Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hallesche und Leipziger Wissenschaftler erforschen oxidische Grenzflächen

06.11.2000


Das Bild zeigt eine Aufnahme einer dünnen

roten Kobaltoxid-Schicht mit kleinen metallischen weißgrauen

Kobalt-Clustern. Bildgröße: 150 nm x 150 nm, Höhe der

Kobalt-Cluster: 0,8 nm. Messung: Ina Sebastian, Bilddarstellung:

Alexander Kraus


Neue Forschergruppe der DFG in Halle

Am 27. Juni 2000 beschloss der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), in Halle eine Forschergruppe "Oxidische Grenzflächen" einzurichten. Die neue Forschergruppe wird sich mit der Physik oxidischer Grenz- und Oberflächen und mit neuartigen Phänomenen in diesen Systemen beschäftigen. So wird die Basis für die Entwicklung neuer Materialien geschaffen, die in zukünftigen Anwendungen eine außerordentlich hohe Bedeutung erlangen können.
Neben Fachbereichen bzw. Fakultäten und dem Interdisziplinären Wissenschaftlichen Zentrum für Materialwissenschaften der Universitäten Halle und Leipzig kooperieren das Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik und das Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik in Halle mit der Forschergruppe.

In 10 Teilprojekten werden die Bereiche "Struktur und Magnetismus" sowie "Transport und Dynamik" bearbeitet. Beteiligt sind der Fachbereich Physik der Martin-Luther-Universität (dem auch der Sprecher Prof. Dr. Henning Neddermeyer angehört) das in Halle ansässige MPI für Mikrostrukturphysik, die Fakultäten für Chemie und Mineralogie sowie für Physik und Geowissenschaften der Universität Leipzig.
Außer den direkt beteiligten Institutionen sind Kooperationen mit dem Interdisziplinären Wissenschaftlichen Zentrum für Materialwissenschaften der Martin-Luther-Universität und mit dem halleschen Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik vorgesehen.

Die Forschergruppe ist ein Instrument der DFG zur mittelfristigen Förderung von Forschungsaktivitäten mit einer regulären Laufzeit von 6 Jahren. In der nun begonnenen Förderperiode wurden von der DFG Mittel für 2 Jahre bewilligt und für ein weiteres Jahr in Aussicht gestellt. Die Bewilligung umfasst Personalmittel für die Bezahlung von 14 wissenschaftlichen Mitarbeitern und Doktoranden, Investitionsmittel von über 1 Mio. DM sowie Mittel für Verbrauch, Reisen und für die Bezahlung des Aufenthalts von Gästen. Darüber hinaus wird die Forschergruppe durch die Universitäten und die Max-Planck-Gesellschaft gefördert.

Unter "Grenzflächen" versteht man die Berührungsbereiche zwischen zwei Oxiden, zwischen einem Oxid und einem Metall oder zwischen einem Oxid und dem Nichts - sprich Vakuum. Experimente mit dem Rasteltunnelmikroskop (siehe Abbildung), die in einem der Teilprojekte durchgeführt werden, sollen Aufschlüsse über die atomare und die elektronische Struktur der Grenz- und Oberflächen geben, von denen die potenzielle Nutzung der elektrischen Transporteigenschaften der Oxidschichten abhängig ist.

Anwendungsmöglichkeiten werden vor allem in der Magnetoelektronik und Sensorik sowie in ferroelektrischen Speichern erwartet - die Forschungsresultate können daher langfristig in der Informationstechnologie und in der Umwelttechnik genutzt werden. Der jetzige Umsatz auf diesem Gebiet beträgt weltweit jährlich 100 Mrd. US$ und umfasst derzeit hauptsächlich Halbleiterbausteine.

Am Donnerstag, dem 9. November 2000, findet anlässlich der Eröffnung der Forschergruppe "Oxidische Grenzflächen" im Großen Physikhörsaal des FB Physik am Friedemann-Bach-Platz 6 in Halle ein Festkolloquium statt:

Programm
14:00 Uhr-14:10 Uhr Begrüßung

14:10 Uhr-15:00 Uhr
Prof. Dr. Günter Reiss (Universität Bielefeld)
Spinabhängige Transporteigenschaften und Struktur in GMR- und TMR-Schichtsystemen

15:00 Uhr-15:50 Uhr
PD Dr. Ingrid Mertig (Technische Universität Dresden)
Theorie des spinabhängigen Transports

15:50 Uhr-16:20 Uhr Pause

16:20 Uhr-17:10 Uhr
Prof. Dr. Hartmut Zabel (Ruhr-Universität Bochum)
Oxidbildung auf epitaktischen Metallfilmen

17:10 Uhr-18:00 Uhr
Prof. Dr. Wolfgang Moritz (Ludwig-Maximilians-Universität München)
Struktur von Oxidoberflächen untersucht mit Elektronen- und Röntgenbeugung

Nähere Informationen:
Prof. Dr. Henning Neddermeyer
Tel.: 0345 / 552 55 60
Fax: 0345 / 552 71 60
E-Mail: neddermeyer@physik.uni-halle.de

Ingrid Godenrath | idw

Weitere Berichte zu: DFG Grenzfläche Interdisziplinär

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Beton - gebaut für die Ewigkeit? Ressourceneinsparung mit Reyclingbeton
19.04.2017 | Hochschule Konstanz

nachricht Gelatine statt Unterarm
19.04.2017 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten