Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vielseitige Kunststoffe unter der Lupe

04.06.2008
"Central Polymer Lab" eröffnet im Rahmen von NAWI Graz

Vom Plastiksackerl bis zur Mikroelektronik, von der Kontaktlinse bis zur Zahnfüllung: Kunststoffe sind Wegbegleiter im täglichen Leben und als solche nicht mehr wegzudenken. Will man die Materialien verbessern, benötigt man Basiswissen über ihre innere Struktur und ihre Eigenschaften.

Im Projekt "CePoL" (Central Polymer Laboratory), einer Forschungsinitiative im Rahmen von NAWI Graz - der erfolgreichen Kooperation von Karl-Franzens-Universität und TU Graz in den Naturwissenschaften - schaffen WissenschafterInnen Basiswissen für die Entwicklung der Kunststoffe von morgen. Am Freitag, den 6. Juni 2008, wird an der Karl-Franzens-Universität Graz der erste Laborbereich eröffnet, in dem sich alles um die Analyse von Materialien auf Molekülebene dreht.

Ob Spezialmaterialien oder Massenprodukte - das Anwendungsspektrum für Kunststoffe der Zukunft, die möglichst bald zum Einsatz kommen sollen, beeindruckt: Bei komplizierten Knochenbrüchen arbeiten MedizinerInnen heute mit Nägeln und Schrauben, die später wieder entfernt werden müssen. Neue Kunststoffe, die sich nach einer bestimmten Zeit schonend selbst abbauen, könnten PatientInnen einen Eingriff ersparen. Neue Wirkstoffträger für Medikamente auf Kunststoffbasis könnten künftig einen noch gezielteren Einsatz von Arzneimitteln und gleichzeitig weniger Nebenwirkungen bringen. Aber auch klassische Anwendungen in der Photovoltaik wie Solarzellen zur Energieerzeugung oder Bauteile für verschiedenste elektronische Anwendungen benötigen immer bessere Materialien, um bessere Leistung zu bringen.

... mehr zu:
»NAWI

Kunststoffe der Zukunft

"Wir leben in einem Kunststoffzeitalter. Kunststoffe sind aus dem Leben der Menschen längst nicht mehr wegzudenken", bekräftigen Franz Stelzer, Leiter des Instituts für Chemische Technologie von Materialien und Vizerektor für Forschung und Technologie der TU Graz, und Anton Huber vom Institut für Chemie der Karl-Franzens-Universität Graz. Im Rahmen der Initiative "CePoL" wollen sie gemeinsam mit weiteren WissenschafterInnen beider Universitäten einen entscheidenden Beitrag in der Entwicklung einer neuen Generation vielseitig einsetzbarer Materialien liefern: "Wir wollen mit der Charakterisierung von Kunststoffen auf verschiedenen Ebenen wissenschaftliche Grundlagenarbeit leisten, die eine Basis darstellt, um die Kunststoffe der Zukunft bereits heute mitzuentwickeln", so die Forscher. "CePoL" gliedert sich dabei in drei Bereiche "Molekulare Charakterisierung", "Spektroskopische Strukturanalyse" und "Materialeigenschaften".

Anton Huber von der Karl-Franzens-Universität Graz erklärt seinen Forschungsbereich: "Unser Ziel ist es, die Qualitäten der einzelnen Fraktionen in Polymeren genau zu erforschen, um sie gezielter einsetzen zu können. Natürlich können mit diesem Wissen aber auch bessere, weil zielgenauere, Produkte hergestellt werden." Polymere sind die entscheidenden Hauptbestandteile von Kunststoffen: Sie bestehen aus Molekül-Ketten, deren Bausteine sich ständig wiederholen. In aufwendigen Trennmethoden werden im Rahmen des ersten Teilbereichs von "CePoL", der am Freitag eröffnet wird, die molekularen Merkmale dieser Materialien analysiert.

Österreichweit einzigartiges Zentrum

"'CePoL" ist das erste gemeinsame Infrastruktur-Zentrum im Rahmen von NAWI Graz und zugleich ein österreichweit einzigartiges Zentrum für Polymercharakterisierung", so Franz Stelzer von der TU Graz. "Im Rahmen von "CePoL" wird der Grundgedanke von NAWI Graz ideal mit Leben erfüllt: Die Kompetenzen der beiden Universitäten ergänzen sich in diesem Fachbereich perfekt. Die WissenschafterInnen teilen Know-how und auch Infrastruktur und erzielen so ein bestmögliches Ergebnis", erklären Stelzer, der auch als Vizerektor für das Kooperationsprojekt zuständig ist, und Huber unisono.

Bei der Eröffnung des "CePoL" haben BesucherInnen die Gelegenheit, den ChemikerInnen über die Schulter zu schauen und sich vor Ort ein Bild ihrer Arbeit mit den Hochleistungsmaschinen im Labor zu machen.

Eröffnung "Central Polymer Lab"
Zeit: Freitag, 6. Juni 2008, ab 13.15 Uhr
Ort: Institut für Chemie der Karl-Franzens-Universität Graz, Heinrichstraße 28, 8010 Graz

Rückfragen:

Karl-Franzens-Universität Graz
Institut für Chemie
Ao.Univ.-Prof. Dr.phil. Anton Huber
Tel.: +43 (0) 316 380 5419
E-Mail: anton.huber@uni-graz.at
TU Graz
Institut für Chemische Technologie von Materialien
Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Franz Stelzer
Tel.: +43 (0)316 873 6020
E-Mail: franz.stelzer@tugraz.at

Alice Senarclens de Grancy | idw
Weitere Informationen:
http://www.cepol.nawigraz.at/

Weitere Berichte zu: NAWI

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Wussten Sie, dass Verpackungen durch Flash Systeme intelligent werden?
23.05.2017 | Heraeus Noblelight GmbH

nachricht Bessere Kathodenmaterialien für Lithium-Schwefel-Akkus
17.05.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften