Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Reiche Ernte in 3000 Metern Höhe

21.08.2007
Studierende entwerfen Konzept zur Erhaltung peruanischer Terrassenlandschaften

Alle zwei Jahre stellt der World Monuments Fund in New York die World Monuments Watch List vor, die Liste der 100 am meisten bedrohten Stätten des Weltkulturerbes. Neben so prominenten Vertretern wie dem Inka-Mysterium Machu Picchu, den Buddhastatuen von Bamiyan in Afghanistan und der Medrese von Buchara an der Seidenstrasse wurde auf der Liste 2008 erstmals auch ein kleines Dorf in den peruanischen Anden aufgeführt: Laraos. Begründung für die Aufnahme war ein Erhaltungskonzept, das Berliner Studierende erstellt hatten.

Laraos liegt in über 3500 Metern Höhe in den Anden, nicht weit entfernt von der Hauptstadt Lima. Seine Terrassenlandschaft ist eine der größten zusammenhängenden Anlagen Perus. Erst durch diese geniale historische Konstruktionsweise - 2006 vom Nationalen Kulturinstitut zum archäologischen Bauerbe erklärt - wurde es möglich, die Steilhänge in den Anden zu kultivieren. Doch Lagerung, Transport und Marketing der Erträge sind heute nicht mehr gewinnbringend genug. Die Folge: Bauern verlassen ihre "Scholle", nehmen ihre Kenntnisse der Terrassenlandwirtschaft mit und lassen Arbeitskräftemangel, ungeklärte Besitzverhältnisse und erodierende Terrassenhänge zurück.

Ideen gemeinsam mit den Bewohnern entwickelt

... mehr zu:
»Kulturlandschaft »Peru

15 Studierende aus einem interdisziplinären Studienprojekt der TU Berlin besuchten, unterstützt vom Deutschen Akademischen Austauschdienst, der Gesellschaft von Freunden der TU Berlin e. V. und der deutschen Botschaft in Peru, nun die Region mit dem Ziel, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf dieses bedrohte Kleinod des andinen Ökosystems und die historischen Terrassenanlagen zu lenken und gemeinsam mit Bewohnern und Nutzern Ideen und Anregungen zu sammeln sowie Konzepte zu erstellen für den Erhalt dieser einzigartigen Kulturlandschaft. Dabei waren Studierende der Landschaftsplanung, des technischen Umweltschutzes, der Theaterwissenschaft, der Altamerikanistik, der Ethnologie, Geologie und der interdisziplinären Lateinamerikastudien.

Bereits 2004 hatte ein zweisemestriges Studienprojekt unter Leitung von Prof. Dr. Heiko Diestel vom TU-Institut für Landschaftsarchitektur- und Umweltplanung die besondere Kulturlandschaft der Anden zum Thema. Zwei Studierende dieses Projekts, Marco Otto (Landschaftsplanung, TU Berlin ) und Sabrina Apitz (Theaterwissenschaften, FU Berlin) bauten zusammen mit dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Thomas Nehls aus dem Fachgebiet Standortkunde und Bodenschutz auf den damals gewonnenen Daten die Weiterführung der Arbeit auf. Dieses nun erarbeitete Konzept, das auch in Zusammenarbeit mit Landwirtschaftsstudenten der Universidad Nacional Agraria de Peru in Lima erstellt wurde, diente als Grundlage für die erfolgreiche Bewerbung um die Nominierung für die "List of Most Endangered Monuments" beim World Monument Watch.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Dipl.-Geol. Thomas Nehls, Technische Universität Berlin, Institut für Ökologie, Fachgebiet Standortkunde und Bodenschutz, Tel.: 030 / 314- 73539, E-Mail: thomas.nehls@tu-berlin.de
Internet: www.laraos.info
www.wmf.org
www.soilprotection.de

Dr. Kristina R. Zerges | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de/medieninformationen/

Weitere Berichte zu: Kulturlandschaft Peru

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Entzündungshemmende Birkeninhaltsstoffe nachhaltig nutzen
03.07.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Blick unter den Gletscher
12.06.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie