Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltpremiere: Innovativer Materialmix ermöglicht ultraleichtes Elektrofahrzeug im InEco®-Projekt

05.09.2013
Weltpremiere: Innovativer Materialmix ermöglicht ultraleichtes Elektrofahrzeug im InEco®-Projekt mit nur 900 kg Gesamtmasse

Dresdner Wissenschaftler des Instituts für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der TU Dresden und der Leichtbau-Zentrum Sachsen GmbH entwickeln gemeinsam mit der ThyssenKrupp AG ein Konzept für ein ultraleichtes Elektrofahrzeug - Weltpremiere des fahrtüchtigen Demonstrators auf der 65. IAA 2013 (Halle 4.0/C13)


E-Fahrzeug
TU Dresden


inEco-Projekt Rendering Interieur
TU Dresden

Am ILK der Technischen Universität Dresden forschten Wissenschaftler gemeinsam mit Experten der Leichtbau-Zentrum Sachsen GmbH (LZS) und der ThyssenKrupp AG im Projekt InEco® an einem 4-sitzigen Elektrofahrzeug für den metrourbanen Raum.

Besonders Pendler und Kurzstreckenfahrer sollen von diesem Fahrzeugkonzept profitieren. Bei einem Gesamtgewicht von nur 900 Kilogramm – einschließlich aller Komponenten sowie der Batterie – vereint das Forschungsfahrzeug sportives Fahrvergnügen mit umweltverträglicher Nutzung sowie kostenattraktive Bauweisen mit elegantem Aussehen.

Von der Skizze zum fahrtüchtigen Demonstrator

Unter dem Leitmotiv „Innovation - Electromobility - Composite“ stand die gemeinschaftliche Arbeit aller Partner des InEco®-Projekts. Befeuert durch die Debatten in Politik und Wissenschaft zum Thema Elektromobilität wurde im Rahmen des InEco®-Projekts nach einem neuartigen, zukunftsorientierten und nachhaltigen Fahrzeugansatz gesucht. Die Projektpartner nahmen das gesamte Fahrzeugsystem unter die Lupe. Das Ergebnis dieser Herangehensweise ist ein generisches Projektfahrzeug in integraler Mischbauweise. So konnte die Anzahl der Fahrzeugkomponenten deutlich reduziert und das Leichtbaupotential in hohem Maße ausgenutzt werden.

Bei der Gestaltung des Konzeptes flossen neben Fragen zum Design und den verwendeten Materialien von Beginn an auch innovative Ideen zum Fahrzeugpackage, zur Insassensicherheit und zur Antriebstechnologie ein. Dabei spielten innovative Werkstoffkombinationen wie CFK-Stahl-Hybridverbunde und die Umsetzung von neuartigen Integralbauweisen für einen kosteneffizienten Systemleichtbau eine große Rolle.

Innovation durch Integration

Die Grundanforderung für neuartige Bauteile und Technologien, wie die Frontklappe in ultraleichter Sandwichbauweise oder das RTM-Seitenteil mit integrativer CFK-Stahl-B-Säule, ist deren ökologische Wettbewerbsfähigkeit. Dabei hält nach eigenen Berechnungen der Fahrzeugentwurf des InEco®-Projekts einer ganzheitlichen Ökologiebetrachtung im Vergleich sowohl zu elektrifizierten, als auch zu konventionell angetriebenen Fahrzeugen in reiner Metallbauweise stand.

Neben der ökologischen Relevanz gegenüber bereits bestehenden Fahrzeugkonzepten mit herkömmlichen Antriebstechnologien ist die hochmoderne Batterietechnologie eine weitere wichtige Innovation. Die Batterie, inklusive deren optimierter Klimatisierung, wurde crashsicher und schwerpunktneutral im Mitteltunnel des Fahrzeugbodens integriert. Hinzu kommt die Reduzierung der Einzelmassen vieler Fahrzeugkomponenten. Die Forschungsergebnisse dieser Einzelbetrachtungen sind auch für andere Fahrzeugkonzepte nutzbar. Zum Beispiel beträgt die Masseersparnis an Front- und Heckklappe bis zu 75 Prozent im Vergleich zu konventionellen Stahlbauteilen ohne deren Funktionalität einzuschränken. Zusammen mit der DEKRA testeten die Experten verschiedene Teilaspekte an der Frontklappe. Versuche zum Brenn- und Splitterverhalten sowie Kopfaufpralltests wurden allesamt positiv bescheinigt.

Ausblick

Das von Institutsdirektor Prof. W. Hufenbach entwickelte Dresdner Modell „Funktionsintegrativer Systemleichtbau in Multi-Material-Design“ zeigt beim Fahrzeugkonzept innerhalb des InEco®-Projekts durchgängig seine Stärken. Der innovative Materialmix unterschiedlicher Konstruktionswerkstoffe in Kombination mit der beanspruchungsgerechten Bauweisenauswahl steigert die Leistungsfähigkeit der gesamten Fahrzeugtragstruktur. Gleichzeitig werden die Fertigungsmethoden für die funktionsintegrativen Faserverbundbauteile soweit verbessert, dass sie hinsichtlich Taktzeit und Kosten für die Serie attraktiv werden. Ein Beispiel ist das in einem automatisierbaren RTM-Prozess gefertigte hochintegrale Fahrzeugseitenteil.

Premiere auf der 65. IAA

Bereits im Jahr 2011, auf der 64. IAA, wurden erste Forschungsergebnisse des InEco®-Projekts sowie die Designvision als 1:4-Modell präsentiert. Aus den Ideen von damals ist ein fahrbereiter Demonstrator des Elektrofahrzeuges entstanden, der seine Weltpremiere auf der 65. Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt am Main feiert. Vom 12. bis 22. September 2013 werden die Ergebnisse der langjährigen Arbeit in Halle 4.0 am Stand C13 vorgestellt. Neben dem Fahrdemonstrator können die im Body in White verbauten Karosseriekomponenten am ausgestellten 1:1-Modell betrachtet werden. Zudem werden einzelne Bauteile wie die ultraleichte Frontklappe in Sandwichbauweise und das hochintegrative Seitenteil des Fahrzeuges vorgestellt.

Dieses Projekt wird im Rahmen des Gesamtvorhabens ALIEN gefördert aus Mitteln der Europäischen Union – Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) ¬– und des Freistaates Sachsen.

Bilder und Videos finden Sie unter www.tu-dresden.de/mw/ilk/ineco-projekt

Informationen für Journalisten:
TU Dresden: Prof. Dr.-Ing. habil. Prof. E.h. Dr. h.c. Werner Hufenbach
Telefon: (0351) 463 37915 | E-Mail: ilk@msx.tu-dresden.de
Leichtbau-Zentrum Sachsen GmbH: Dr.-Ing. Jens Werner
Telefon: (0351) 463 39477 | E-Mail: info@lzs-dd.de
ThyssenKrupp AG: Erik Walner
Telefon: (0203) 52 45130 | E-Mail: info.steel-europe@thyssenkrupp.com

Kim-Astrid Magister | Technische Universität Dresden
Weitere Informationen:
http://www.tu-dresden.de/mw/ilk/ineco-projekt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Nutzfahrzeuge: Neuer Professor entwickelt effizientere und leichtere Bauteile mit 3D-Metall-Drucker
03.05.2018 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Die Zukunft des Fliegens auf dem Prüfstand
25.04.2018 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Im Focus: Achema 2018: Neues Kamerasystem überwacht Destillation und hilft beim Energiesparen

Um chemische Gemische in ihre Einzelbestandteile aufzutrennen, ist in der Industrie die energieaufwendige Destillation gängig, etwa bei der Raffinerie von Rohöl. Forscher der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) entwickeln ein Kamerasystem, das diesen Prozess überwacht. Dabei misst es, ob es zu einer starken Tropfenbildung kommt, was sich negativ auf die Trennung der Komponenten auswirken kann. Die Technik könnte hier künftig automatisch gegensteuern, wenn sich Messwerte ändern. So ließe sich auch Energie einsparen. Auf der Prozesstechnik-Messe Achema in Frankfurt stellen sie die Technik vom 11. bis 15. Juni am Forschungsstand des Landes Rheinland-Pfalz (Halle 9.2, Stand A86a) vor.

Bei der Destillation werden Flüssigkeiten durch Verdampfen und darauffolgende Kondensation des Dampfes in ihre Bestandteile getrennt. Ein bekanntes Beispiel...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Blutplättchen im Visier

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Jeder Zweite nimmt mindestens einmal im Jahr an einer Weiterbildung teil

24.05.2018 | Bildung Wissenschaft

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics