Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erforschung höherer Hirnleistungen

19.01.2001


Die Hermann und Lilly Schilling-Stiftung finanziert die neue Abteilung für Kognitive Neurologie in Tübingen.

Mit Finanzierung durch die Hermann und Lilly Schilling-Stiftung für medizinische Forschung wird am 22. Januar 2001 in Anwesenheit von Wissenschaftsminister Klaus von Trotha an der Neurologischen Universitätsklinik Tübingen die Abteilung für Kognitive Neurologie gegründet. Forschungsschwerpunkt der von Professor Dr. Hans-Peter Thier geleiteten Abteilung sind die Grundlagen von Objekt- und Raumwahrnehmung und ihre Störungen durch Erkrankungen des Zentralnervensystems. Für die Abteilung stellt die Schilling-Stiftung für einen Zeitraum von zehn Jahren Personal-, Sach- und Investitionsmittel im Umfang von insgesamt 8 Mio. DM bereit.

Wahrnehmung und Sprache sind Beispiele für "kognitive" Funktionen, die die Grundlage unserer Identität und unserer Fähigkeit zur Interaktion mit der Welt sind. Diese so selbstverständlichen Funktionen haben ihre Grundlage im Gehirn, und ihre Bedeutung wird uns oft erst durch ihren Verlust bewusst. Störungen kognitiver Funktionen durch Schlaganfälle, durch Hirnentwicklungsstörungen oder durch "vorzeitiges Altern" des Gehirns sind überaus häufig. Sie haben für die Betroffenen schwerwiegende Einbußen ihrer Lebensqualität zur Folge und können bisweilen die Integrität einer Persönlichkeit in Frage stellen. Die "Kognitive Neurologie" versucht, diese Störungsbilder und ihre Grundlagen verstehbar zu machen, um den betroffenen Patienten wirksame Rehabilitationsprogramme anbieten zu können.

Um dieses Ziel zu erreichen, begnügt sie sich nicht mit einer Katalogisierung von Störungsbildern. Sie trägt vielmehr in einem methodisch breiten, interdisziplinären Ansatz dazu bei, die neurobiologischen Grundlagen dieser "höheren" Hirnleistungen zu klären. Ein solcher Ansatz vereint Techniken der klassischen Neuropsychologie mit denen moderner elektrophysiologischer, anatomischer und bildgebender Verfahren wie der funktionellen Kernspintomografie und steht in enger Wechselwirkung mit Ansätzen in verwandten Disziplinen außerhalb der Medizin.

Innerhalb ihres Förderungsprogramms "Neurowissenschaft in der Klinik" finanziert die Schilling-Stiftung die Errichtung von insgesamt fünf Instituten oder Abteilungen für Neurowissenschaft an Neurologischen Kliniken. Die von der Stiftung geförderten Einrichtungen stellen erstmals in Deutschland eine dauerhafte wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Grundlagenwissenschaftlern als Leiter von Abteilungen einer Universitätsklinik und dem Ärztlichen Direktor der jeweiligen Klinik sicher. Die drei ersten Einrichtungen dieser Art wurden in München, Berlin und Würzburg gegründet. Eine weitere Abteilung für Neurowissenschaft wird im Februar dieses Jahres an der Universität Heidelberg eröffnet. Insgesamt stellt die Stiftung rund 40 Mio. DM im Rahmen ihres Programms "Neurowissenschaft in der Klinik" zur Verfügung.

Ziel der Schilling-Stiftung ist es, in den Neurologischen Kliniken durch die Einrichtung von Forschungsprofessuren eine Laufbahn für Grundlagenwissenschaftler zu schaffen. Damit entspricht die Stiftung einer wichtigen Empfehlung des Wissenschaftsrates zur Verbesserung der klinischen Forschung in Deutschland.

Die Hermann und Lilly Schilling-Stiftung für medizinische Forschung arbeitet seit 1970 unter dem Dach des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft in Essen, der insgesamt rund 310 wissenschafts- und kulturfördernde Stiftungen betreut. Das Vermögen der Schilling-Stiftung beträgt heute rund 60 Mio. DM.

Der Festakt findet statt am

22. Januar 2001, 14 Uhr,
im Hörsaal des Neuklinikums Schnarrenberg,
Hoppe-Seyler-Straße 3,
Tübingen.

Michael Sonnabend | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Wie formen autonome Fahrzeuge die Städte der Zukunft?
31.01.2017 | Daimler und Benz Stiftung

nachricht Der «Attraction Effect»: So lässt sich unser Gehirn beeinflussen
30.01.2017 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung