Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Unterirdischen Raum intelligent nutzen: Ruhr-Universität gründet siebtes Research Department

27.08.2014

Energieknappheit, Stau, Klimagase: Die Lösung liegt unter der Erde

Tief unter unseren Kellern schlummern ungeahnte Möglichkeiten: Die Energie der Erdwärme, staufreie Wege für den Warentransport und Speicherkapazitäten für Klimagase und Schadstoffe sind nur einige Beispiele.


RUB-Rektor Prof. Dr. Elmar Weiler (links) und Prof. Dr. Günther Meschke, Sprecher des neuen Research Departments "Subsurface Modeling and Engineering"

RUB, Foto: Nelle

Dieses Potenzial intelligent zu nutzen ist Ziel des jetzt gegründeten Research Departments “Subsurface Modeling and Engineering” der Ruhr-Universität (Sprecher: Prof. Dr. Günther Meschke, Lehrstuhl für Statik und Dynamik). Darin vernetzen sich Experten der Computersimulation und der experimentell orientierten Forschung über Fakultätsgrenzen hinweg.

Research Departments sind interdisziplinäre, international sichtbare Exzellenznetze und als Profilschwerpunkte der Ruhr-Universität ein Hauptelement des Zukunftskonzeptes „Research Campus RUB“.

Lösungen für drängende Probleme

„Die intelligente Nutzung des unterirdischen Raums ist ein Schlüsselfaktor zur Lösung einer Reihe drängender technischer und gesellschaftlicher Herausforderungen“, erklärt Prof. Meschke. Als Antwort auf die drohende Energieknappheit wollen die Forscher zum Beispiel mit Hilfe von numerischen Modellen, Laborversuchen und konkreten Tiefbohrungen Konzepte für eine umweltschonendere Nutzung der Erdwärme entwickeln um die Effizienz und die gesellschaftliche Akzeptanz dieser Energieressource zu verbessern. Um Verkehrschaos und Umweltprobleme in Ballungsräumen zu mildern, forschen sie an zuverlässigen Prognosemodellen, die den Tunnelbau sicherer, effizienter und wirtschaftlicher machen sollen. Zuverlässige Simulationsmodelle sind ebenfalls dringend erforderlich, um CO2 und andere Schadstoffe umweltschonend über lange Zeiträume im Untergrund zu speichern und damit für die Atmosphäre unschädlich zu machen.

Exzellente Zusammenarbeit weiterführen

Das neue Research Department “Subsurface Modeling and Engineering” ist eine Plattform, auf der leistungsfähige, skalenübergreifende numerische Simulationsmodelle in Verbindung mit experimentellen Methoden entwickelt werden. „Diese Fragestellungen erfordern eine starke Vernetzung unterschiedlicher Forschungsdisziplinen aus den Bereichen Computersimulation, des Bauingenieurwesens, der Geowissenschaften, des Maschinenbaus, der Informatik und der Mathematik“, so Prof. Meschke. Die Forscher der Ruhr-Universität setzen im Research Department ihre langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit fort, deren Exzellenz zum Beispiel durch den DFG-Sonderforschungsbereich „Interaktionsmodelle für den maschinellen Tunnelbau“, zwei DFG-Forschergruppen sowie ein Graduiertenkolleg und ein Verbundforschungsprojekt zum Thema Geothermieforschung nachgewiesen ist.

Mit im Blick: Lehre und Forschernachwuchs

Das Research Department bildet dabei nicht nur ein inhaltliches Bindeglied zwischen den verschiedenen Bereichen, sondern auch das organisatorische Fundament für die Entwicklung von gemeinsamen Forschungseinrichtungen (Shared Labs) sowie gemeinsame Verbundforschungsprojekte. Außerdem sind interdisziplinäre Lehrangebote geplant, mit denen sich Studierende gleichermaßen für eine wissenschaftliche oder für eine praxisnahe Karriere qualifizieren können. Das Research Department soll zudem exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler gewinnen, um die gesamte Bandbreite der vielfältigen und komplexen Fragestellungen abzudecken. So wollen die Forscher den Bereich des unterirdischen Bauens und der Computersimulation im unterirdischen Bauen im Besonderen als einen der Kernbereiche exzellenter Forschung an der RUB weiter ausbauen.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Günther Meschke, Lehrstuhl für Statik und Dynamik, Fakultät für Bau- und Umweltingenieurwesen der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-29051, E-Mail: guenther.meschke@rub.de

http://www.rd.ruhr-uni-bochum.de/sme/index.html

Meike Drießen | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Placebo-Effekt hilft nach Herzoperationen
11.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

nachricht Innovation: Optische Technologien verändern die Welt
01.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mikro-U-Boote für den Magen

24.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Echoortung - Lernen, den Raum zu hören

24.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

RWI/ISL-Containerumschlag-Index beendet das Jahr 2016 mit Rekordwert

24.01.2017 | Wirtschaft Finanzen