Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Minensuchgeräte sollen intelligenter werden

06.11.2003


Saarbrücker Know-how zur Verbesserung der Detektion von Landminen gefragt:


500.000 Euro für den Lehrstuhl Professor Louis
150.000 Euro für das Fraunhofer Institut für zerstörungsfreie Prüfverfahren



Über 100 Millionen Landminen, so Expertenschätzungen, bedrohen weltweit Leib und Leben zumeist ahnungsloser Zivilisten, oft Kinder. Diese gigantische Zahl von "Zeitbomben", zumeist in den ärmsten Gebieten der Erde vergraben, zu finden und unschädlich zu machen, ist eine der großen humanitären Herausforderungen unserer Zeit. Im Rahmen des 1997 in Ottawa (Kanada) von der UNO beschlossenen und 1999 von Deutschland ratifizierten Abkommens zur Ächtung von Antipersonenminen fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Forschungsprojekte zur Verbesserung der Detektion von Landminen. Das mit ca. 500.000 Euro Volumen größte Projekt geht dabei an den Mathematik-Professor der Universität des Saarlandes, Prof. Dr. Alfred K. Louis. Ein weiteres großes Projekt wurde in unmittelbarer räumlicher Nähe dem Saarbrücker Fraunhofer Institut für zerstörungsfreie Prüfverfahren (IZFP) zugesprochen. Universität und Fraunhofer Institut wollen dabei zusammen Algorithmen entwickeln, um Minen von anderen Objekten besser unterscheiden zu können. Professor Louis kommentiert die Projektbewilligung: "Nicht immer ist der Nutzen universitärer Forschung so mit Händen zu greifen wie in diesem Fall. Umso mehr freue ich mich, hier einen erkennbaren Beitrag zu mehr Humanität in vielen Ländern der Erde leisten zu können". Dr. Gerd Dobmann, Leiter des wissenschaftlichen Bereiches des IZFP ergänzt:"Die zerstörungsfreie Prüfung hat grundsätzlich auch einen humanitären Aspekt, wo es um technische Sicherheit in unserer Industriegesellschaft geht. Durch die Beschäftigung mit dem Problem der Landminensuche gewinnt dieser Aspekt für uns eine neue Dimension".

Herkömmliche Such- und Ortungsgeräte (Metalldetektoren) reagieren aufgrund magnetischer Induktion auf Metall und senden Tonsignale aus, die aber, bedingt beispielsweise durch unterschiedliche Bodenbeschaffenheit, nicht immer gleich sind und somit oft auch falsch interpretiert werden. Ziel nun ist, die Detektoren mit einem Rechner aufzurüsten, der die Signale differenziert auswertet, womit zunächst eine verlässlichere Entscheidung über das Vorhandensein einer Mine und deren Lage ermöglicht werden soll. Dabei ist auch an bildgebende Verfahren gedacht, wie sie etwa in der Medizin bei der Computertomographie eine Rolle spielen. Daneben werden auch Verfahren der lernenden Systeme eingesetzt, welche eine Entscheidung, basierend auf den Meßsignalen selbst oder auf den berechneten Rekonstruktionen, automatisieren. Hierbei handelt es sich um bisherige Forschungsschwerpunkte von Professor Louis, deren grundlegende Methoden nun auf das neue Gebiet angewandt und dabei neu ausgerichtet werden können. Die Forschungsarbeiten sind auf drei Jahre angelegt. Danach soll es möglich sein, die neuen "intelligenten" Minensuchgeräte zu fertigen.


Fragen beantworten Ihnen Prof. Dr. Alfred K. Louis,
Tel.: 0681 / 302-3018.

Hochschul- Presseteam | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Multidisziplinäre Studie regt neue Strategie zur Medikamentenentwicklung an
15.01.2018 | Heidelberger Institut für Theoretische Studien gGmbH

nachricht Interaktionen zwischen einfachen molekularen Mechanismen führen zu komplexen Infektionsdynamiken
09.01.2018 | Institute of Science and Technology Austria

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

18.01.2018 | Informationstechnologie

Optimierter Einsatz magnetischer Bauteile - Seminar „Magnettechnik Magnetwerkstoffe“

18.01.2018 | Seminare Workshops

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten