Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuartige Chromsäure-Regenerierung

05.04.2001


Von der Forscher-Idee zur industriellen Anwendung

Glänzende Resultate beim Verchromen

Ein neuartiges Verfahren zur Chromsäure-Regenerierung, das Kosten reduziert und die Umwelt schont, haben Werkstoff-Forscher der Fachhochschule Niederrhein entwickelt. Neben den Professoren Dr. Norbert Nowack und Dr. Karl Heger sowie den Diplom-Ingenieurinnen Angela Rheindorf und Stefanie Dreßen war daran Dipl.-Ing. Dirk Meyer von der Stuttgarter Firma Mahle beteiligt. Der europaweit zweitgrößte Hersteller von Motorenteilen - vom Rasenmäher bis zu Rennwagen und Schiffen - förderte die Forschungsarbeiten in den letzten beiden Jahren mit 70.000 Mark.

Beim Verchromen werden die Innenflächen von Zylindern in Verbrennungsmotoren mit einer schützenden Schicht bezogen. Das passiert in einem elektrochemischen Verfahren, bei dem mittels Chromsäure und Strom der Chrom auf die Metallstücke abgeschieden wird. Das Problem: dabei kommt es zu unerwünschten Nebenreaktionen, bei denen die Chromsäure verbraucht wird - das Chromsäurebad gerät aus dem Gleichgewicht und muss kostenintensiv aufgearbeitet werden. "Bei Überschreitung gewisser Grenzwerte sinkt die Qualität, was letztlich die Vernichtung des kompletten Chrombads nötig macht", stellt Prof. Dr. Norbert Nowack fest. Die Entsorgung der hochtoxischen Substanzen belaste in hohem Maß die Umwelt.

Mit dem neuen Verfahren wird durch eine spezielle Elektrolyse mit dreidimensionalen Anoden ermöglicht, die Standzeit des Chrombades zu verlängern. Die kleine, etwa 23.000 Mark teure Anlage "ChromFix" gewährleistet die notwendige Oxidation und steuert den Säuregehalt.

Das Projekt ist neben seinem wirtschaftlichen Nutzen gleichzeitig ein gelungenes Beispiel für Technologietransfer. Aus ihren Forschungsresultaten entwickelten die Erfinder ein Patent. Dabei wurden sie vom Land NRW im Rahmen des Programms SAFE gefördert. Das Patent wurde anschließend von der im Dortmunder Technologiezentrum ansässigen Firma Aqua-Titan verwertet. So konnten wissenschaftliche Forschungsergebnisse zügig in die Industrie transferiert werden und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens verbessern. Aufmerksamkeit fand das neue Verfahren auch auf der letzten Tagung und Ausstellung der Verfahrensingenieure "Achema" in Frankfurt/Main.

M.A. Rudolf Haupt | idw

Weitere Berichte zu: Chromsäure Chromsäure-Regenerierung Patent

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Beschichtung lässt Muscheln abrutschen
18.08.2017 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht PKW-Verglasung aus Plastik?
15.08.2017 | Technische Hochschule Mittelhessen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie