Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gebündelte Kompetenz im neu gegründeten Fraunhofer-Themenverbund Polymere Oberflächen (POLO)

04.09.2000


... mehr zu:
»IVV »POLO »Polymer »Polymeroberfläche »Schicht
Mit dem am 12. Juli 2000 offiziell vollzogenen Zusammenschluss von sieben Fraunhofer-Instituten wurde ein neuer Weg beschritten, die Entwicklung von Polymerprodukten zu forcieren.

Der Themenverbund für funktionalisierte Polymeroberflächen, Grenzflächen und dünne Schichten, kurz POLO genannt, wurde auf Initiative von Dr.-Ing. Wolfgang Holley, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV in Freising, gegründet.

Die Forschung und Entwicklung in dieser strategischen Allianz ist produktorientiert. Polymere sollen an ihrer Oberfläche oder in dünnen Schichten so gestaltet oder verändert werden, dass definierte und für den jeweiligen Anwendungsfall wichtige Stoffeigenschaften entstehen oder verstärkt werden. Schwerpunkt ist die Schaffung von technischen Möglichkeiten, Produkte mit großer Leistungsfähigkeit in großen Stückzahlen, leicht, flexibel und kostengünstig zu produzieren. Der Industrie bieten die zusammengefassten Kompetenzen deutlich erweiterte Leistungen.

Mit im Verbund sind neben dem Fraunhofer IVV die Fraunhofer-Institute für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP, für Angewandte Polymerforschung IAP, für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM, für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB, für Produktionstechnik und Automatisierung IPA sowie für Silicatforschung ISC.

Das Einstiegsprojekt von POLO umfasst zwei Gebiete: "Flexible Ultra-Barrieren" und "Antimikrobiell wirksame Polymeroberflächen".

Flexible polymere Materialien sollen extrem wirksame Sperrschichten für Gase und Dämpfe werden (Ultra-Barrieren). Bereits seit einigen Jahren entwickelt das Fraunhofer IVV zusammen mit dem Fraunhofer FEP und ISC flexible Barrierematerialien. Die dabei erzielten Erfolge sollen durch das Einbeziehen weiterer Kompetenzen noch verstärkt werden: Einer der wichtigsten Anwendungszwecke ist der Flüssigkristalldisplay-Bereich, z.B. Flachbildschirme. Ihnen wird ein rasant wachsender Markt prognostiziert. Ebenso können thermische Isolationsmaterialien für die Baubranche und den Industrieanlagenbau damit ausgerüstet werden. Verpackungsfolien mit Ultra-Barrieren sind für hochwertige technische Produkte mit langen Lagerzeiten unter kritischen klimatischen Bedingungen geeignet. Ultra-Barrieren könnten zukünftig bei Solarmodulen den massiven Glaskörper ersetzen. Damit werden Solarzellen leichter, billiger und sogar aufrollbar. Auf Folien und Schläuchen aufgebrachte Spezialmembrane sollen bestimmte Stoffe durchlassen und für andere eine absolute Sperre darstellen. Hiervon profitieren u.a. Medizinprodukte. In Krankenhäusern kann so der Bedarf an Schläuchen gedeckt werden, die keine Anästhesie-Gase an die Umgebung abgeben.

Anlagerungen von Mikroben an Polymeroberflächen und das Wachstum von Mikroben in unmittelbarer Nähe der Oberflächen stellen für einen weiten Bereich der Polymeranwendungen ein Problem dar. POLO wird Polymeroberflächen mit Stoffen ausrüsten, die mikrobielles Wachstum in der Nähe der Oberflächen eindämmen, die Anlagerung von Mikroben ganz verhindern oder Mikroorganismen abtöten. Für antimikrobiell wirksame Polymeroberflächen gibt es viele Anwendungsmöglichkeiten, beispielsweise Textilien im Krankenhausbereich oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. In der Medizintechnik können Implantate, Katheder oder Reinstwasser- und Kühlwasserkreisläufe davon profitieren. Auch Sensoren in wässrigen Medien oder biotechnologische Reaktorkomponenten werden damit optimiert.

Ein weiteres Ziel von POLO ist die Herstellung von "aktiven Schichten" vor allem für Lebensmittelverpackungen. Schichten sollen - gesteuert durch die Umgebungsbedingungen - Wirkstoffe nur abgeben, wenn sie gebraucht werden. Umgekehrt sollen auch Schichten entwickelt werden, die selektiv Stoffe aus ihrer Umgebung aufnehmen: Gerüche bindende Textilien sorgen für gute Luft.

POLO wird innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft wie ein "virtuelles Unternehmen" organisiert und betrieben. Seine Gesellschafter sind die Mitgliedsinstitute. Das Direktorium bilden Dr. Horst-Christian Langowski (Sprecher) vom Fraunhofer IVV, Dr. Christian Oehr (Operations) vom Fraunhofer IGB und Lars Koch (Finanzen) vom Fraunhofer IFAM.

Karin Agulla |

Weitere Berichte zu: IVV POLO Polymer Polymeroberfläche Schicht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen
27.06.2017 | Fraunhofer IFAM

nachricht Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter
23.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ultra-sensitiv dank quantenmechanischer Verschränkung

28.06.2017 | Physik Astronomie

Chemisches Profil von Ameisen passt sich bei Selektionsdruck rasch an

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Umfangreiche Fördermaßnahmen für Forschung an Chromatin, Nebenniere und Krebstherapie

28.06.2017 | Förderungen Preise