Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Interdisziplinäre Forschung: Komplex strukturierte Materie auf dem Prüfstand

14.11.2001


IDFG fördert neues Göttinger Graduiertenkolleg mit 1,01 Millionen Euro für drei Jahre

Die Fakultäten für Chemie und Physik der Georg-August-Universität Göttingen richten im April 2002 ein neues fächerübergreifendes Graduiertenkolleg für Doktoranden der Physik und Chemie ein. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat in ihrer Herbsttagung den Antrag und die Förderung für vorerst drei Jahre bewilligt. Das Fördervolumen beträgt 1,01 Millionen Euro. Damit können 14 Doktorandenstipendien, zwei Postdoktorandenstipendien sowie ein umfangreiches Gastdozentenprogramm finanziert werden. In dem Graduiertenkolleg "Spektroskopie und Dynamik molekularer Aggregate, Ketten, Knäuel und Netzwerke" sollen laut Antragsteller "aktuelle Fragestellungen im Bereich der zwischenmolekularen Wechselwirkungen" bearbeitet werden. Ziel ist es, den molekularen Ansatz der Chemie mit dem materialwissenschaftlichen Ansatz der Physik bei der Untersuchung von Wechselwirkungen in komplex strukturierter molekular aufgebauter Materie zu verknüpfen. Das von 17 Professoren der Fakultäten für Chemie und Physik getragene Graduiertenkolleg ist insgesamt auf neun Jahre angelegt. Es soll, so Sprecher Prof. Dr. Martin A. Suhm vom Institut für Physikalische Chemie, "dazu beitragen, die demnächst durch den Physik-Neubau nach langer Zeit wieder hergestellte räumliche Nachbarschaft der beiden Fakultäten mit wissenschaftlichem Leben zu erfüllen."

Wie sich Moleküle zu Molekülverbänden zusammenlagern, ist bei der Erforschung der belebten Natur und in der Polymerwissenschaft (Wissenschaft der Kunststoffe) von gleichermaßen zentraler Bedeutung. Die subtilen, häufig kooperativen Wechselwirkungen und ihre Dynamik lassen sich mit spektroskopischen Methoden, das heißt unter der Einwirkung von elektromagnetischen oder mechanischen Schwingungen verschiedener Frequenz, im Detail aufklären. In dem Graduiertenkolleg sollen die Doktoranden eine Vielzahl solcher Methoden kennen lernen und für ihre Forschung einsetzen. Das Forschungsprogramm wird aus den vier vernetzten Bereichen "Aggregate in der Gasphase", "Aggregate in Lösung", "Weiche kondensierte Materie" und "Biomoleküle und ihre Aggregate" aufgebaut sein.

Die in das Graduiertenkolleg aufgenommenen Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen werden an einem gemeinsamen Studienprogramm teilnehmen, das aus einer einführenden über zwei Jahre angelegten Vorlesung, einer Projektwoche, einem von den Doktoranden organisierten Seminar sowie einem Workshop und einem Angebot an Spezialvorlesungen bestehen wird. Dieser interdisziplinäre Ansatz von Forschung und Ausbildung ist, so Prof. Suhm, anwendungsorientiert und praxisnah.

Zur Zeit fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft in Göttingen zwölf Graduiertenkollegs, drei weitere sind in der Auslaufphase. Damit befindet sich die Universität Göttingen in der Spitzengruppe der deutschen Universitäten zusammen mit der Humboldt-Universität zu Berlin mit 16 Kollegs und der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg mit 13. Bei dieser Antragsrunde wurden von 42 beantragten Graduiertenkollegs 25 bewilligt. Seit 1990 fördert die DFG in Graduiertenkollegs besonders qualifizierte Doktoranden. Derzeit bereiten sich nach Angaben der DFG rund zehn Prozent aller Doktoranden in Deutschland in Graduiertenkollegs auf ihre Promotion vor, die bei Abschluss der Promotion in der Regel umfassender qualifiziert und durchschnittlich zwei Jahre jünger sind als andere Doktoranden.

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Martin A. Suhm
(Sprecher des Graduiertenkollegs)
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Chemie
Institut für Physikalische Chemie
Tel. (0551) 39-3111, Fax (0551) 39-3117
E-Mail: msuhm@gwdg.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.pcgg.de/

Weitere Berichte zu: DFG Doktorand Materie Physik Wechselwirkung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Placebo-Effekt hilft nach Herzoperationen
11.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

nachricht Innovation: Optische Technologien verändern die Welt
01.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise