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Wundgarn verknotet sich selbst

26.04.2002



Plastik mit "Formgedächtnis" für Einsatz in Schlüsselloch-Chirurgie

Forscher der Hochschule Aachen und des Massachusetts Insitute of Technology (MIT) haben ein Wundgarn entwickelt, das nahezu selbstständig eine Naht verschließt. Das Garn besteht aus einem starken, biologisch abbaubaren und in der Form flexiblen Plastik, das sich selbst zusammenzieht, bei Erwärmung auf 40 Grad Celsius innerhalb von 20 Sekunden verknotet und einen Operationsschnitt optimal verschließt. Über das Wundgarn berichtet das Forscherteam in der aktuellen Ausgabe des Wissenchaftsmagazins Science. Ein Video über das "denkende" Plastik befindet sich auf der MIT-Homepage.

Der Kunststoff verändert je nach Temperatur seine eingangs festgelegte äußere Gestalt, erklärte der MIT-Forscher Robert Langer. Das Plastik besitzt ein so genanntes "Formgedächtnis". Damit sich das Garn selbst zusammenzieht dehnten die Entwickler den Kunststoff zuvor auf das Dreifache seiner ursprünglichen Länge. Dieser "Trick" bietet vor allem in der Schlüsselloch-Chirurgie Vorteile. "Das Garn ist für das Nähen von kleinen Wunden, die während endoskopischer Operationen durchgeführt werden, ideal. Dabei werden medizinische Instrumente eingesetzt und über kleine Schnitte in der Haut manipuliert", erklärten die Forscher. Gerade in der Schlüsselloch-Chirurgie komme es auch auf die richtige Verknotung in der passenden Stärke an. Ist der Knoten zu fest, stirbt das Gewebe rundherum ab, ist er zu locker, heilt die Wunde nicht optimal, "Dadurch entsteht Narbengewebe, das schwächer und weniger beweglich ist", so Andreas Lendlein, Forscher an der Hochschule Aachen und geschäftsführender Gesellschaftler der mmemoScienceGmbH www.mnemoscience.de . Das Unternehmen wurde 1999 zur Vermarktung derartiger Entwicklungen gegründet.

Der Kunststoff ist gut körperverträglich und löst sich nach einer einiger Zeit rückstandslos auf. Die Entwicklung von Plastik mit "Formgedächntis" ist nicht neu. Forscher der Hokkaido University in Japan entwickelten das erste 1995.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.mit.edu
http://www.sciencemag.org
http://web.mit.edu/newsoffice/nr/2002/langer-suture.html

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