Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rotationsstanzen erhöht die Produktivität deutlich

17.09.2008
Angesichts des allgegenwärtigen Kostendrucks in der Fertigungsindustrie ist es schwer vorstellbar, dass es Unternehmen selbst bei umfangreichen Neuinvestitionen nicht immer gelingt, die wirtschaftlich sinnvollsten Fertigungsweisen ausfindig zu machen. Obwohl Rotationsstanzen ein enorm effizientes Verfahren ist, ist es immer noch wenig bekannt.

Das Problem dabei, so Christoph Baust, Geschäftsführer der Firma Baust Stanztechnologie, sei die ständig steigende Flut an Informationen und Informationsquellen. So kann sein Unternehmen einerseits auf eine Kundenliste schauen, die sich liest wie das „Who is who“ der Metall, Kunststoff und Papier verarbeitenden Industrie. Gleichzeitig muss er aber immer wieder feststellen, dass auch die attraktivste Technik ihre Grenzen durch fehlenden Bekanntheitsgrad findet.

Rotationsstanzen arbeitet bis zu 5-mal schneller

„Wir sind heute mit unserer Rotationsstanztechnologie in der Lage, bis zu 5-mal schneller, leiser, genauer und sogar mit geringeren Investitionen Endlosmaterialien wie Metall, Kunststoff und Papier zu stanzen, zu prägen, zu schneiden und zu scheren“, erläutert Baust. „Trotzdem werden selbst in unserer Nähe bei idealen Anwendungsbedingungen noch Systeme installiert, die angefangen von höheren Investitionskosten bis hin zu deutlich teurerem Betrieb viele Nachteile auf sich vereinen.“

Dabei kann das Unternehmen, das dieses Jahr bereits sein 50-jähriges Bestehen feiern wird, über mangelnde Auslastung wirklich nicht klagen. Ein erheblicher Teil der Anlagen und Anlagenteile wird heute bereits ins Ausland geliefert. „Manchmal klappt der Informationsfluss über weite Strecken eben besser als in der direkten Umgebung, so Baust.

In diesem Zusammenhang hat die Baust Werkzeugtechnik GmbH mit der Wahl des neuen Namens Baust Stanztechnologie die Kernkompetenz auch nach außen sichtbar mehr in den Fokus gerückt. Ein neues Erscheinungsbild und eine leistungsfähige Website sollen die Vorteile dieser Technik klarer kommunizieren.

Anlagen zum Rotationsstanzen erreichen bis zu 200 m/min

Die Performance der Anlagen der Baust Stanztechnologie ist gewaltig. Mit Geschwindigkeiten bis zu 200 m/min und Materialstärken bis 3 mm sowie einem ununterbrochenen Workflow ist die Bearbeitung von Endlosmaterialien vom Coil oder aus dem Extruder dem herkömmlichen Hubstanzverfahren um den Faktor 5 bis 6 überlegen. Die Wirtschaftlichkeit bei hohen Stückzahlen und wiederkehrenden Serien ist überragend.

Beim Rotationsstanzen wird das Material zwischen zwei angetriebenen Wellen durchgeführt, ähnlich dem Walzprofilieren. Auf den Wellen sitzen die Werkzeugringe. Auf dem Stempelring werden die einzelnen Stempel montiert und im Matrizenring die jeweiligen Matrizen. Der Stanzbutzen fällt dabei seitlich aus dem Matrizenring und wird dann über einen Butzenfall entsorgt.

Beim Rotationsstanzen entsteht ein Scherenschnitt statt ein Hubschnitt

Stempel und Matrizen kämmen beim Rotationsstanzen ineinander und treffen punktgenau auf das zu stanzende Material. Somit entsteht anstatt eines Druckschnitts wie beim Hubstanzen ein Scherenschnitt. Das Material läuft zwischen diesen Werkzeugen hindurch und wird kontinuierlich gestanzt.

Beim Scherenschnitt sind die auftretenden Stanzkräfte wesentlich geringer. Daher werden kleinere Antriebsleistungen benötigt. Die Erschütterungen und Emissionen sind bedeutend geringer.

Dank geringerer Investitionskosten im Vergleich zu einer Hubstanze und doppelt so hoher Produktionsgeschwindigkeiten entscheiden sich dank zunehmenden Bekanntheitsgrades immer mehr Großbetriebe für die Rotationsstanztechnik. Dabei kann die neue Technik problemlos in die vorhandene Fertigung eingebunden werden.

Bei der Integration in eine Profilieranlage steht die Stanze dann in der Regel zwischen den Profilierstichen und benötigt keinen eigenen Materialvorzug und -abzug. Ein Produktwechsel ist dank der Einstellmöglichkeiten meist eine Sache von Minuten.

Auch die Vorschaltung der Rotationsstanze vor eine Profilieranlage ist problemlos möglich. Durch die kompakte Bauform werden meist nicht mehr als 6 m2 benötigt. Die Stanzen verfügen dann über einen eigenen Walzenvorzug und -abzug, die das Material transportieren und die nötige Bahnspannung garantieren.

Technik des Rotationsstanzens ist problemlos integrierbar

Eine autarke Rotationsstanze kommt dann zum Einsatz, wenn vorgelochtes Material der Profilieranlage zugeführt werden soll. Die Produkte werden zunächst auf einer Rotationsstanze gestanzt und dann wieder als Coil aufgewickelt. So können verschiedene Produkte vorgestanzt und bei Bedarf profiliert werden.

Die ständige Weiterentwicklung der Technik eröffnet fortlaufend weitere Einsatzbereiche. So wurde jüngst eine neue Positioniersteuerung entwickelt, die es ermöglicht, die Werkzeuge asynchron zum laufenden Material zu bewegen und so unterschiedliche Lochabstände mit einem Werkzeug zu erzeugen. Dieser Vorgang des Intermittierens, der gezielten Steuerung der Relativgeschwindigkeit zwischen Werkzeugen und Material, ermöglicht variable Lochabstände.

Des Weiteren lässt sich über die Auswahl des Werkzeugumfangs die Flexibilität steigern. Auf einem größeren Umfang lassen sich mehrere Lochgeometrien unterbringen. Auch kann durch einfaches Entfernen von Stempeln, meist durch Lösen einer Schraube, das Lochbild geändert werden.

Im Wettbewerb zählt Wirtschaftlichkeit

Während Leistungssteigerungen in den meisten Bereichen mit höheren Investitionen und Anforderungen erkauft werden müssen, verhält sich das beim Rotationsstanzen geradezu umgekehrt. Der Platzbedarf bleibt mit nur etwa 6 m2 gering. Es werden keine Schlaufengruben oder Fundamente mehr benötigt.

Maßnahmen gegen Lärmemissionen und Erschütterungen können gleichermaßen entfallen. Der Energieverbrauch senkt sich spürbar. Gleichzeitig macht sich die hohe Produktivität dank des ununterbrochenen Stanzprozesses und deutlich höherer Verarbeitungsgeschwindigkeit bemerkbar.

Immer mehr Branchen setzen auf Rotationsstanzen

Viele Branchen setzen die Technik der Baust Stanztechnologie bereits erfolgreich ein. Schwerpunkte gab es zuletzt in der Elektroindustrie im Bereich Kabelführungen oder in der Bauindustrie für Trockenbauprofile. Auch in der Automobilindustrie finden sich erste Rotationsstanzen.

So beurteilt Christoph Baust auch die Zukunftsaussichten seines Unternehmens positiv: „Der harte Wettbewerb und die ständig steigenden Qualitätsanforderungen arbeiten für uns.“ Mit dieser Einschätzung steht er sicher nicht allein da. Durch die hohen technischen Anforderungen hat Rotationsstanzen gerade am Standort Deutschland eine attraktive Zukunft. So wurde Baust im Jahre 2000 bereits als eines der innovativsten Unternehmen in Nordrhein-Westfalen geehrt.

Auf der diesjährigen Euroblech wird Baust das Rotationsstanzen in Halle 27 am Stand F44 präsentieren.

Ralf Joest | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/umformtechnik/articles/145160/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht IPH entwickelt Prüfstand für angetriebene Tragrollen
29.11.2016 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht LZH optimiert laserbasierte CFK-Nachbearbeitung für die Luftfahrtindustrie
24.11.2016 | Laser Zentrum Hannover e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie