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Der Weg eines Energiesparfahrzeugs von der Rennstrecke in den Stadtverkehr

23.01.2012
Ein Weltmeister auf Triers Straßen

Es ist erstaunlich, was bereits bezüglich Energieeffizienz möglich ist, wenn man die zur Verfügung stehenden Ressourcen auf eine effiziente Weise einsetzt und die Umsetzung von innovativen Ideen auf einem hohen technischen und wissenschaftlichen Niveau fördert.

Das Team proTRon der Fachhochschule Trier setzt seit 2006 Maßstäbe in der Entwicklung von energieeffizienten Fahrzeugen und hat nach den großen Erfolgen mit dem Prototypen proTRon II beim internationalen Shell Eco-marathon die Messlatte nach oben geschraubt: die herausragende Effizienz des Prototypen auf ein verkehrstaugliches Stadtfahrzeug zu übertragen und damit beim Wettbewerb auf die ersten Ränge zu fahren.

Das Projekt proTRon AERIS begann 2008 mit der Entwicklung einer selbsttragenden Kohlefaserkarosserie. Anders als die übrigen Konkurrenten im Shell Eco-marathon entschied sich das Team für eine Karosserieform, die zwar das doppelte Gewicht der übrigen Rekordfahrzeuge seiner Klasse auf die Waage bringt, dafür aber genügend Platz für Fahrer, Beifahrer und Gepäck bereitstellt. Damit wurden bewusst geringere Chancen auf die ersten Plätze in Kauf genommen.

Aber wie Hans Böck einst sagte: „Man muss sich utopische Ziele setzen, um realistische zu erreichen!“ Durch eine konsequente Vorgehensweise von der Entwicklung über die Fertigung bis hin zur Montage hatte das Team dennoch die Nase vorne und belegte beim Shell Eco-marathon 2011 den ersten Platz seiner Klasse (Urban Concepts, Plug-In (Electicity)) mit einer Reichweite von 233 km/kWh oder umgerechnet 2071 km/Liter Superkraftstoff (Verbrauch: 48ml/100km).

Nachdem jetzt selbst das utopische Ziel erreicht war, konnte sich das Team wieder ein realistisches setzen: der AERIS soll auf Triers Straßen unterwegs sein.

Da das Fahrzeug für den besonders energieeffizienten Betrieb auf der Rennstrecke optimiert worden ist, fehlten zu Beginn des Projektes einige essentielle Einrichtungen bezüglich Sicherheit und Komfort. In der Wettbewerbskonfiguration liegt das Hauptaugenmerk darauf, den Energieverbrauch durch gezielte Reduktion der Fahrwiderstände (Gewicht, Aerodynamik und Rollwiderstand) und eine ausgeklügelte Fahrstrategie so gering wie möglich zu halten. In diesem puristischen Konzept waren eine optimierte Bremskraftverteilung und Komponenten wie, Feststellbremse, verkehrstaugliche Beleuchtung, Bereifung und Scheibenwischanlage zunächst nicht vorgesehen. Diese Punkte treten jedoch in den Vordergrund, wenn ein Fahrzeug am Straßenverkehr teilnehmen soll. Um diese Defizite zu beseitigen, wurde in enger Zusammenarbeit mit dem TÜV Rheinland und dem Landesbetrieb für Mobilität Rheinland-Pfalz ein Auflagenkatalog erstellt. Bei der Finanzierung all dieser Maßnahmen war eine Förderung durch die Nikolaus-Koch-Stiftung in Trier eine große Hilfe für das Team proTRon.

Das Cityparkhaus Trier ist das erste Parkhaus der Region mit zwei Elektrotankstellen. Diese Tatsache prädestinierte es geradezu als Schauplatz für die TÜV-Untersuchung eines extrem sparsamen, elektrifizierten Stadtfahrzeuges. Am 12.12.2011 erfolgten im dafür gesperrten Untergeschoss des Parkhauses Fahrversuche und Abnahme. Der Sachverständige vom TÜV-Rheinland unterzog das Fahrzeug einer §21-Untersuchung und prüfte es auf Herz und Nieren.

Der Gang zur Zulassungsstelle mit den Dokumenten von TÜV und Landesbetrieb für Mobilität Rheinland-Pfalz steht zwar noch aus, jedoch ist der Löwenanteil der Arbeit erledigt. Ab Mitte Februar wird der proTRon AERIS mit PKW-Nummernschild auf Triers Straßen zu sehen sein und das Team freut sich auf das in zwei Jahren stattfindende Wiedersehen mit dem TÜV zur Hauptuntersuchung.

Bis dahin geht es natürlich weiter: das nächste proTRon-Fahrzeug, diesmal mit 4 Sitzen und basierend auf einem Serienfahrzeug, ist schon in der Entwicklung.

Magdalena Höfner | idw
Weitere Informationen:
http://www.protron.fh-trier.de/

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