Informationen dem verstärkten Einsatz des vielversprechenden Werkstoffs entgegen. Die Datensammlung wird erstellt von der Technischen Universität Clausthal, dem Faserinstitut Bremen, dem Softwareunternehmen M-Base und der Faurecia Innenraum Systeme GmbH; das Projekt startete zum 1. August.

Naturfaserverstärkte Kunststoffe haben sich in einer Branche bereits etabliert: Im Automobilbau. Die deutschen Hersteller setzen durchschnittlich 3,5 kg Naturfasern pro PkW ein (Stand 2003), vor allem in Modellen der Ober- und Mittelklasse. Hanf, Flachs oder exotische Fasern wie Jute, Kenaf oder Sisal werden zusammen mit einer Kunststoffmatrix zu so genannten Naturfaserverbundwerkstoffen (NFK) verpresst und als Türinnenverkleidung, Hutablage oder Armaturenbrett eingebaut. Die hierfür angewandte Technik des Formpressens hat sich seit ca. zehn Jahren durchgesetzt und könnte auch auf andere Produktbereiche übertragen werden.

Denn die Vorteile der Naturfaserwerkstoffe sprechen für sich: Aufgrund ihrer guten mechanischen Eigenschaften und ihrer geringen Dichte sind sie ideal für den Leichtbau geeignet; sie ermöglichen eine Gewichtsersparnis von bis zu 30 Prozent. Zudem splittern sie nicht und brechen ohne Ecken und Kanten, was sowohl für die Verarbeitung als auch für eventuelle Unfälle von Vorteil ist. Schließlich ist der pflanzliche Teil der Rohstoffbasis erneuerbar und auch die Kosten sind konkurrenzfähig, da sich beim Formpressen verschiedene Arbeitsschritte zusammenfassen lassen.

Noch hat das Formpressen mit Naturfasern erst in wenigen Nischen außerhalb des Automobilbaus Fuß gefasst. Dies gilt noch viel mehr für eine weitere Verarbeitungstechnik, die erst seit kurzer Zeit für Naturfasern geeignet ist: den Spritzguss. Spritzguss ist das in der Kunststoffverarbeitung am weitesten verbreitete Verfahren, mit dem in der Regel Massenfertigungen in hohen Stückzahlen realisiert werden, entsprechend groß ist hier das Marktpotenzial für Naturfasern.

Eine Voraussetzung für eine rasche Markteinführung des Werkstoffs in neue Produktbereiche, sowohl mittels Formpressen als auch mit Hilfe des Spritzgießens, ist die Verfügbarkeit von Informationen zu Material und Verarbeitung. Zwar gibt es bereits eine Vielzahl an Daten, doch diese liegen nicht in zentraler, gesammelter Form vor und müssen aufwendig recherchiert werden. Ziel des Projektes ist es deshalb, eine verlässliche Dokumentation mit einer Klassifizierung der verfügbaren Werkstoffe und Halbzeuge, Gestaltungsrichtlinien, Formelsammlungen und Anwendungsbeispielen zu erstellen. Die Dokumentation soll nicht nur Anwender in der Kunststoffbranche unterstützen, sondern auch in der Ingenieurs-Ausbildung eingesetzt werden.

Die Dokumentation soll bereits während der dreijährigen Projektlaufzeit in Anwenderkreisen diskutiert werden.

Eine kompakte Einstiegsinformation zum Thema bietet auch die Broschüre "Naturfaserverstärkte Kunststoffe" der FNR. Sie ist unter www.fnr.de kostenlos bestell- oder downloadbar.

Nicole Paul

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)
Hofplatz 1
18276 Gülzow
Tel.: 03843/69 30-0
Telefax: 03843/69 30-102
e-Mail: info@fnr.de
Internet: http://www.fnr.de
V.i.S.d.P.: Dr.-Ing. Andreas Schütte
Nr. 486 vom 24. August 2006

Dr. Torsten Gabriel | idw
Weitere Informationen:
http://www.fnr.de
http://www.biowerkstoffe.info

Weitere Berichte zu: FNR Formpresse Kunststoffbranche Naturfaser Spritzgießen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Flammschutzmittel – Verborgene Lebensretter in Kunststoffen
20.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

nachricht Wie man Stickstoff zwingt, sich zu binden
20.07.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie