Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

50 mm dickes Blech mit nur 5 kW Laserleistung schweißen – wie geht das?

24.02.2014
Bauteile mit großen Blechdicken sind in einer Vielzahl von Hochtechnologie-Anwendungen zu finden.

Das schweißtechnische Fügen der Bauteile stellt eine große Herausforderung und wesentliche Kostenposition im Fertigungsprozess dar. Das Fraunhofer IWS Dresden hat deshalb ein neues Verfahren zum Schweißen von Blechen mit Dicken bis 50 mm entwickelt. Das neue Verfahren kann neben einer Vielzahl weiterer Stationen am 26. Februar 2014, ab 17.00 Uhr am Fraunhofer IWS Dresden besichtigt werden. Auch zum Internationalen Laser- und Fügesymposium, welches am 27. und 28. Februar 2014 im Internationalen Congress Centrum Dresden stattfindet, werden die Forscher aus dem IWS über ihre Ergebnisse berichten.


Mehrlagen-Engstspaltschweißverfahren an einem 50 mm Blech

Fraunhofer IWS Dresden


Beispiel einer 50 mm Mehrlagen-Engstspaltschweißnaht (links Stahl, rechts Aluminium)

Fraunhofer IWS Dresden

Windkraftanlagen, Turbinen und deren Gehäuse, aber auch chemische Apparate lassen sich zukünftig nur dann effizient betreiben, wenn sowohl die Grenzen der mechanischen als auch die der thermischen Belastbarkeit ausgereizt werden. Für die eingesetzten Fügeverfahren besteht die Herausforderung vor allem in der Minimierung der thermischen Schädigung des Werkstoffgefüges, um die technologischen Eigenschaften des Werkstoffes weiterhin zu garantieren.

Mit dem im Fraunhofer IWS entwickelten Verfahren, dem laserbasierten Mehrlagen-Engstspaltschweißen, können Blechdicken bis 50 mm mit Laserleistungen kleiner
5 kW geschweißt werden. Möglich wird dies durch Festkörperlaser mit exzellenter Strahlqualität. Die bisher sanduhrförmige Kaustik des Laserstrahls ist bei diesen Strahlquellen so schlank, dass sie in extrem schmale und tiefe Spalten eingestrahlt werden kann, ohne die angrenzenden Flanken der Fuge aufzuschmelzen. Somit erfolgt der Energieeintrag durch den fokussierten Laserstrahl sehr konzentriert, lokal begrenzt bis in den Spaltgrund und die Fuge kann Lage für Lage aufgefüllt werden. Dieser neue Ansatz für die Laserstrahltechnik ist Gegenstand aktueller Forschungsarbeiten am Fraunhofer IWS in Dresden.

Der Vorteil des Verfahrens ist nicht nur aus energetischer Sicht sondern auch hin-sichtlich der im Vergleich zum Schweißen mit Elektronenstrahl deutlich reduzierten Investitionskosten enorm. Zudem lassen sich die prozesstypischen Vorteile des Laserstrahlschweißens wie geringer Winkelverzug, geringe Streckenenergie und minimaler Verbrauch von Schweißzusatzwerkstoff realisieren.

Vergleicht man die laserstrahlgeschweißten Bleche mit Blechen, die üblicherweise mit konventionellen MSG-Verfahren gefügt werden, fällt vor allem die sehr schlanke, nahezu flankenparallele Schweißnaht auf. Bauteile, die aufgrund des Schweißverzuges beim MSG-Schweißen aufwendig nachbearbeitet werden mussten, profitieren beim neuen Verfahren von abnehmendem Verzug mit zunehmender Blechdicke. Schrumpfspannungen quer zur Schweißnaht, denen gerade bei dickwandigen Bauteilen schwer zu begegnen ist, werden durch den neuen Verfahrensansatz erstmals kontrollierbar. 

Die neue Qualität der Schweißnahtgeometrie ist auch der Schlüssel dafür, bisher für das Schweißen großer Bauteildicken ungeeignete Werkstoffe, wie z. B. kaltrissgefährdete Legierungen, für Schweißanwendungen zugänglich zu machen. Auch für heißrissgefährdete Aluminium-Legierungen eröffnen sich neue Perspektiven, da erstmals der metallurgisch erforderliche Schweißzusatzwerkstoff bis in die Schweißnahtwurzel eingetragen werden kann. 

Ebenfalls neuartig ist die Möglichkeit, das Dickblechschweißen vor Ort auf einer Baustelle einzusetzen, etwa im Anlagen- oder Schiffbau. Durch die geringe Laserleistung und der hohen Energieeffizienz der verwendeten Laserquellen, steht einem mobilen Einsatz zum Beispiel in Kraftwerken zu Reparaturzwecken nichts im Wege.

Weitere Informationen unter http://www.lasersymposium.de.

Ihre Ansprechpartner für weitere Informationen:

Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS Dresden
01277 Dresden, Winterbergstraße 28

Dr. Dirk Dittrich
Telefon: (0351) 83391 3228
Telefax: (0351) 83391 3300
E-Mail: dirk.dittrich@iws.fraunhofer.de

Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Ralf Jäckel
Telefon: (0351) 83391 3444
Telefax: (0351) 83391 3300
E-Mail: ralf.jaeckel@iws.fraunhofer.de

Weitere Informationen:

http://www.lasersymposium.de
http://www.iws.fraunhofer.de

Dr. Ralf Jaeckel | Fraunhofer-Institut IWS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Beton - gebaut für die Ewigkeit? Ressourceneinsparung mit Reyclingbeton
19.04.2017 | Hochschule Konstanz

nachricht Gelatine statt Unterarm
19.04.2017 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung