Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuartiger Forschungsroboter des DFG-Forschungszentrum Ozeanränder taucht über 4.000 Meter

17.07.2003


Bravourös bestanden: Mit knapp über 4.000 Metern bestand am 20. Juni 2003 der Hochleistungs-Tauchroboter QUEST seinen ersten Tieftauchtest vor den Kanaren. Damit ist die Universität bundesweit der erste Besitzer und das DFG-Forschungszentrum Ozeanränder der erste Betreiber eines tief tauchenden Forschungsroboters. Zwei Greifarme, bis zu sechzehn Kameras und viel Platz für wissenschaftliche Ausrüstung: Das kompakte und wendige Gerät eröffnet der deutschen Meeresforschung neue Dimensionen.


QUEST kehrt vom erfolgreichen Tauchgang zurück. Alle Systeme funktionieren einwandfrei


Ein Blick in eine noch größtenteils unbekannte Welt. Wie dieser Fisch sind die meisten Tiere der lichtlosen Tiefsee farblos



Auf 4.014 Meter kletterte die Anzeige der Tauchtiefe auf dem Display. Erleichtert und hochzufrieden schüttelten sich Techniker und Wissenschaftler die Hände. QUEST hat seinen ersten Tieftauchtest sehr erfolgreich abgeschlossen. Es ist die größte Tiefe, die je ein kommerzieller Arbeitsroboter mit elektrischem Antrieb erreicht hat. Auch die Tests der Greifarme in flacheren Gewässern sorgten für Enthusiasmus an Bord. "Wir haben mit dem Greifarm ein scheinbar kleines Stück erkaltete Lava vom Meeresboden aufgehoben. Als das Fahrzeug an Deck kam, waren wir erstaunt über die Größe. Der Brocken wog gut 70 kg und QUEST hat ihn mühelos nach oben gebracht", begeistert sich Prof. Gerold Wefer, Direktor des DFG-Forschungszentrum Ozeanränder.



QUEST ist in mehrfacher Hinsicht einzigartig: Es ist der erste kommerzielle Tauchroboter mit Elektroantrieb, der für den Bereich über 3.000 Meter Wassertiefen erhältlich ist. Er wiegt nur 3 Tonnen und ist damit vergleichsweise leicht. Das Gesamtgewicht für Winde, Kabel, Werkstatt- und Kontrollcontainer liegt unter 40 Tonnen. Im Gegensatz zu anderen Systemen können so alle großen deutschen Forschungsschiffe QUEST ohne schiffseitige Umbauten einsetzen. Außerdem lässt sich das Fahrzeug schnell für verschiedene Anforderungen umrüsten. "Das Fahrzeug kann bis zu einer Vierteltonne wissenschaftliche Geräte oder Proben tragen und hat ein extrem effizientes Energiemanagement", erläutert Dr. Volker Ratmeyer, Projektkoordinator für das QUEST. Die sieben kernlosen Elektromotoren erlauben ruhiges, punktgenaues Manövrieren. Zudem sind sie relativ leise. Wichtige Aspekte, wenn die Wissenschaftler Proben nehmen, Tiere beobachten oder akustische Datenübertragung einsetzen. Das kommerzielle System ist mit rund 2 Millionen Euro in Bezug auf Anschaffung, Personal und Wartung um ein vielfaches günstiger als die Eigenentwicklungen, die andere internationale wissenschaftliche Institute einsetzen.

Das Einsatzgebiet des neuen Geräts ist der Weltozean, die Aufgaben vielfältig: Untersuchungen in den Bereichen Stofftransport, Geochemie und Tierwelt an den heißen Quellen entlang der Mittelozeanischen Rücken, Gashydraten und Kaltwasserkorallen. Verschiedenste Probennahmen am Meeresboden und im offenen Wasser stehen schon auf dem Programm für 2004. Außerdem wird QUEST im Rahmen von EU-Forschungsprogrammen helfen, fest verankerte Messsysteme zu warten und auszubringen.

Albert Gerdes | idw
Weitere Informationen:
http://www.rcom-bremen.de/ROV_QUEST.html

Weitere Berichte zu: DFG-Forschungszentrum Forschungsroboter Greifarm QUEST

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Innovation: Optische Technologien verändern die Welt
01.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht SeaArt-Projekt startet mit Feldversuchen an Nord- und Ostsee
18.11.2016 | Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weiterbildung zu statistischen Methoden in der Versuchsplanung und -auswertung

06.12.2016 | Seminare Workshops

Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen

06.12.2016 | Förderungen Preise

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften