Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erodieren und Fräsen von Formen verkürzt Fertigungszeit

26.08.2008
Die Vorteile der Senkerosion, beispielsweise beim Fertigen von tiefen Kavitäten, kombiniert mit der Leistungsfähigkeit des HSC-Fräsens, können die Fertigungszeit für Formeinsätze reduzieren. Das zeigt das Fertigen eines Formeinsatzes für Reihenklemmen.

Reihenklemmen sind multifunktionale Kunststoffteile, die millionenfach in verschiedenen Größen und Varianten hergestellt werden. Verständlich, dass der Werkzeugbau immer nach Verbesserungsmöglichkeiten sucht. Bisher wurden die Formeinsätze mit Grafitelektroden komplett senkerodiert. Die dazu verwendeten Komplettelektroden bilden die gesamte Geometrie ab, obwohl die Bearbeitung einerseits filigrane Stege und andrerseits großflächige Volumen umfasst.

Schnellstmögliches Erodieren setzt voraus, dass das Untermaß der Elektrode nach Planungstabellen bestimmt wird. Das Untermaß wird festgelegt nach der endprojizierten Fläche der Elektrode. Wenn wie hier in Z-Richtung außer schmalen Kavitäten auch große Flächen und Volumen abzutragen sind, geben die verfahrenstypischen Tabellen ein Untermaß vor, das möglicherweise im Widerspruch zur Herstellung schmaler Kavitäten oder Stege steht. Wird aber mit Untermaßen gearbeitet, die nicht der Planungstabelle entsprechen, können bis zu sechsfach längere Erodierzeiten entstehen.

Machbarkeitsstudie von GF Agie Charmilles Deutschland

Die GF Agie Charmilles Deutschland startete eine Machbarkeitsstudie. Dabei wurde die Bearbeitung eines Werkzeugs so aufgeteilt, dass die Kavitäten für Rippen und Stege senkerodiert, großflächige Volumen jedoch durch Hartfräsen zerspant werden. Die Eingriffsfläche für das Senkerodieren wurde dadurch von 2810 auf 640 mm² verkleinert. Die Untermaß-Vorgabe ist nun kleiner, und diese zur Geometrie passenden Untermaße ermöglichen es, die schmalen Kavitäten schneller zu erodieren. Die Untersuchungen wurden auf einer Senkerodiermaschine Hyperspark 2 HS und auf einer Hochleistungs-Fräsmaschine Mikron HSM 400 U durchgeführt.

Die Vorgaben für das Fräsen hinsichtlich kleinster Fertigungstoleranzen, bester Oberflächenqualität und einer Fräszeit

Schnelle Elektronik analysiert Funkenmerkmale

Eine Neuerung, die dem Anwender Vorteile verschafft, ist eine schnelle und leistungsfähige Elektronik, um die Funkenmerkmale zu analysieren, sowie ein Generator, der die geeignete Stromform in Echtzeit erzeugt und direkt anpasst. Der Generator regelt die Energie der Impulse so, dass der Verschleiß an der Elektrode in Erosionsrichtung nahe oder gleich null ist, bei vielen Arbeitsaufgaben unabhängig von der verwendeten Grafitsorte der Elektrode.

In der Vergangenheit musste das Restmaterial, das wegen des Elektrodenverschleißes im Schruppvorgang übrig blieb, mit einer zusätzlicher Schlichtelektrode abgetragen werden. Beim Senkerodieren mit der neuen AT-Hyperspark-iQ kann, je nach Arbeitsaufgabe, auf eine nachfolgende Schlichtelektrode verzichtet werden. Jedoch muss auf das richtige Untermaß geachtet werden, um kürzeste Erodierzeiten zu erreichen.

Wenn vom bestmöglichen Einsatz der Bearbeitungsverfahren im Werkzeug- und Formenbau die Rede ist, kann der Hinweis auf das oft noch ungenutzte Potenzial von Grafit nicht fehlen. Die Entscheidung für Kupfer oder Grafit steht in Deutschland in einem Verhältnis von 60 zu 40% zugunsten von Kupfer. Technologisch gesehen braucht Kupfer nur beim Senkerodieren von Hartmetall und beim Poliererodieren mit Oberflächenansprüchen Ra

Grafit bietet jedoch viel mehr: Es ist thermisch stabil und verzugsfrei, lässt sich schnell und gratfrei fräsen und ist variabel in der Formgebung. Die Verknüpfung von mehreren Elektroden ist ebenfalls möglich, somit lassen sich zum Beispiel 54 Kupferelektroden auf nur noch drei Grafitelektroden reduzieren.

Bernhard Kuttkat | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/spanende_fertigung/articles/141646/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Neue Helpline „APP-Programmierung“ bietet Service und Beratung rund um HEIDENHAIN-Software-Lösungen
06.04.2017 | DR. JOHANNES HEIDENHAIN GmbH

nachricht Elektrische Spannung: Kaiserslauterer Ingenieure erforschen Versagen bei Kugellagern
28.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten