Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sensor mit Gefühl

06.06.2000


... mehr zu:
»Drucksensor »Folie »Sensor »Tastsensor »Tastsinn
Bei Schlüsselloch-Operationen können Ärzte ihren Tastsinn nicht richtig nutzen. Hier könnte ein neuartiger Sensor Abhilfe schaffen: Fraunhofer-Forscher arbeiten an einem Drucksensor, der dem Tastsinn der
menschlichen Haut nachempfunden ist.

Chirurgen brauchen bei Operationen das richtige Fingerspitzengefühl, um unterschiedliche Gewebestrukturen zu erkennen und das Skalpell exakt zu führen. Bei Schlüsselloch-Operationen können Ärzte ihren Tastsinn jedoch nicht hinreichend nutzen. Forscher vom Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT in St. Ingbert arbeiten an einem neuartigen Tastsensor, der ähnlich weich und flexibel wie die menschliche Haut ist. Wird dieser Drucksensor zum Beispiel in ein endoskopisches Instrument eingebaut, kann er zukünftig dazu beitragen, dem Chirurgen wieder ein Tastgefühl zu übermitteln.

Der Tastsensor ist aus zwei übereinander liegenden Folien aufgebaut: Die untere Folie enthält die Elektrodenstrukturen, die den Druck messen. Die Elektroden sind ähnlich wie ineinander greifende Finger angeordnet. Sie berühren sich jedoch nicht - es fließt kein Strom. Die obere Folie besteht aus einem isolierenden Material an das stromleitende Silikonkautschuk-Pyramiden angefügt sind. Die Spitze der Pyramiden ist jeweils genau über den Elektrodenstrukturen positioniert. Übt man an einer Stelle Druck auf den Sensor aus, wird die Pyramide auf die untere Folie gepresst und breit gedrückt. Über das leitende Pyramidenmaterial kommen die Elektrodenfinger miteinander in Kontakt. Der Widerstand zwischen den Elektroden nimmt ab und es fließt Strom. Je größer der Druck ist, desto stärker wird auch die Pyramide flachgedrückt. Die Kontaktfläche zwischen den Elektroden nimmt zu und es fließt mehr Strom. »Unter Druckeinwirkung verändert der einzelne Drucksensor seinen elektrischen Widerstand«, erläutert Margit Biehl vom IBMT die Funktionsweise des Tastsensors. »Durch die räumliche Anordnung der Drucksensoren in Form eines Arrays lassen sich dann Druckverteilungen erfassen.«

Der Tastsensor eröffnet zahlreiche neue Anwendungen: Bei minimal-invasiven Operationen könnte er dem Arzt helfen, Gewebeunterschiede zu ertasten. Setzt man den Drucksensor in einen Robotergreifer ein, erhält der Roboter einen Tastsinn. Auch in der Medizintechnik bietet der Sensor neue Möglichkeiten. So könnte er in Prothesen integriert werden. Dann könnten die Menschen auch mit einer künstlichen Hand wieder Gegenstände ertasten oder Krümel auf einer Tischdecke fühlen. Doch das ist noch eine Zukunftsvision: Bis der Sensor einsatzreif ist und zum Beispiel in Handprothesen eingebaut werden kann, werden noch etwa zwei Jahre vergehen.

Ansprechpartnerin:
Margit Biehl
Telefon: 0 68 94/9 80-1 55
Telefax 0 68 94/9 80-4 00
E-Mail: biehl@fhg.de
Fraunhofer-Institut für
Biomedizinische Technik IBMT
Ensheimer Straße 48
66386 St. Ingbert

Pressekontakt:
Annette Maurer
Telefon: 0 68 94/9 80-1 02
Telefax: 0 68 94/9 80-4 00
E-Mail: MaurerA@ibmt.fhg.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Beate Koch |

Weitere Berichte zu: Drucksensor Folie Sensor Tastsensor Tastsinn

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Der gestapelte Farbsensor
17.11.2017 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht Gefragtes Werkstoff-Knowhow: Fraunhofer LBF baut Elastomer-Forschung aus
16.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte