Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Gesiebte" Röntgenstrahlung an der Uni Kiel

08.11.2001


Neuartige Optik zur Bündelung des hellsten Röntgenlichts der Welt

In der heutigen Ausgabe der Zeitschrift "Nature" beschreiben Kieler Oberflächen-Physiker, wie Röntgenlicht auf einen Punkt von weniger als 10 Nanometer (10 Millionstel Millimeter) Durchmesser fokussiert werden kann. Ein eigens entwickeltes Photonensieb bündelt die Strahlung bei diesem Verfahren. Herkömmliche Linsen, wie beispielsweise in optischen Mikroskopen, können für diese Aufgabe nicht eingesetzt werden, da sie die kurzwellige Röntgenstrahlung nicht durchlassen.

Die neuartigen Photonensiebe, mittlerweile für die Forschergruppe patentiert, bestehen aus vielen zehntausend geeignet angeordneten Löchern in einer ansonsten undurchsichtigen Folie. Mit diesen speziell für die Röntgenstrahlung entwickelten Optiken wird an dem Freien-Elektronen-Laser (FEL), der derzeit am Hamburger Synchrotronstrahlungslabor (HASYLAB) bei DESY entsteht, Materialforschung mit bisher unerreichter Feinheit bis in atomare Dimensionen möglich. Der Freie-Elektronen-Laser in Hamburg wird die hellste Röntgenlichtquelle der Welt sein.

Vom Brennpunkt, der bei der Bündelung der Strahlung entsteht, werden Licht und Elektronen emittiert. Sie geben Aufschluss über Struktur und chemische Zusammensetzung einer Materialprobe. Rastert man den gebündelten Röntgenstrahl über die Probe, so erhält man ein hochaufgelöstes Bild der chemischen Zusammensetzung und der elektronischen Eigenschaften.

Die neue Technik eröffnet vielfältige Perspektiven für die Nanotechnologie und die Entwicklung und Erforschung neuer Materialien, beispielsweise für effizientere Katalysatoren oder neue elektronische Bauelemente, die kleiner, schneller und leistungsfähiger sind.

Die Entwicklung wird mit einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierten Großprojekt unter Leitung von Dr. Lutz Kipp, Prof. Michael Skibowski, Prof. Richard Berndt (Institut für Experimentelle und Angewandte Physik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) sowie Prof. Robert L. Johnson (Universität Hamburg) gefördert.


Kontakt: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Institut für Experimentelle und Angewandte Physik, PD Dr. Lutz Kipp, Tel. 0431/880-3875 und -3004, Fax 880-1685, kipp@physik.uni-kiel.de

Susanne Schuck | idw

Weitere Berichte zu: Experimentell Photonensieb Röntgenstrahl Strahlung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Hält die Klebung?
29.05.2017 | Technische Hochschule Mittelhessen

nachricht Wussten Sie, dass Verpackungen durch Flash Systeme intelligent werden?
23.05.2017 | Heraeus Noblelight GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligente Sensoren mit System

29.05.2017 | Messenachrichten

Geckos kommunizieren überraschend flexibel

29.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

1,5 Millionen Euro für vier neue „Innovative Training Networks” an der Universität Hamburg

29.05.2017 | Förderungen Preise