Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Intelligenter" Anker hat Muschel als Vorbild

26.11.2008
Effizienter Grabmechanismus verspricht starke Verankerung

Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) arbeiten an einem robotischen Ankersystem, das nach dem biologischen Vorbild einer Scheidenmuschel konzipiert ist.

"Unser ursprüngliches Ziel war es, einen leichtgewichtigen Anker zu entwickeln, der gesetzt und dann einfach wieder gelichtet werden kann - etwas, das mit konventionellen Geräten nicht möglich ist", erklärt Anette Hosoi, außerordenliche Professorin für Maschinenbau am MIT. Die einfache Muschel wurde aufgrund ihrer leistungsstarken Grabmethode als Vorbild für den "intelligenten" Anker "RoboClam" gewählt. Das verspricht die Möglichkeit, den Anker auf dem Meeresboden beliebig neu zu positionieren. Außerdem soll er leicht wieder eingeholt werden können.

Leistungsfähige, leichtgewichtige Roboter-Anker sind nach Ansicht der Wissenschaftler beispielsweise dafür geeignet, kleine robotische U-Boote am Meeresboden zu verankern, die regelmäßig neu positioniert werden müssen, um Umweltbedingungen wie Strömungsgeschwindigkeiten und Wassertemperatur zu messen. Weiters wäre ein Gerät, das sich in den Meeresboden graben und dabei in eine bestimmte Richtung gelenkt werden kann, als Detonator für vergrabene Unterwasserminen geeignet. Die Basis für solche Systeme soll die etwa feuerzeuggroße RoboClam bilden, die in Zusammenarbeit mit Ingeneuren des Unternehmens Bluefin Robotics, einem Anbieter von autonomen Unterwasserfahrzeugen, entwickelt wird. Die Leistungsfähigkeit des Roboter-Ankers, der mithilfe eines großen Apparats aus Druckreglern, Kolben und weiteren Elementen gesteuert wird, wollen die Forscher nun austesten.

Die RoboClam soll an ihr natürliches Vorbild heranreichen, die Amerikanische Scheidenmuschel (Ensis directus). Sie wird von den Forschern als "Ferrarri der Unterwasser-Gräber" bezeichnet. Die rund 20 Zentimeter langen Tiere können sich dabei rund einen Zentimeter pro Sekunde bewegen, so Projektmitarbeiter Amos Winter. Außerdem können sie Tiefen von 70 Zentimetern erreichen, was sie ebenfalls zu guten Vorbildern für Anker mache. Das liegt nicht zuletzt am Verhältnis der Ankerkraft, mit der die Tiere einem Losreißen widerstehen, zur für das Verankern aufgewendeten Energie. "Scheidenmuscheln schlagen alles, inklusive den besten Ankern, um mindestens den Faktor zehn", sagt Winter. Dafür ist offenbar der spezielle Grabmechanismus der Tiere verantwortlich. Durch schnelles Auf- und Abbewegen ihres Fußes und Öffnen und Schließen der Schale machen Scheidenmuscheln den Sand in ihrer Umgebung zu einer Art Treibsand. Dadurch sinkt der Widerstand des Mediums, wodurch sich die Tiere deutlich leichter bewegen können, so die Beobachtung der Forscher.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.mit.edu
http://www.bluefinrobotics.com

Weitere Berichte zu: Anker Grabmechanismus Meeresboden Muschel RoboClam Roboter-Anker Scheidenmuschel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Bergamoten – Verlockung und Verhängnis für Tabakschwärmer
21.04.2017 | Max-Planck-Institut für chemische Ökologie

nachricht Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt
19.04.2017 | Forschungszentrum Jülich GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten