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Hightech-Öle bieten Potenzial zur Energieeinsparung

28.10.2008
In Hydrauliköl und Schmierstoffen steckt energetisches Einsparpotenzial, das sich bei stationären und mobilen Arbeitsmaschinen über reibungsmindernde Effekte erschließen lässt. Einen Ansatz dazu bieten High-Oleic-Öle, Hightech-Produkte auf Pflanzenbasis. So sind Sonnenblumen die Ausgangsbasis für Öle, die im zugelassenen Temperaturintervall zu verbesserten Gleiteigenschaften führen.

Spätestens die Hannover-Messe hat das Thema Energieeffizienz auf die Agenda der industriellen Produktion gesetzt. Drastisch gestiegene Energiekosten haben die Kriterien der Beschaffung geändert.

Hightech-Schmierstoffe erhöhen Energieeffizienz

So erweisen sich jetzt Hightech-Schmierstoffe und -Öle mit dem Potenzial zur Energieeinsparung als die bessere Alternative. Das verdeutlicht der Schweizer Schmierstoff-Entwickler Natoil AG anhand von Produkten, die zu einer signifikanten Reduzierung von elektrischer Energie oder Treibstoffen bei stationären und mobilen Arbeitsmaschinen führen. Hauptursachen dafür sind der Viskositätsindex (VI) von bis zu 200 und die sehr hohe Alterungsbeständigkeit des Grundöls, das aus der High Oleic Sunflower (HOS) gewonnen wird.

Wer an herkömmlichen Hydraulikölen und Schmierstoffen festhält, verschenkt bares Geld. Mit Hilfe eines Energiesparrechners lässt sich das nachweisen. Damit hat Natoil bereits viele Anwender überzeugt: Die erste Produktfreigabe erhielt man vom Pumpenhersteller Denison (Parker Hannifin) bereits 2002. Bosch Rexroth listet Natoil seit 2006.

Zahlreiche Referenzen für Energieeffizienz-Schmierstoffe

Der Maschinenhersteller Arburg hat im vergangenen Jahr die technische Freigabe für seine Spritzgießmaschinen erteilt. Beim Autozulieferer Blechformwerke Bernsbach wurde im Rahmen einer Langzeitstudie der Einsatz von Natoil-Produkten in Gabelstaplern des Herstellers Linde getestet. Kunststoffverarbeiter wie Munz in Binzen und Albiplast in Niederuzwil/Schweiz setzen auf die Natoil-Produkte auch wegen des konstanteren Maschinenlaufs und der höheren Taktzahlen.

In der Tat haben High-Oleic-Schmierstoffe und -Hydrauliköle Vorteile im Vergleich zu konventionellen Produkten. Prinzipiell verringern sie aufgrund des guten Druck- und Viskositätsverhaltens den Gleit- und Reibungswiderstand in Motoren, Getrieben und Hydraulikaggregaten. Das wirkt sich über den gesamten Temperaturbereich hinweg positiv aus und führt unmittelbar zur Kostensenkung. Je nach Anwendung können erhebliche Einsparungen erzielt werden.

Ölsäure verleiht Schmierölen chemisch-physikalische Stabilität

Ausschlaggebend dafür sind die chemisch-physikalischen Eigenschaften der High-Oleic-Grundöle. Sie bestehen zu über 90% aus Ölsäure – einer einfach ungesättigten Fettsäure, die sehr stabil ist, nicht verharzt und kaum oxidiert. Zum Vergleich: Herkömmliche Öle aus nachwachsenden Rohstoffen, beispielsweise Raps, bestehen zu etwa zwei Dritteln aus unstabilen Fettsäuren, die meist die Ursache für eine schnelle Alterung und den Verlust der guten Schmiereigenschaften sind.

Das Institut für fluidtechnische Antriebe und Steuerungen (IFAS) der RWTH Aachen hat die Arbeitsanweisung „Umstellen auf Bioöl“ herausgebracht. Darin heißt es, dass in der Hydraulik beim Ölwechsel zu beachten sei, dass alle Öle aus nachwachsenden Rohstoffen grundsätzlich andere Lösungseigenschaften haben als Mineralöle. Ablagerungen, die sich im Verlauf von Jahren bei Mineralölbetrieb gebildet haben, werden von Ölen aus nachwachsenden Rohstoffen – also auch von HOS-Ölen – innerhalb weniger Stunden aufgelöst.

Reinigungsmitteln kann dem aktuellen Mineralöl beigesetzt werden

Für die Umstellung von Hydraulikaggregaten auf das Öl Natoil Sunlub Ultra-Industry empfiehlt Natoil zunächst die Spülung mit einem Reinigungsmittel, das unbedenklich dem aktuellen Mineralöl beigesetzt werden kann. Es verbleibt zwei Tage in der Maschine. Anschließend wird bei Betriebstemperatur der Ölwechsel vorgenommen.

Natoil gewährleistet schon volle Funktionsfähigkeit bei einer Restölmenge unter 5%. Für eine Förderung durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) ist eine maximale Restölmenge unter 2% erforderlich. Diese kann nur durch gründliche Spülung sichergestellt werden.

Öl aus nachwachsenden Rohstoffen mit fraglicher Öko-Bilanz

Zum Schluss bleibt die Frage nach der Öko-Bilanz: Wollte man tatsächlich die allein in Deutschland jährlich verbrauchte Menge von etwa 1 Mio. t Schmier- und Verfahrensstoffe durch nachwachsende Rohstoffe wie Raps substituieren, benötigte man entsprechend große Anbauflächen. Im Gegensatz dazu ist die Ölsonnenblume keine Lebensmittel- oder Futterpflanze. Der Anbau erfolgt auf Brachflächen in Europa.

Beim Prodikt Sunlub Ultra-Industry handelt es sich um ein Leichtlauföl mit Viskositätsindex VI200 (Wassergefährdungsklasse WGK 1). Es ist natrium- und chlorfrei und besteht zu mehr als 70% aus nachwachsenden Rohstoffen, was sich positiv in der biologischen Abbaubarkeit nach OECD 301 (größer 70%) niederschlägt.

Leichtlauföl übertifft VDMA-Anforderungen

Die Anforderungen der VDMA-Richtlinien werden übertroffen. Das Produkt „verträgt“ sich mit Lagerwerkstoffen wie Buntmetallen und mit den in Hydrauliksystemen gängigen Dichtungswerkstoffen.

Prinzipiell gilt beim Ölwechsel die Regel: Schmierstoffe und Hydrauliköle dürfen nicht länger als möglichst billige Betriebshilfsstoffe betrachtet werden. Sie erfüllen vielmehr Funktionen eines Maschinenelements. Wenn das beachtet wird, dann haben Ölwechsel bei Fuhr- oder Maschinenparks erst recht einen Sinn.

Otto Botz ist Vorstandsvorsitzender der Natoil AG in CH-6039 Root Längenbold bei Luzern.

Otto Botz | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/konstruktion/antriebsundsteuerungstechnik/articles/151912/

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