Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hartbearbeitung - Leistungsfähigkeit von Werkzeugschichten in die Höhe getrieben

24.08.2007
Der Beschichtungsspezialist Oerlikon Balzers, Bingen, besetzt auf der EMO (Halle 3, Stand D 24) zwei Themenschwerpunkte: einerseits mit der PVD-Anlagen Innova, die mit der von Oerlikon Balzers entwickelten P3eTM-Beschichtungstechnik ausgestattet werden kann. Andererseits verschiebt die PVD-Beschichtung Balinit Aldura bei der Hartbearbeitung – insbesondere beim Fräsen – weiter in Richtung HSC. Kennzeichnend für dieses Hartstoffschichtsystem ist ein dualer Aufbau: Sie besteht aus zwei Hochleistungsschichten.

Mit dieser Beschichtung lassen laut Oerlikon Balzers „entscheidende Wettbewerbsvorteile im Werkzeug- und Formenbau“ erzielen. Sie kommen bei der Bearbeitung von Stählen mit einer Härte von 60 HRC zum Tragen. In diesem Härtebereich sind Fräswerkzeuge enormen Belastungen ausgesetzt: Die Späne können nicht geschnitten, sondern müssen unter großer Wärme- und Kraftentwicklung gestaucht und gebrochen werden. Folglich wird die Schneide thermisch und mechanisch entrem beansprucht. Unter diesen Bedingungen sei die wirtschaftliche Fertigung von Formen und Gesenken, so der Beschichtungsspezialist, nur mit optimal ausgelegten Fräswerkzeugen möglich.

Das duale Schichtsystem wurde für VHM-Schaftfräser zum Schruppen und Schlichten gehärteter Stähle entwickelt. Aufgrund des zweilagigen Aufbaus sind sich ergänzende Schichtfunktionen in einer Beschichtung vorhanden. So sorgt die TiAlN-Basisschicht laut Oerlikon Balzers für eine ausgezeichnete Schichthaftung und hohe mechanische Belastbarkeit.

Wesentliche Vorteile der nanokristallinen Deckschicht auf AlCrN-Basis werden in einer hohen Warmhärte, Oxidationsbeständigkeit und thermischen Isolationsfähigkeit gesehen. Dadurch werde zum Beispiel verhindert, dass die hohen Schnitttemperaturen nicht ins Werkzeug dringen, sondern dort wirksam werden, wo sie für einen optimalen Zerspanungsprozess erforderlich seien: im Span. Aus Kombination beider Schichten resulierten „völlig neue Leistungsbereiche“ bei der Hartbearbeitung.

Vergleichstests mit Standardschichten: Bessere Schnittwerte für duale Schichtsysteme

Vergleichstests mit Standardschichten lieferten dazu die Bestätigung. Sie ergaben deutlich bessere Schnittwerte. Vor diesem Hintergrund erschließt sich für Formen- und Werkzeugbauer bei der Bearbeitung vergüteter und gehärterter Stähle laut Oerlikon Balzers ein vielfältiger Nutzen. Das schlage sich in einer höheren Maschinenauslastung, kürzeren Durchlaufzeiten, längeren Werkzeugstandwegen und in einem kontrolliertem Zerspanungsprozess nieder.

Das Ergebnis ist eine höhere Produktivität, bessere Werkstückmaßhaltigkeit und Oberflächenqualität. Eine Wiederbeschichtung der Werkzeuge ohne Leistungsverlust ist den Angaben zufolge möglich. Diese Schicht spiegelt den Trend in der Werkzeugbeschichtung wider, die anwendungsspezifischer wird. Die Maximierung der Leistung in einem bestimmten Anwendungsbereich nimmt zu. Diesem Trend folgt auch die Beschichtungstechnik.

Moderne PVD-Anlagen decken breites Schichtspektrum ab

Heutige PVD-Anlagen decken ein viel breiteres Schichtspektrum ab als noch vor wenigen Jahren. So ermöglicht die Anlage Innova das Abscheiden von Hochleistungsnitrid- und harten Metalloxidschichten in hoher reproduzierbarer Qualität. Außerdem kann die Anlage mit der P3eTM-Beschichtungstechnik ausgestattet werden, die laut Oerlikon Balzers „einen Durchbruch in der Werkzeugbeschichtung“ verspricht: Diese PVD-Verfahrensvariante lasse harte Metaloxidschichten bei Temperaturen deutlich unter einer Temperatur von 600 °C abscheiden.

Josef-Martin Kraus | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/oberflaechentechnik/beschichten/articles/91032/

Weitere Berichte zu: Hartbearbeitung PVD-Anlagen Schicht Temperatur Werkzeugbeschichtung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Modulares Fertigungssystem für Kettenräder
15.03.2017 | EMAG GmbH & Co. KG

nachricht Nimm zwei: Metallische Oberflächen effizient mit dem Laser strukturieren
15.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise