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Strömungssonden aus dem 3D-Drucker

25.05.2018

Nach ihrem Maschinenbau-Studium an der Technischen Universität München (TUM) konnte sich Katharina Kreitz vor Jobangeboten bei namhaften Unternehmen kaum retten. Doch sie gründete lieber ihr eigenes Unternehmen zur Entwicklung von präzisen und individuellen Strömungssonden. Diese werden unter anderem in der Formel 1 eingesetzt.

Die Idee zur Gründung des eigenen Unternehmens entstand bei Katharina Kreitz aus einem Ärgernis: Bei ihrem Studium mit dem Schwerpunkt Luft- und Raumfahrt hatte sie immer wieder mit Strömungsmessungen zu tun.


Katharina Keitz und Florian Wehner von Vectoflow

Jooß / TUM

„Ich habe mich ständig über die Technik der marktüblichen Strömungssensoren geärgert“, erinnert sie sich. Diese war ihr „einfach nicht genau genug“. Kreitz beschloss, dieses Problem zu lösen. Sie wollte kleine, stabile und individuell anpassbare Strömungssensoren entwickeln und mit ihrem eigenen Unternehmen vermarkten.

Der Bedarf für diese Produkte ist groß. Autobauer etwa installieren die Sonden und untersuchen die Aerodynamik ihrer Prototypen im Windkanal. Aber auch bei der Herstellung von Klimaanlagen, Dunstabzugshauben und Drohnen müssen Strömungen gemessen werden. Nicht bei allen Anwendungen handelt es sich um Luft, die strömt – auch die Strömung von Gas, Wasser oder Öl kann gemessen werden.

Sind die Sensoren allerdings zu groß, bilden sie ihrerseits einen Widerstand und verfälschen die Messergebnisse. Auch gab es bisher keine Sensoren, die unter extremen Temperaturbedingungen eingesetzt werden konnten. Die Lösung sah Kreitz im 3D-Druck: Mit dieser Technologie lassen sich die Sensoren individuell an die Anforderungen der Kunden anpassen.

BWL-Aufbaustudium in Paris

Gemeinsam mit Dr. Christian Haigermoser, ebenfalls TUM-Absolvent, gründete die junge Unternehmerin im April 2015 die Vectoflow GmbH. Sie schlug zahlreiche Jobangebote von marktführenden Firmen aus und verfolgte konsequent ihr Ziel.

Kreitz und Haigermoser bewarben sich für ein EXIST-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie – mit Erfolg. Allerdings fehlte den Entscheidern des EXIST-Programms ein BWLer an Bord. Kreitz absolvierte kurzerhand ein einjähriges Aufbaustudium am Pariser Collège des Ingénieurs. Hier kam auch der dritte Partner dazu: Florian Wehner.

Sonden werden bei der Formel 1 eingesetzt

Prof. Christian Breitsamter vom Lehrstuhl für Aerodynamik und Strömungsmechanik der TUM übernahm in Zusammenhang mit dem EXIST-Gründerstipendium die Funktion des Mentors, ein Büro stellte der Lehrstuhl für Turbomaschinen und Flugantriebe der Gründerin und den Gründern zur Verfügung.

Auch von UnternehmerTUM, dem Zentrum für Innovation und Gründung, erhielt das Team Starthilfe: Im „XPRENEURS“-Programm wurden sie auf den Markteintritt vorbereitet, „Techfounders“ brachte sie mit potenziellen Investoren und Kunden zusammen. Außerdem erhielten sie eine Startfinanzierung von 25.000 Euro und konnten die Hightechwerkstatt "MakerSpace" nutzen.

Mittlerweile arbeiten sieben Angestellte fest bei Vectoflow, die Kunden sitzen auf der ganzen Welt – unter anderem in China, in Indien, in Saudi-Arabien und in den USA. Unter anderem belieferte das Start-up verschiedene Rennserien wie etwa die Formel 1, mit ihren Sonden. Kreitz: „Im vergangenen Jahr, also nach zwei Jahren, haben wir bereits Gewinn eingefahren.“

Erfolgreiche Förderung an der TUM
Die TUM bringt laut dem aktuellen „Deutschen Startup Monitor“ unter den deutschen Hochschulen die meisten Gründerinnen und Gründer hervor. Jedes Jahr werden hier rund 70 Unternehmen ausgegründet. Die hervorragende Förderung bestätigt der „Gründungsradar“ des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, bei dem die TUM auf Platz 1 der großen Hochschulen steht.

Weitere Informationen:

https://www.tum.de/nc/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/detail/article/34631/

Dr. Ulrich Marsch | Technische Universität München

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