Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Modellfall Weiße Elster

26.02.2002


Die Weiße Elster bei Franzmühle Elsterberg (Foto: Bürgerinitiative "Gegen Gewässerverbauung in Sachsen")


Das Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle, die Universität Leipzig und die Friedrich-Schiller-Universität Leipzig erhielten vom Bundesministerium für Bildung und Forschung den Zuschlag für die Förderung eines gemeinsamen Projektes, das sich im Allgemeinen mit einem Flusseinzugsgebietsmanagement und im Besonderen mit der Konfliktbewertung und Lösungsansätzen am Beispiel der Weißen Elster befasst. Der Förderumfang des Projektes beträgt 1,14 Millionen Euro; Ziel ist nichts Geringeres als die Verbesserung der Wasserqualität und des lebenswichtigen Grundwasserschutzes.


Prof. Dr. Martin Oldiges von der Universität Leipzig, dessen Lehrstuhl Öffentliches Recht, insbesondere Staats- und Verwaltungsrecht an dem Projekt maßgeblich beteiligt ist, unterstreicht: AWir hoffen ein Modell erarbeiten zu können, das die naturwissenschaftlich-ökologischen, ökonomischen und sozialwissenschaftlich-juristischen Zusammenhänge so umfassend und genau beschreibt, dass es auch in Bereichen außerhalb der Weißen Elster als ein Bündel von Entscheidungshilfen genutzt werden kann.

Ausgangspunkt für das Projekt ist die von Brüssel beschlossene und im Jahr 2000 in Kraft getretene Wasserrahmenrichtlinie, an die nun das Wasserschutz- und Wasserbewirtschaftsrecht anzupassen ist. Zu sprechen ist dabei von einem Paradigmenwechsel, erfolgt doch die Orientierung jetzt nicht mehr an Verwaltungsgrenzen wie Staats-, Landes- oder Kreisgrenzen, sondern an Flusseinzugsgebieten. Auf diese Weise sollen auf der Basis von neuartigen Bewirtschaftungsplänen effektivere Maßnahmen für das Erreichen einer guten Wasserqualität in einem Zeitraum von 15 bis 27 Jahren eingeleitet werden. Dazu wird auch gehören, die Kosten der Wassernutzung einschließlich der mittelbaren ökologischen Kosten realistisch auf die Wasserpreise umzuschlagen.


Ein solches Konzept einer integrativen Betrachtung und nachhaltigen Entwicklung hat erstens technisch-naturwissenschaftliche Aspekte wie den Zusammenhang zwischen Stoffeintrag, landwirtschaftlich und industriell verursachten Belastungen, Abflussverhalten und Gewässergüte zu untersuchen, zweitens ökonomische zu berücksichtigen und dabei in die Kosten-Nutzen-Analyse mehr Faktoren einzuschließen als bisher, und drittens sozialwissenschaftlich-juristische, die auf die Schaffung neuer institutioneller und organisatorischer Formen für ein erfolgreiches Flusseinzugsgebietsmanagement gerichtet sind.

Wird in letztgenanntem Punkt vor allem die Kompetenz von Juristen der Universität genutzt, so werden auf den anderen Feldern der Jenaer Lehrstuhl für Geoinformatik, Hydrologie und Modellierung und vor allem das Umweltforschungszentrum mit seinen Sektionen Angewandte Landschaftsökologie, Bodenforsdchung, Ökosystemanalyse sowie Ökonomie, Soziologie und Recht (Projektbereich Fluss- und Seenlandschaften) wirksam.
Die Entscheidung für das Projekt Weiße Elster - zum Einzugsgebiet der Elbe und zum Teileinzugsgebiet der Saale gehörend - ist auch deshalb vielversprechend, weil es nicht nur ein anderes Staatsgebiet (Tschechien), sondern auch mehrere deutsche Bundesländer (Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen) betrifft, sondern durch den Flussverlauf durch verschiedene Industriegebiete und auch durch eine Großstadt wie Leipzig relativ stark verschmutzt ist (Güteklasse 3) und somit ein fundiertes Konzept zur Verbesserung der Wasserqualität besonders dringlich erscheint.

Volker Schulte | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Blick unter den Gletscher
12.06.2017 | Universität Bern

nachricht ROBOLAB generiert neue Forschungsansätze und Kooperationen
08.05.2017 | Hochschule Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften