Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Blutgerinnung besser verstehen

24.08.2011
Jülicher Physiker sind an neuer DFG-Forschergruppe beteiligt

Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich sind an einer neuen Forschergruppe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur Blutgerinnung beteiligt.Gemeinsam mit Naturwissenschaftlern und Medizinern aus Deutschland und Österreich verfolgen die Physiker das langfristige Ziel, die Diagnostik und Therapie von Blutgerinnungsstörungen, Thrombosen und Schlaganfällen zu verbessern. Die DFG fördert das Projekt mit rund 2,5 Millionen Euro für die kommenden drei Jahre.

Ein Schlüsselprotein der Blutstillung steht im Zentrum des Interesses der neuen DFG-Forschergruppe "Shear Flow Regulation of Hemostasis - Bridging the Gap Between Nanomechanics and Clinical Presentation". Der sogenannte Von-Willebrand-Faktor (VWF) reguliert im menschlichen Körper das Gleichgewicht zwischen Blutgerinnung und Verblutung. Wenn dieses Gleichgewicht gestört ist, können Krankheiten entstehen, zum Beispiel Thrombosen.

Um Struktur und Funktion des Von-Willebrand-Faktors besser zu verstehen, kooperieren in der neuen Forschergruppe Mediziner mit experimentell und theoretisch arbeitenden Biophysikern, Nanowissenschaftlern und Physiologen. Wissenschaftler aus elf Einrichtungen beteiligen sich daran, die Regulationsprozesse im Detail aufzuklären. Die Forschergruppe kooperiert außerdem mit Wissenschaftlern in den USA sowie mit Partnern aus der Industrie. Langfristig soll davon die Diagnostik und Therapie von angeborenen Blutgerinnungsstörungen,akuten Thrombosen oder Schlaganfällen profitieren.

"Wir werden in Jülich mithilfe von Modellen und Computersimulationen untersuchen, wie sich das Protein und andere Blutbestandteile in der Blutströmung verhalten und miteinander wechselwirken", erklärt Prof. Gerhard Gompper, Direktor am Jülicher Institute of Complex Systems und Institute for Advanced Simulations. "Dass theoretische Forscher gemeinsam mit angewandten Wissenschaftlern und klinisch tätigen Ärzten forschen, ist außergewöhnlich.

Das bietet die große Chance, die Rolle des Von-Willebrand-Faktors bei der Blutgerinnung im Detail aufzuklären."

Institut Theorie der Weichen Materie und Biophysik:
http://www.fz-juelich.de/ics/ics-2/DE/Home/home_node.html
Pressemitteilung der Deutschen Forschungsgemeinschaft: http://www.dfg.de/service/presse/pressemitteilungen/2011/pressemitteilung_

nr_35/index.html

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Gerhard Gompper, Forschungszentrum Jülich, Theorie der Weichen Materie und Biophysik, Tel. 02461 61-4012, E-Mail: g.gompper@fz-juelich.de
Pressekontakt:
Angela Wenzik, Wissenschaftsjournalistin, Forschungszentrum Jülich, Tel. 02461 61-6048, E-Mail: a.wenzik@fz-juelich.de

Erhard Zeiss | Forschungszentrum Jülich
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Labor für die Aufbautechnik von ultradünnen Mikrosystemen
21.02.2017 | Hahn-Schickard

nachricht 36 Forschungsprojekte zu Big Data
21.02.2017 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften