Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Humor: Software versteht schmutzige Witze

04.05.2011
"DEviaNT"-System erkennt Zweideutigkeiten und Humorpotenzial

Computer verfügen heute über ein sehr breit gefächertes Spektrum an Features und Funktionen, ein ausgeprägter Sinn für Humor gehört aber sicher nicht dazu. Dies könnte sich jedoch schon bald ändern: Computerwissenschafter der University of Washington haben das erste Softwareprogramm entwickelt, das es versteht, aus Wörtern und Sätzen eine bestimmte Art von Zweideutigkeit herauszulesen, die für das Erzählen von vordergründig schmutzigen Witzen mit sexuellem Anstrich erforderlich ist.

"Wir haben es hier mit einem sehr schwierigen natürlichen Problem der sprachlichen Verständigung zu tun", erklären Chloé Kiddon und Yuriy Brun, Graduate-Studenten der Fakultät für Computer Science & Engineering an der University of Washington gegenüber dem New Scientist. Wenn es darum geht, einem Softwareprogramm beizubringen, was lustig ist und was nicht, würden vor allem Zweideutigkeiten ein Problem darstellen. Diese müssten automatisch erkannt und auf ihren potenziell humorvollen Gehalt hin analysiert werden, fassen die beiden Computerwissenschafter den technischen Aspekt und die zentrale Herausforderung ihrer Arbeit zusammen.

"Sexiness-Wert" und Fun-Faktor

Um ihr Ziel zu erreichen, mussten sich die findigen Programmierer zunächst ausgiebig mit der Analyse von Texten beschäftigen. Für diese Zwecke wurden insgesamt 1,5 Mio. Sätze mit erotischen Inhalten und rund 57.000 Zitate aus Standard-Literaturwerken gesichtet und ausgewertet. Dabei wurde jedem einzelnen der darin enthaltenen Hauptwörter, Adjektive und Verben ein bestimmter "Sexiness-Wert" zugeordnet, der Aufschluss über deren humoristisches Potenzial bei einer zweideutigen Verwendung gibt. Beispielsweise wurden die Wörter "Stange" oder "heiß" mit einem sehr hohen Wert eingestuft.

Das entwickelte System, das Kiddon und Brun "Double Entendre via Noun Transfer" - kurz "DEviaNT" - getauft haben, sollte anschließend selbst dazu in der Lage sein, beliebige Sätze entsprechend ihres möglichen Fun-Faktors zu erkennen und zu werten. Dabei erzielte die Software sehr erfolgreiche Ergebnisse: Den Forschern zufolge konnte das tatsächliche Humorpotenzials in rund 70 Prozent der getesteten Fälle korrekt eingeschätzt werden. "Hätten wir gleichmäßigere Datensätze zur Verfügung gehabt, hätten wir auch 99,5 Prozent erreichen können", sind die Computerwissenschafter überzeugt.

Weiterentwicklung bereits gesichert

Ob die derzeit noch in der Entwicklung befindliche Technologie jemals als eigenständiges Produkt oder als Teil einer übergeordneten Softwarelösung zur Texterkennung in den Handel kommen wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Kiddon und Brun haben zumindest bereits angekündigt, ihr System weiterentwickeln zu wollen: "Diese Technik kann generalisiert werden, um verschiedene Formen von Zweideutigkeiten und Humor zu erkennen."

Markus Steiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.washington.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Speiseröhrenkrebs einfacher erkennen
06.03.2017 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

nachricht Neues Labor für die Aufbautechnik von ultradünnen Mikrosystemen
21.02.2017 | Hahn-Schickard

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen