Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zukunftsforscher sehen Chancen in einer alternden Gesellschaft

12.07.2005


Erstmals trafen sich in Luzern die führenden Zukunftsforscher und Zukunftsexperten Europas zu einem Fachkongress. An der European Futurists Conference Lucerne diskutierten 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 19 Ländern neue Methoden, die Zukunft zu erfassen sowie neue Erkenntnisse der Zukunftsforschung.

Wie Europa seine Zukunft gestalten kann, stand im Zentrum der Konferenz: So zeigten die Zukunftsforscher in Luzern, dass die alternde und abnehmende Bevölkerung Europas durchaus auch Chancen für das Wachstum birgt. Durch vermehrtes Sparen etabliert sich ein tiefes Zinsniveau, welches Investitionen in Forschung und Entwicklung stimuliert. Eine schrumpfende Bevölkerung eröffnet zudem die Möglichkeit, Wachstum neu zu definieren: Von quantitativem zu qualitativem Wachstum. Auch Unternehmen werden sich vermehrt auf über 55-jährige Arbeitnehmer stützen.

Dies alles führt auch zu einem schonenderen Umgang mit Ressourcen und Umwelt. Eine Umfrage an der Konferenz ergab denn auch ein optimistisches Bild für die Zukunft Europas, vorallem hinsichtlich Umwelt und Wirtschaft. Hingegen waren die Zukunftsforscher in Bezug auf die künftige Rolle Europas in der Weltpolitik eher skeptisch.

Die Zukunftsforscher gehen davon aus, dass Europa mitten in einem fundamentalen Wandlungsprozess steht, der in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren das Umfeld von Politik und Wirtschaft grundlegend verändern wird. Gemäss der Prognose der Deutschen Bank, werden bis 2020 die Volkswirtschaften Indiens, Malaysias und Chinas jährlich mehr als 5 Prozenten wachsen, wohingegen das Wachstum in Europa - von wenigen Ausnahmen abgesehen - deutlich weniger als die Hälfte dieser Rate erzielen wird; mit der Schweiz mit 0.7 Prozent ganz am Schluss aller untersuchten Länder.

Angesichts der 20 Millionen Arbeitslosen in den EU-Staaten werden Investitionen in Forschung und Entwicklung zukunftsträchtiger Technologien und Investitionen in die Aus- und Weiterbildung der Menschen eine entscheidende Rolle für die Zukunft Europas spielen. "Wir sollten uns aber nicht verleiten lassen, aus der Gegenwart linear in die Zukunft weiterzudenken", meint Georges T. Roos, Managing Director der Konferenz.

Pero Micic, Präsident des Beirats der European Futurists Conference Lucerne: "Zukunftsforschung kann nicht stellvertretend für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft die Zukunft planen. Sie kann aber helfen, von der Zukunft weniger überrascht zu werden und die Reaktionszeiten auf Veränderungen zu verkürzen."

So hat Siemens beispielsweise dank ihrer systematischen Zukunftsforschung erkannt, dass "Menschen keine futuristische, technologiedominierte Zukunft wünschen. Sie wollen vielmehr eine in die Umgebung unauffällig integrierte Technologie, welche den Alltag unterstützt", sagt Heinrich Stuckenschneider, Leiter des Strategischen Marketings bei Siemens. Für Siemens ist dies eine wichtige Orientierung bei der Entwicklung neuer Produkte.

Die European Futurists Conference wird auch nächstes Jahr in Luzern stattfinden. Sie wird von führenden Zukunftsinstituten Europas organisiert und von Stadt und Kanton Luzern, Swisscom Innovations und dem Staatssekretariat für Bildung und Forschung unterstützt.

Georges T. Roos | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.european-futurists.org

Weitere Berichte zu: Zukunftsforscher Zukunftsforschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Labor für die Aufbautechnik von ultradünnen Mikrosystemen
21.02.2017 | Hahn-Schickard

nachricht 36 Forschungsprojekte zu Big Data
21.02.2017 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie