Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leder mit »geschätzten Eigenschaften«

14.11.2002


Der Verband der Deutschen Lederindustrie muss es wissen: »Die Kunst des Zurichtens besteht darin, auf das Leder hauchdünne Schichten aufzubringen, ohne dass die Optik und die geschätzten Eigenschaften wie Geschmeidigkeit und Atmungsfähigkeit beeinträchtigt werden.« Anders ausgedrückt: Leder zu beschichten ist besonders dann eine Kunst, wenn es der Kunde nicht sehen soll. Natürlich wird nicht nur hauchdünn beschichtet, doch oberhalb von 0,15 Millimetern sprechen Fachleute nicht mehr von einer »Zurichtung«, sondern von »Beschichtung«. Für sie sind die »geschätzten Eigenschaften« des Leders längst in technische Normen eingeflossen und heißen: Haftfestigkeit der Schichten, Reibechtheit der Lederoberseite, Verschleißverhalten, Wassertropfenechtheit, Wasserdampfdurchlässigkeit und -aufnahme, Fogging (Ausdampfen flüchtiger Substanzen), Wärmebeständigkeit sowie Lichtechtheit.


Im unteren Teil der quadratischen Lederproben zeigt sich das gegenüber herkömmlichen Zurichtungen bessere Verschleißverhalten.
© Fraunhofer ISC



Neue Zurichtungen, die das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC in Kooperation mit dem Forschungsinstitut für Leder- und Kunststoffbahnen gGmbH (FILK Freiberg) erarbeitet hat, erreichen für Möbelleder den Stand der Technik in allen Punkten. »Für einige Anforderungen übertreffen sie ihn sogar deutlich«, bekundet Projektleiterin Dr. Sabine Amberg-Schwab. »Die technischen Parameter lassen sich jedoch nicht isoliert betrachten; vielmehr ist es die Kombination von Eigenschaften, die das mit ORMOCER®en zugerichtete Leder für Möbel-, Schuh- oder Bekleidungshersteller interessant macht.« Diese anorganisch-organischen Hybridpolymere stellen ihre günstigen Materialeigenschaften bereits in vielen Anwendungen unter Beweis; als Zurichtung für Leder wurden sie in diesem Jahr zum Patent angemeldet.



»Ein wesentlicher Unterschied gegenüber herkömmlichen Zurichtungen besteht im Verhalten gegenüber Feuchtigkeit«, betont Amberg-Schwab. »Betrachten wir allein die Wassertropfenechtheit, also die Zeit, die sich ein Tropfen auf der Lederoberfläche hält bis er aufgesogen ist: Hier wünscht sich die Industrie mindestens zehn Minuten - wir erreichen mehr als eine halbe Stunde!« Gleichzeitig weisen ORMOCER®-Schichten auf Leder eine vergleichsweise hohe Wasserdampfdurchlässigkeit auf. Je nach Anwendung lassen sich die Schichten gezielt anpassen und ganz neue Eigenschaftskombinationen können damit erreicht werden. Denn schließlich ist eine Handtasche keine Motorradjacke und ein Schuh keine Couch.


Ansprechpartnerinnen
Dr. Sabine Amberg-Schwab
Telefon 09 31 / 41 00-6 20
Fax 09 31 / 41 00-6 98

Dipl.-Ing. Ulrike Weber
Telefon 09 31 / 41 00-6 21

Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC
Neunerplatz 2
97082 Würzburg

Dr. Johannes Ehrlenspiel | Fraunhofer-Gesellschadft
Weitere Informationen:
http://www.isc.fraunhofer.de/
http://www.filkfreiberg.de/
http://www.vdl-web.de/

Weitere Berichte zu: Schicht Wasserdampfdurchlässigkeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon
21.02.2018 | Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V.

nachricht Wie verbessert man die Nahtqualität lasergeschweißter Textilien?
20.02.2018 | Hohenstein Institute

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics