Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Diamantene Füße geküsst

01.08.2009
Mit dem gesunden Gefühl für das Notwendige ist die WWS Werner Stief GmbH wesentlich beteiligt an der Weiterentwicklung von Fertigungsverfahren für PKD-Werkzeuge. Durch eine Gesamt- investition von circa vier Millionen Euro hat die Mapal-Tochter mit neu geschaffenen autonomen Werkzeugmaschinen ihre Lieferzeiten immens verkürzt und besonders ihre Flexibilität in der Produktion erhöht.

Hinsichtlich des Schneidstoffes, insbesondere bei der Bearbeitung von Leichtmetallen gibt es derzeit kaum Alternativen zum polykristallinen Diamanten. Aus ihm hergestellte Werkzeuge finden ihren häufigsten Einsatz in der Automobilbranche, wenn es darum geht, Aluminium mit den unterschiedlichsten SI-Gehalten zu bearbeiten. Aber auch andere Branchen profitieren von den "edlen" Werkzeugen. "Wir haben es anfangs einfach nicht wahrgenommen, dass es natürlich auch andere Materialien gibt, die mit PKD hervorragend bearbeitet werden können", gibt Werner Stief, Gründer des Unternehmens WWS Werner Stief zu. "Da habe ich zum Beispiel Messing.

Messing ist ein Werkstoff, der in Deutschland sehr häufig in der Armaturenindustrie angewandt wird, in sehr großen Stückzahlen wird dort produziert. Leider zum großen Teil mit ungenügenden Maschinen, zum großen Teil mit selbstgebauten Schaltteller-Maschinen, die natürlich für PKD-Werkzeuge eigentlich nicht geeignet sind. Aber auch dort findet ein Überdenken des Prozesses statt, denn auch dort steigen die Qualitätsanforderungen ständig an. Es werden zunehmend auch Sicherheitsteile gefertigt, und dann kommen die Hersteller an PKD-Werkzeugen und an modernen NC-Bearbeitungszentren nicht vorbei."

Am Beispiel eines Messinggehäuses, das ein Sicherheitsteil ist und das zum anderen innen einen Dichtkegel hat, verdeutlicht Stief den Vorteil der PKD-Werkzeuge. Eigens dafür haben die Pforzheimer ein Werkzeug kreiert, das mit vier Schneiden den gesamten inneren Bereich in einem Schuss und gleichzeitig den Dichtkegel bearbeitet, sowie auch die Oberfläche und die Kegelhöhe mit Übergangsradien. "Besonders die Dichtkegel lassen sich mit den Werkzeugen hervorragend herstellen", betont Stief. "Vor allen Dingen können wir Oberflächengüten erreichen, die mit Hartmetallwerkzeugen nicht anzudenken waren, und das bei Standzeiten, die für die Anwender hochinteressant sind."

Zum optimalen Sonderwerkzeug

Ein weiteres Beispiel ist ein Durchflusszähler mit Außengewinde, auch ein Messingteil, der als Hochsicherungsteil für eine Gasübergabestation seinen Einsatz findet. Die Lösung ist ein Glockenwerkzeug, das als Gewindefräser arbeitet und das dem Kunden die Nacharbeit durch die Grate, die durch Hartmetallwerkzeuge entstehen, im Wesentlichen erspart. Außerdem wurde die Bearbeitungszeit des Gewindes verkürzt. "Die Kunden, das sage ich mal etwas salopp, küssen uns heute die Füße für diese Werkzeuglösungen", freut sich Stief. Der Schneidstoff Diamant ist in unterschiedlichen Zusammensetzungen und Korngrößen verfügbar und kann dem Bearbeitungsfall oder der zu bearbeitenden Legierung optimal angepasst werden.

Ziel ist natürlich ein Optimum an Leistung beim späteren Bearbeitungsprozess. Werden bei der Werkzeugauslegung zusätzlich mehrere Bearbeitungsstufen zusammengefasst, können nicht nur unnötige Nebenzeiten eingespart werden, oftmals erhöht sich auch die Bauteilqualität drastisch. Dieses Zusammenfassen von Bearbeitungsschritten führt nicht selten zu Komplettbearbeitungen mit nur einem Werkzeug. So wird unter anderem mit modernen Aufbohrwerkzeugen nicht mehr nur die reine Bohrungsbearbeitung durchgeführt.

Auch das integrierte Bearbeiten von Fasen, Planflächen oder Konturzügen ist möglich sowie die zusätzliche Aufnahme von Einsteckwerkzeugen - wie Gewindebohrer - sind heute gängig und reduzieren die Prozesszeiten. Werden derartige Möglichkeiten noch zusätzlich mit der durch das Bauteil geforderten Werkzeuggeometrie hinsichtlich Schneidenanzahl oder Schneidenlage kombiniert, kann vom optimalen Sonderwerkzeug gesprochen werden.

Nur sollte solch ein Werkzeug möglichst schon gestern fertig sein, wenn es dringend benötigt wird. Dem will Mapal WWS mit seiner neuen Fertigungsstruktur Rechnung tragen. Diese hochflexible Fertigung mit einer Produktionskapazität von zirka 85.000 Werkzeugen gliedert sich jetzt räumlich in drei autonome Fertigungslinien: Den größten Raum beansprucht die Linie Neuwerkzeuge mit rund 150 Mitarbeitern und einem Produktionsvolumenanteil von zirka 60 Prozent. Damit fühlt sich das Unternehmen auch im schwieriger werdenden wirtschaftlichen Umfeld im Vergleich zum Wettbewerb gut gerüstet.

| SCOPE
Weitere Informationen:
http://www.scope-online.de/xist4c/web/Diamantene--Fuesse-gekuesst_id_161__dId_449830_.htm

Weitere Berichte zu: Diamant Dichtkegel PKD-Werkzeug Schneidstoff Sicherheitsteil

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht VL- und VSC-Drehmaschinen von EMAG: Die Bremsscheiben-Produktion auf ein neues Level heben
16.11.2017 | EMAG GmbH & Co. KG

nachricht Auf der Jagd nach dem feinsten Tropfen
09.11.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte