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VW Stiftung fördert Aufbau eines Graduiertenkollegs in der Tschechischen Republik

22.10.2001


Enge Zusammenarbeit zwischen Saarbrücken und Prag



Die VW-Stiftung unterstützt das von Prof. Richard van Dülmen initierte deutsch-tschechische Graduiertenkolleg "Lebenswelten und Kommunikationsstrukturen in der mitteleuropäischen Gesellschaft vom 17. bis 19. Jahrhundert" an der Karlsuniversität Prag mit 318 000 Mark.



Prof. van Dülmen hat an der Saar-Uni den Lehrstuhl für Frühe Neuzeit unter besonderer Berücksichtigung der Landesgeschichte inne. Mit der Karlsuniversität in Prag verbindet ihn seit Jahren eine enge wissenschaftliche Zusammenarbeit. Mit seinem neuesten Vorhaben, die Ausbildung tschechischer Nachwuchs-wissenschaftler im Fach Geschichte zu fördern, bestreitet er innovative Wege. Partner von Prof. van Dülmen auf tschechischer Seite ist Prof. Miroslav Hroch, der 1994 das Seminar für komparative Geschichte in Prag gegründet hatte. Desweiteren ist er Sprecher des Vorhabens für die Karlsuniversität.

Die Gründung eines solchen in der Tschechischen Republik bisher einzigartigen Graduiertenkollegs zielt speziell auf die Ausbildung hochqualifizierter Nachwuchswissenschaftler auf dem Gebiet der neueren Geschichte. Die vergleichende Geschichtsforschung, die Kulturgeschichte und die historische Anthropologie stehen im Mittelpunkt. Den Kern des Graduiertenkollegs bilden vorerst zwölf tschechische Doktoranden, die sich an einer öffentlichen Ausschreibung beteiligt haben.
Obwohl sich das Vorhaben auf den mitteleuropäischen Raum konzentriert, soll nicht allein die tschechische Landesgeschichte behandelt werden. Vielmehr sollen die tschechischen Quellen helfen, bereits bestehende Erkenntnisse zu überprüfen und zu erweitern.

Prof. van Dülmen hat vor kurzem den Sammelband "Die Entdeckung des Ich" herausgegeben und ist außerdem Mitherausgeber der Zeitschrift "Historische Anthropologie". Kultur- und Alltagsgeschichte der Frühen Neuzeit und Historische Anthropologie gehören zu seinen Arbeitsschwerpunkten. Dabei hat er immer wieder bewiesen, wie spektakulär sich Geschichte vermitteln und in Szene setzten läßt: Die bekannte Prometheus-Ausstellung, die 1998 zum Besuchermagnet für Hunderttausende wurde, geht auf seine Initiative zurück.

Die Volkswagen-Stiftung beteiligt sich im Rahmen ihres Programms "Gemeinsame Wege nach Europa - Grundlagen und Beispiele der Zusammenarbeit mit Mittel- und Osteuropa in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften" an dem neuen Graduiertenkolleg.

Ansprechpartner:
Prof. Richard van Dülmen
Tel. 0681-302-2319 / 2319

Hochschul- Presseteam | idw

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