Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Robotergestütztes Sprühverfahren flexibilisiert das Auftragen von Polyurethanschichten

28.06.2007
Ein deutlichen Beitrag zur Geräuschreduzierung im Innenraum von Kraftfahrzeugen Schwerschichten aus Polyurethan (PUR) auf der Unterseite vorgeformter KFZ-Tepichelemente.
Für den direkten Schichtauftrag hat Krauss-Maffei ein robotergestütztes Verfahren entwickelt. Es wird auf der K 2007 (Halle 15, Stand A23/B24/C24) vorgestellt.

Dieses robotergestützte Sprühverfahren bietet laut Krauss-Maffei hohe Flexibilität trotz völliger automatisierter Abläufe. Der Roboter bewegt den Mischkopf, der das PUR-Gemisch auf den vorgeformten, dreidimensionalen Teppich sprüht. Für den gleichmäßigen Sprühstrahl ist eine spezielle Flachstrahldüse verantwortlich. Sie minimiere auch den Overspray.

Eine optimale Schalldämmung im KFZ-Innenraum erfordert das Beschichten partieller Teppichbereiche. Das geschieht in Folge mehrerer Teilschüsse. Eine einfache Änderung der Roboterbewegung ermöglicht, die Schichtdicke partiell zu ändern und Teppichelemente mit unterschiedlichen Geometrien schalldämmend auszustatten.

Ein zusätzlicher Vorteil des Sprühens wird im geringen Aufwand für die Werkzeugtechnik gesehen. Die Düse wird erst am Ende des Zyklus gereinigt.

Zum Festlegen und Optimieren der Bahnkurven wurde eine besondere Vorrichtung am Sprühkopf installiert. Ziel ist es, die Programmierung des Roboters zu vereinfachen. Zwei Laserstrahlen simulieren die Grenzen des Sprühkegels und ermöglichen auf diese Weise einen „trockenen“ Sprühtest. So kann ohne Materialverlust überprüft werden, ob die richtige Anlageneinstellung für ein neues Bauteil gewählt worden ist.

Zur Reinigung positioniert der Roboter den Mischkopf so, dass die Düse in einen Reinigungsmittelbehälter ragt. Die Düse wird zunächst mit Luft ausgeblasen, dann mit Reinigungsmittel gespült und anschließend mit Luft trocken geblasen. Feststoffe werden in einem geschlossenen System vom Reinigungsmittel getrennt. Dieses Konzept ist laut Krauss-Maffei besonders sauber, weil das Reinigungsmittel in einem geschlossenen Kreislauf geführt wird und nicht in die Umgebung entweicht.

Die Dichte der nur wenige Millimeter dicken Polyurethanschicht wird durch einen hohen Anteil an Bariumsulfat auf über 2 g/cm3 eingestellt. Dies hochgefüllte System lässt sich schwer vermischen. Um das abrasive Gemisch verarbeiten zu können, sind Dosieranlage und Mischkopf verschleißfest ausgelegt. Bei einem Düsenwechsel bleibt das Auftragsbild unverändert, heißt es.

Die abrasiven Eigenschaften des Füllstoffs Bariumsulfat stellt die Gesamtanlage vor besondere Herausforderungen, weil nicht mit einer Pumpe gefördert werden kann. Daher kommt ein von Krauss-Maffei entwickelte Tandem-Hybridsystem zur Anwendung: Zwei Kolben, die sich antizyklisch bewegen, erzeugen einen kontinuierlichen Förderstrom.

Die Steuerung stellt – so der Maschinenbauer – dabei sicher, dass der Schichtwerkstoff auch an den Umkehrpunkten der Kolben gleichmäßig dosiert wird. Dies führe zu einem konstanten Mischungsverhältnis von Polyol und Isocyanat im Mischkopf und damit zu einer gleich bleibend hohen Produktqualität.

Josef-Martin Kraus | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Nutzfahrzeuge: Neuer Professor entwickelt effizientere und leichtere Bauteile mit 3D-Metall-Drucker
03.05.2018 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Die Zukunft des Fliegens auf dem Prüfstand
25.04.2018 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskopie der Zukunft

22.05.2018 | Medizintechnik

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics