Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Durch die Verwendung von Standards Produktdatenbanken optimal nutzen

17.04.2008
Standardisierte Produktdatenbanken im Internet bieten sowohl aus Vertriebs- als auch aus Einkaufssicht beachtlichen Mehrwert für das Unternehmen. Doch der Aufwand für die Datenbereitstellung und Nutzung der gewonnen Informationen kann groß werden. Durch die Nutzung von Standards kann der Aufwand jedoch erheblich reduziert werden.

Die Zielsetzung von Produktdatenbanken (oft auch Produktportale genannt) ist es, eine große Anzahl von Anbietern mit möglichst vielen Nutzern zusammenzuführen. Anders als bei elektronischen Marktplätzen unterstützen Produktdatenbanken dabei nur die Prozessschritte Produktsuche und Produktanfrage.

Die Prozesse Bestellung und Verkaufsabwicklung werden hingegen den Unternehmen selbst überlassen, da Preise und Lieferbedingungen meist individuell verhandelt werden und in der Regel keine Daten zu aktuellen Verfügbarkeiten vorhanden sind.

Produktdatenbanken können nach offenen und geschlossenen Systemen unterschieden werden. Eine weitere Differenzierung geschieht häufig nach der fachlichen Ausrichtung und der Regionalität.

Generell stellen Produktdatenbanken Nutzern verschiedene Suchmöglichkeiten zur Verfügung, um das Gesuchte mehr oder weniger schnell zu finden. Über eine Unternehmenssuche werden Informationen zum Unternehmen sowie zu den Produkten und Produktbereichen angezeigt. Aus Sicht der Produkte ist weiterhin die Verwendung einer intelligenten, branchenspezifischen Produktstruktur unerlässlich.

Finden statt Suchen und Standards als Basis nutzen

Eine weitere Suchmöglichkeit ist die Volltextsuche. Diese sollte in Hinsicht auf das Ergebnis jedoch nicht zu exakt, aber auch nicht zu ungenau sein.

Gerade im technischen Bereich ist auch eine parametrische Suche sinnvoll. Hier können Produkte anhand ihrer technischen Eigenschaften gefiltert werden. Die Bereitstellung eines merkmalsbasierten Produktvergleichs rundet die Menge der Suchmöglichkeiten ab.

Diese sollte anbieterübergreifend sein. Die parametrische Suche und der Produktvergleich zeigen, dass eine detaillierte, merkmalsbasierte Bereitstellung von Produktdaten für Produktdatenbanken unerlässlich ist.

Dem Nutzer helfen bei der Produktauswahl aber auch weitere Zusatzinformationen wie Bilder, Datenblätter, CAD-Modelle und (direkte) Verweise auf den Onlinekatalog. Dabei gilt: Produkte mit mehr Informationen werden auch häufiger ausgewählt.

Produktdatenbanken für Anbieter mit Aufwand verbunden

Aus Sicht des Anbieters ist die Datenbereitstellung für eine Produktdatenbank mit einem nicht unerheblichen Aufwand verbunden. Durch die Verwendung von Standards können diese jedoch minimiert werden, zumal einmal aufbereitete Daten für verschiedene Kunden, Großhändler und Produktdatenbanken verwendet werden können.

Das Katalogaustauschformat ist das Transportmedium für die Daten. Hier hat das XML-basierte Format BME-Cat die früher häufig verwendete Excel-Tabelle als Standard abgelöst. BME-Cat ermöglicht eine Übergabe der Daten auch für umfangreiche merkmalsbasierte Beschreibungen bei verschiedenen Produktgruppen.

Ergänzend dazu definiert der Klassifikationsstandard eine einheitliche Produktstruktur und ermöglicht so die Klassifizierung der Produkte. Einige Standards, wie beispielsweise E-Class, ETIM oder Proficlass, bieten standardisierte Sachmerkmalleisten inklusive Wertelisten, mit denen ähnliche Produkte in gleicher Form beschrieben werden können.

In der Kombination beider Standards steht ein mächtiges und wiederverwendbares Werkzeug zur Bereitstellung von Produktdaten zur Verfügung. Im Bereich des Maschinen- und Anlagenbaus hat sich der Klassifikationsstandard E-Class durchgesetzt und bietet eine immer größer werdende Durchdringung auf dem deutschen Markt.

Produktdatenbanken in Entwicklung und Einkauf

Klassifikationsstandards stellen nur eine Sichtweise auf die Produktstruktur einer Branche dar. Je nach Einsatz ist jedoch ein individualisierter Einstieg, also eine eigene Sichtweise auf die verwendete Struktur notwendig. Dieses können fach-, kunden- oder auch publikationsspezifische Sichtweisen sein.

In einer Produktdatenbank findet sich der Nutzer durch eine fachspezifische Sicht auf die Produktstruktur besser zurecht. Der Anbieter hingegen kann die Vorteile von Standards bei der Datenbereitstellung nutzen, seine Produkte werden jedoch individuell in die jeweilige Struktur integriert.

Individualisierte Klassifikationsstandards sind mittlerweile ein wichtiges Thema auch in der unternehmensinternen und -externen Kommunikation und bieten einen hohen Mehrwert bei verträglichem Aufwand.

In vielen Unternehmen wählt die Entwicklung die Produkte aus, die Bestellung wird jedoch durch den Einkauf ausgelöst. Dabei verwenden beide Abteilungen häufig unterschiedliche Datenquellen. Durch die Verwendung einer gemeinsam genutzten Produktdatenbank kann hier eine Prozessverbesserung erreicht werden.

Produktdatenbank stellt bessere Datenbasis im Unternehmen bereit

Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass die Datenbasis im Unternehmen nicht kontinuierlich aktualisiert werden muss. Diese Aufgabe übernimmt der Betreiber der Produktdatenbank. Bietet diese dann noch den Export der ausgewählten Produkte im BME-Cat-Format und beispielsweise nach E-Class klassifiziert an, so können die Daten vielfach (zumindest bei größeren Unternehmen) für den nachfolgenden Beschaffungsprozess genutzt werden.

Produktdatenbanken bieten sowohl aus Einkaufs- als auch Vertriebssicht verschiedene Mehrwerte. Jedes Unternehmen kann von diesen vielfältigen Möglichkeiten profitieren.

Ein gutes Beispiel ist die offene, fachspezifische und überregionale Produktdatenbank von MM-Maschinenmarkt. Diese bietet neben einer sehr umfangreichen Funktionsvielfalt auch die direkte Integration in das redaktionelle Umfeld.

Dipl.-Ing. Frank Scherenschlich ist Geschäftsführer der Class.Ing Ingenieur-Partnerschaft für Mediendatenmanagement Scherenschlich & Rukavina in 33178 Borchen.

Frank Scherenschlich | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/digitalefabrik/cadcam/articles/118250/

Weitere Berichte zu: Produktdaten Produktdatenbank

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht rollFEED® Turning auf EMAG Maschinen: Tempomacher für die Drehbearbeitung
17.10.2017 | EMAG GmbH & Co. KG

nachricht Schuler-MSC2000-Dual-Servopresse am Fraunhofer IPT für Werkzeugtests und Entwicklungsprojekte
17.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Aufräumen? Nicht ohne Helfer

19.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Biotinte für den Druck gewebeähnlicher Strukturen

19.10.2017 | Materialwissenschaften

Forscher studieren molekulare Konversion auf einer Zeitskala von wenigen Femtosekunden

19.10.2017 | Physik Astronomie