Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Funktionen des Alzheimer-Schlüsselproteins APP

04.11.2013
Zweite Förderperiode: DFG fördert Forschergruppe unter Federführung der Heidelberger Wissenschaftlerin Prof. Dr. Ulrike Müller

Die interdisziplinäre Transregio-Forschergruppe „Physiologische Funktionen der APP-Genfamilie im zentralen Nervensystem“ wird ihre Arbeit für weitere drei Jahre fortsetzen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat eine zweite Förderperiode mit Mitteln in Höhe von insgesamt rund 1,8 Millionen Euro bewilligt.

Die 2010 eingerichtete Forschergruppe wird von Prof. Dr. Ulrike Müller vom Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie der Universität Heidelberg koordiniert. Neben Heidelberger Forschern sind daran Wissenschaftler aus Braunschweig, Frankfurt, Kaiserslautern und Mainz beteiligt.

Sie untersuchen das Protein APP, das eine Schlüsselrolle bei der Entstehung der Alzheimer-Demenz spielt, und gehen in diesem Zusammenhang der Frage nach, welche Bedeutung APP für die Kommunikation von Nervenzellen im Gehirn gesunder Menschen besitzt. Dabei geht es insbesondere um den Einfluss dieses Proteins für Lernprozesse und Gedächtnisleistung, sowie um ein besseres Verständnis der APP-Funktionen, um neue Alzheimer-Therapieansätze entwickeln zu können.

Alzheimer wird ausgelöst durch Ablagerungen unlöslicher Eiweißbestandteile im Gehirn, die in der Umgebung von Nervenzellen „Plaques“ bilden. Hauptbestandteil ist das sogenannte β-Amyloid-Peptid, das die Nervenzellen schädigt, bis sie absterben. Dieses kleine Eiweißmolekül entsteht durch enzymatische Spaltung aus seinem wesentlich größeren Vorläufer, dem Amyloid-Prekursor-Protein (APP). Wie Prof. Müller erläutert, sind die normalen zellbiologischen und physiologischen Funktionen von APP und seinen Spaltprodukten bisher weitgehend unbekannt.

Dabei wird APP in fast allen Zellen des Gehirns produziert, vor allem in Regionen, die für die Gedächtnisbildung wichtig sind. Ziel des Forschungsverbundes ist es, mit einem interdisziplinären Ansatz die physiologischen Funktionen von APP von der molekularen Ebene bis hin zu seiner Rolle im intakten Nervensystem zu verstehen. Außerdem untersuchen die Wissenschaftler, welche Rolle APP und verwandte Proteine bei der Verhinderung der Schädigung von Nervenzellen oder deren Regeneration spielen.

Die Forschergruppe „Physiologische Funktionen der APP-Genfamilie im zentralen Nervensystem“ besteht aus fünf Wissenschaftlerteams der Universitäten Heidelberg, Frankfurt und Mainz sowie der Technischen Universitäten Kaiserslautern und Braunschweig. Die Heidelberger Projekte werden mit insgesamt rund 950.000 Euro gefördert.

An der Ruperto Carola wirken zwei Arbeitsgruppen aus den Biowissenschaften mit: Das Wissenschaftlerteam um Prof. Müller analysiert anhand genetisch veränderter Mausmodelle die Rolle der APP-Genfamilie im Zentralnervensystem. In einem gemeinsamen Projekt mit Dr. Andreas Vlachos und Prof. Dr. Thomas Deller von der Universität Frankfurt beschäftigt sich Prof. Müller mit der Rolle von APP für funktionelle Anpassungsprozesse zur Aufrechterhaltung neuronaler Regelkreise. Die Arbeitsgruppe von Dr. Klemens Wild untersucht am Biochemie-Zentrum der Universität Heidelberg mittels Röntgenstrukturanalyse die dreidimensionale Struktur von APP. An der Medizinischen Fakultät Heidelberg geht das Team von Prof. Dr. Andreas Draguhn der Frage nach, welche Funktion APP für die synaptische Kommunikation in neuronalen Netzen hat. Die Arbeiten sind am Institut für Physiologie und Pathophysiologie angesiedelt.

Informationen im Internet:
http://www.uni-heidelberg.de/app-function/index.html
Kontakt:
Prof. Dr. Ulrike Müller
Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie
Telefon (06221) 54-6717
u.mueller@urz.uni-hd.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-heidelberg.de/app-function/index.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Entzündungshemmende Birkeninhaltsstoffe nachhaltig nutzen
03.07.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Blick unter den Gletscher
12.06.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten