Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Experimente mit nassen Haaren lassen auf neue wasserdichte Stoffe hoffen

23.12.2004


Wie genau kleben nasse Haare zusammen, wenn zum Beispiel ein Hund aus dem Wasser kommt? Wie bilden sich Haarbüschel? Unter welchen Bedingungen? Wie groß sind diese Haarbüschel? Forscher des Französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung (CNRS) und der Pariser Hochschule für industrielle Physik und Chemie (ESPCI) haben ganz ernsthaft Antworten auf diese Fragen gesucht und darüber einen Artikel in der Zeitschrift Nature veröffentlicht.

Sie haben gezeigt, dass zwei gegensätzliche Kräfte bei der Bildung von Haarbüscheln zum Einsatz kommen. Die aufgenommene Flüssigkeit zieht einerseits die Haare zusammen, während die Elastizität der Haare es anderseits ermöglicht, dass die Haare einzeln bleiben. Für ihr Experiment nutzten José Bico und seine Kollegen parallele Lamellen, die nach einem kurzen Eintauchen ins Wasser zum Teil unregelmäßig zusammenklebten. Diese Art von Koaleszenz findet man sowohl in natürlichen Systemen, wie an den Enden von Insektenbeinen (Tarsi), als auch in künstlichen Systemen der Nanotechnologien, zum Beispiel einlagige Molekülschichten, die wie ein Teppich auf einer Keramikoberfläche aufgebracht sind, um giftige Moleküle einzufangen.

Die französischen Forscher haben Formeln gefunden, um das Verhältnis zwischen der Länge der Lamellen (oder Haare, Nanotuben) und ihrem Abstand genauer bestimmen zu können. Verschiedene Anwendungen sind denkbar, entweder für neue wasserdichte Stoffe oder für mikro-elektromechanische Systeme.

Kontakt:

José Bico
Laboratoire de Physique et Mécanique
des Milieux Hétérogènes
ESPCI, 10 rue Vauquelin, 75005 Paris
Tel.: +33 (1) 4079 4719
Email: jbico@pmmh.espci.fr

Jérôme Segal | Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.pmmh.espci.fr/~jbico/page_perso.html

Weitere Berichte zu: Haar Haarbüschel Lamellen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Europäisches Exzellenzzentrum für Glasforschung
17.03.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Vollautomatisierte Herstellung von CAD/CAM-Blöcken für kostengünstigen, hochwertigen Zahnersatz
16.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie