Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hebewerkzeug für Montage von Riesen-Rotorblättern

24.09.2014

Siemens hat ein Spezialwerkzeug für die Montage seiner 75 Meter langen Rotorblätter für Offshore-Windparks gebaut.

Die Hebevorrichtung macht die Montagearbeiten sicherer und lässt beim Aufbau höhere Windstärken zu. Bisher werden die Rotorblätter mit langen Klemmwerkzeugen am Kran vom Installationsschiff an die Nabe gehoben. Das Blatt wird an zwei Stellen mit Seilen am Werkzeug fixiert. Diese Seile müssen von den Monteuren mit der Hand befestigt und gespannt werden.

Je nachdem wie viele Rotorblätter auf dem Schiff gestapelt sind, arbeiten die Monteure dabei viele zehn Meter über Deck, auch nachts und bei rauem Wetter. Das neue Werkzeug montiert und spannt diese Seile vollautomatisch und wird bequem und sicher von Deck aus gesteuert.

Siemens entwickelte die Vorrichtung für die Serien-Installation seiner neuen D6-Plattform-Windturbinen. Traditionell werden beim Bau von Windenergieanlagen die Rotorblätter an der Nabe vormontiert und dieser Stern dann am Rotor an der Turmspitze installiert. Vorwiegend an Land, aber zunehmend auch auf See wird die sogenannte Einzelblattmontage gebräuchlich. Dabei ist die Nabe bereits im Rotor installiert und jedes einzelne Blatt wird mit dem Kran an den Turm gehoben und von Monteuren im Maschinenhaus montiert.

Für die 75 Meter langen und 25 Tonnen schweren Rotorblätter der neuesten Generation kommt nur die Einzelblattmontage in Betracht. Ein vormontierter Stern mit 154 Metern Durchmesser und mehr als 75 Tonnen Gewicht könnte kaum mehr transportiert und an der Nabe ausgerichtet werden. 

Die Ingenieure von Siemens Wind Power suchten daher nach einer vollautomatischen Lösung für die Serien-Montage der riesigen Rotorblätter. Außerdem sollte sie auch bei steifem Wind einsatzfähig sein, um das Errichterschiff möglichst effizient zu nutzen. Eine Herausforderung lag deshalb darin, eine möglichst leichte Vorrichtung zu bauen, die dennoch genügend Stabilität bietet.

Das neue Hebewerkzeug ist 14 Meter lang, acht Meter hoch und 78 Tonnen schwer. Es ermöglicht eine Montage bei Windgeschwindigkeiten bis zu 14, in Böen bis zu 19 Metern pro Sekunde - das entspricht Windstärke sieben. Bisher liegt das Limit für Einzelblattmontagen bei Windgeschwindigkeiten von 12 Metern pro Sekunde. 

Die Seile zum Sichern der Rotorblätter werden von dem Hebewerkzeug automatisch gespannt und gelöst. Es ist deshalb auch geeignet, um bei künftigen Wartungsarbeiten montierte Rotorblätter abzunehmen. Um sicherzustellen, dass das Rotorblatt in jedem Fall sicher zurück an Deck gebracht werden kann, sind alle Funktionen redundant ausgeführt. Außerdem kann das neue Werkzeug drehen, kippen und schwenken.

So kann es Rotorblätter unabhängig von deren Lage vom Schiff aufnehmen. Und man kann man das Rotorblatt beim Montieren kippen oder schwenken, um es genau in die Nabe einzupassen. Bisherigen Techniken lassen ein solches Nachjustieren nicht zu.  Seinen ersten Einsatz hat die Hebevorrichtung seit diesem Sommer beim Bau des Windparks Westermost Rough vor der Ostküste Großbritanniens, wo Siemens 36 Windenergieanlagen mit 75 Meter langen Rotorblättern installiert. (2014.09.5)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/innovationnews

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Flexiblere Turbomaschinen entwickeln
23.05.2017 | FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur GmbH

nachricht WHZ erhält hochmodernen Prüfkomplex für Schraubenverbindungen
23.05.2017 | Westsächsische Hochschule Zwickau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften