Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Unter Druck geht’s besser / Neue Schaumstoffqualitäten durch unkonventionellen MegaFoam-Einsatz

26.11.2001


Eigentlich ist der Clou der neuen MegaFoam-Technologie des Polyurethan-Anlagenbauers Hennecke, Sankt Augustin, die Anwendung von Unterdruck bei der Blockschaumherstellung - hierbei entstehen im diskontinuierlichen Verfahren bekanntlich Schaumstoffe mit niedrigsten Rohdichten gänzlich ohne Treibmittelzusatz. Die MegaFoam-Anlagen sind aber noch zu weit mehr in der Lage: Auch unter Überdruck lassen sich hierin leistungsfähige PUR-Schaumstoffe herstellen - sogar in besonders hochwertigen Qualitäten, die auf konventionellem Weg, wenn überhaupt, nur mit höherpreisigen Rohstoffsystemen realisierbar wären.

Das "Geheimnis" der MegaFoam-Anlagen ist eine verbesserte Mischtechnik und ein besonderes Curing-System, das auf einer Druckkammer beruht, in dem Polyether-Polyurethane im Vakuum aufgeschäumt werden. Hierbei entstehen Weichschaumstoffe mit einer äußerst homogenen Eigenschaftsverteilung über den gesamten Blockquerschnitt, mit Rohdichten von 10 bis 80 kg/m3 und Stauchhärten von 1 bis 10 kPa.

Wie viele Anlagen, die unter Unterdruck arbeiten, kann die MegaFoam-Curing-Unit jedoch auch unter gewissen Überdrücken sicher betrieben werden. Bei etwa 1200 bis 1500 Millibar - das ist ein deutlich geringerer Druck, als er zum Beispiel in Autoreifen herrscht - entstehen dann Weichschaumstoffe mit ganz besonderen Eigenschaften. Dazu Bernd Lehmann, der im Geschäftsbereich Polyurethane der Bayer AG für das globale Application Development im Weichschaumsektor verantwortlich ist: "Unter erhöhtem Druck verändert sich die Polyurethan-Matrix, da die PUR-Bausteine auf veränderte Umgebungsbedingungen mit dem Aufbau geringfügig modifizierter Polymernetzwerke reagieren. Unter Druck bilden sich insbesondere dichtere Weichschaumstrukturen."

Das Resultat: Zum Beispiel Weichschaumstoffe, die - obwohl aus Standard-Bausteinen gefertigt - mit stark erhöhten Stauchhärtewerten aufwarten. Ähnlich hohe Tragfähigkeiten bei vergleichbaren Rohdichten wären mit "gewöhnlichen" Schäummethoden nur unter Einsatz höherpreisiger gefüllter Polyole und vergleichsweise hoher TDI-Gehalte zugänglich. Auch unter Überdruck erzeugte HR-Schaumstoffe zeigen im Vergleich zu "gewöhnlichen" HR-Qualitäten deutlich verbesserte Elastizitätswerte. Sogar die Herstellung hochwertiger viscoelastischer Schaumstoffe, die zum Beispiel im medizinischen Bereich Einsatz finden, wird erleichtert: Hier bringt das Überdruck-Verfahren deutliche ökologische Vorteile und steigert obendrein die Produktionssicherheit - so sind die viscoelastischen Produkte via Überdruck-Verschäumung in Rohdichten bis ca. 120 kg/m3 schrumpffrei herstellbar.

"Das macht die einfach zu beherrschende MegaFoam-Technologie auch für Großschäumer interessant, die sich im lukrativen Markt der Spezialschaumstoffe Marktanteile sichern wollen," sagt Lehmann. Bayer stellt die neuen Schaumstoffe auf der diesjährigen K-Messe erstmals der Öffentlichkeit vor.

BayNews Redaktion | Aktuelles aus BayNews
Weitere Informationen:
http://www.pu.bayer.de

Weitere Berichte zu: MegaFoam-Einsatz Rohdichte Schaumstoff Weichschaumstoff Überdruck

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Beschichtung lässt Muscheln abrutschen
18.08.2017 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht PKW-Verglasung aus Plastik?
15.08.2017 | Technische Hochschule Mittelhessen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Beschichtung lässt Muscheln abrutschen

18.08.2017 | Materialwissenschaften

Fettleber produziert Eiweiße, die andere Organe schädigen können

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

18.08.2017 | Geowissenschaften