Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zwei neue DFG-Forschergruppen an der Uni Stuttgart: Automatisierte Maschinenwartung und Positionierung einzelner Nanostrukturen

31.01.2006


Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat in der Sitzung des Hauptausschusses vor wenigen Tagen bundesweit 19 neue Forschergruppen mit einem Gesamtfördervolumen von 30,6 Millionen Euro installiert. Bei den aus einem breiten Spektrum an Wissenschaftsdisziplinen ausgewählten Vorhaben waren auch zwei interdisziplinäre Forschergruppen der Universität Stuttgart erfolgreich. Im Mittelpunkt der bewilligten Projekte stehen die Positionierung von Quantenpunkten und Molekülen sowie automatisierte, kostensparende Verfahren für die gezielte Wartung von Maschinen. Damit sind an der Universität Stuttgart nun insgesamt fünf DFG-Forschergruppen angesiedelt.

Gruppe 1: Gezielte vorbeugende Wartung durch automatisierte Zustandbeobachtung

Um Verschleißerscheinungen an Maschinen frühzeitig zu erkennen, ist es bisher nötig, die Aggregate regelmäßig zu warten. Oft sind Teile dieser Wartungsarbeiten jedoch unnötig und verursachen vermeidbare Kosten. Um Wartungen künftig gezielter und flexibler durchführen zu können und Produktivitätsreserven zu aktivieren, untersucht eine Gruppe von vier Professoren mit ihrem Sprecher Prof. Uwe Heisel, Leiter des Instituts für Werkzeugmaschinen (IfW) der Uni Stuttgart, Verfahren zur gezielten vorbeugenden Wartung durch automatisierte Zustandsbeobachtung. Ziel ist es, aus den in der numerischen Steuerung von Werkzeugmaschinen und den in der Mechatronik der Antriebe verfügbaren Signale und Informationen den jeweiligen Zustand einer Maschine im laufenden Produktionsprozess ständig so präzise und aktuell interpretieren zu können, dass keinerlei unnötige Wartungsmaßnahmen und Produktionsunterbrechungen für Service-Einsätze mehr erforderlich sind. Gleichzeitig sollen sich anbahnende Verschleißerscheinungen oder Schädigungen rechtzeitig vor einem Ausfall der Maschine erkannt werden können.

Die Teilprojekte haben ehrgeizige Ziele und sind eng miteinander verwoben: Das Team unter der Leitung von Prof. Heisel im IfW wird die Erscheinungsformen von Verschleiß und Schädigung und damit verbundene Signalgewinnung experimentell analysieren und daraus auch konstruktive Optimierungen ableiten. Im Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen (ISW) haben sich die Wissenschaftler unter der Leitung von Prof. Alexander Verl das Thema der antriebsnahen Prozess- und Maschinendiagnose und unter der Leitung von Prof. Peter Klemm die steuerungsbasierte Maschinendiagnose vorgenommen. Im Institut für Maschinenelemente (IMA) wird der Leiter des Bereichs Antriebstechnik, Prof. Bernd Bertsche, mit seinen Mitarbeitern das Thema einer flexibel angepassten, den jeweiligen Erfordernissen gerecht werdenden Instandhaltungsplanung anpacken.

Weitere Informationen bei Prof. Uwe Heisel, Institut für Werkzeugmaschinen, Tel. 0711/121 3861, e-mail: heisel@ifw.uni-stuttgart.de

Gruppe 2: Positionierung von einzelnen Nanostrukturen - Einzelquantenbauelemente

Die zweite Stuttgarter Forschergruppe wird sich mit der gezielten Positionierung von einzelnen Nanostrukturen in komplexen Bauelementen und der Erforschung ihrer physikalischen Eigenschaften beschäftigen. Die beteiligten Forscher kommen aus dem Physikalischen Institut und dem Institut für Halbleitertechnik der Universität Stuttgart sowie dem Max-Planck-Institut für Festkörperforschung. Gruppensprecher ist Prof. Peter Michler vom 5. Physikalischen Institut der Uni Stuttgart.

Die einzigartige Erfolgsgeschichte der Halbleiterphysik und ihrer Technologie beruht auf der Möglichkeit, einzelne, mikro- und nanometergroße funktionelle Einheiten auf einem einzelnen Chip zu integrieren. Die spannende Physik und das Anwendungspotential von einzelnen Nanostrukturen, beispielsweise für Einzelphotonen- und Einzelelektronenbauelemente, stehen momentan im Fokus sehr vieler Forscher. Die Möglichkeiten der Positionierung von einzelnen Quantenpunkten und Molekülen sind jedoch bisher sehr eingeschränkt. Daher ist ihre Anbindung an eine äußere Peripherie nur sehr unzureichend realisierbar. Von den Untersuchungen der Forschergruppe werden Erkenntnisse erwartet, die es ermöglichen, die Nanostrukturen zu positionieren und damit wichtige Quanteneffekte wie zum Beispiel die Modifikation der spontanen Emission in einem Festkörperresonator im Detail studieren zu können. Gleichzeitig können damit ihre einzigartigen Eigenschaften für Anwendungen, so zum Beispiel Einzelphotonenquellen, Feldeffekttransistoren und Quantengatter, nutzbar gemacht werden.

Weitere Informationen bei Prof. Peter Michler, 5. Physikalisches Institut, Tel. 0711/685 4660, e-mail: p.michler@physik.uni-stuttgart.de

Ursula Zitzler | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-stuttgart.de/

Weitere Berichte zu: Nanostruktur Wartung Werkzeugmaschine

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Ifremer entwickelt autonomes Unterwasserfahrzeug zur Untersuchung der Tiefsee
24.02.2017 | Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland

nachricht Baukasten-System für die Linienfertigung: Die VL-Baureihe von EMAG
21.02.2017 | EMAG GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie