Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Welche Konsequenzen hat die biobasierte Wirtschaft?

05.10.2016

Die Weltbevölkerung wächst, Rohstoffe und Energiequellen werden knapper und das Klima wandelt sich. Antworten auf diese Herausforderungen soll die Bioökonomie geben. Dabei geht es um Wirtschaftsformen, die vor allem auf biologische Ressourcen wie Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen zurückgreifen. Welche Auswirkungen ein solcher Verzicht auf fossile Quellen hat, untersucht ein Projekt unter Federführung des Zentrums für Entwicklungsforschung der Universität Bonn. Das Bundesforschungsministerium fördert es mit 2,9 Millionen Euro.

Die Bioökonomie soll eine Brücke zwischen Technologie, Ökologie und effizienter Wirtschaft schlagen. „Deutschland und andere Länder haben in den vergangenen Jahren erheblich in die Bioökonomie investiert“, berichtet Juniorprof. Dr. Jan Börner vom Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn.


Sojaverschiffungshafen in Santarém (Brasilien): Soja dient als Viehfutter und Lebensmittel. Aus der Bohne lassen sich jedoch auch Biodiesel und chemische Grundstoffe herstellen.

© Foto: Nathalia Nascimento

Zu den zukünftigen Produkten gehören zum Beispiel auf Algen basierender Treibstoff oder chemische Grundstoffe aus Pflanzen, deren Gewinnung und Anwendung Wissenschaftler entwickeln. „Die Produktion von Pflanzen für neue bioökonomische Zwecke kann jedoch mit dem herkömmlichen Futter- und Nahrungspflanzenanbau konkurrieren, und neue Nachfragemuster wirken sich auf globale Handelsströme aus“, sagt Prof. Börner.

Das Bundesforschungsministerium (BMBF) fördert nun mit insgesamt 2,9 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren ein Projekt, in dem die Folgen der Bioökonomie untersucht werden sollen. Ein Beispiel ist Soja in Südamerika. „Es geht hierbei um die Frage, wie man Soja mit möglichst geringen Auswirkungen für die Umwelt und möglichst positiven Effekten für eine nachhaltige Entwicklung anbauen und konsumieren kann“, erläutert Prof. Börner, der das BMBF-Projekt leitet.

Wie lassen sich die Ernteverluste gering halten? Wie können das aus Soja gewonnene Öl, der Sojakuchen und die Ernterückstände optimal genutzt werden? Welchen Einfluss haben Regierungen, Handel und Verbraucher auf die Produktion? Solche Fragen sollen in dem Projekt beantwortet werden.

Interdisziplinäres Team führt Fallstudien durch

Anhand von Fallstudien in Südamerika, Afrika, Asien, Europa und Nordamerika will ein interdisziplinäres Team aus Agrarökonomen, Politikwissenschaftlern, Geographen und Biologen Folgeabschätzungen und Wirkungsevaluierungen durchführen. Neben dem Zentrum für Entwicklungsforschung sind auch das Institut für Lebensmittel- und Ressourcenökonomik der Universität Bonn, die Universität Münster und das Stockholm Environment Institute (SEI) beteiligt. Ein wichtiger Partner ist das Bioeconomy Science Center (BioSC) in NRW, in dem die Universität Bonn Mitglied ist.

Kontakt für die Medien:

Juniorprof. Dr. Jan Börner
Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF)
Universität Bonn
Tel. 0228/731873
E-Mail: jborner@uni-bonn.de

Johannes Seiler | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de

Weitere Berichte zu: Bioökonomie Entwicklungsforschung Wirtschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Verbundprojekt erforscht die neurodegenerative Erkrankung Morbus Alzheimer
12.09.2017 | Universitätsklinikum Würzburg

nachricht Damit sich Mensch und Maschine besser verstehen
04.09.2017 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik