Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Milet-Ausgrabungen: Den alten Griechen in die Töpfe geschaut

05.02.2001


... mehr zu:
»Funde
Die Zubereitung von Essen und Trinken im Altertum
Stipendiat erforscht antikes Küchenwesen

Einen Blick in die Küche, das Herz des Hauses der antiken Milesier, wirft der RUB-Historiker Ahmet Aydemir. Für seine Dissertation "Das Küchenwesen im alten Milet" (Betreuer: Prof. Dr. Volkmar von Graeve) sammelt er historische Funde aus der Gegend von Milet, vergleicht sie mit Stücken aus anderen Gegenden und fügt aus seinen Beobachtungen und den Beschreibungen antiker Texte und Darstellungen ein umfassendes Bild der Kochkultur des Altertums zusammen. Zur Vollendung seiner Studien wird er seit kurzem von der National-Bank AG Essen mit einem Jahresstipendium unterstützt.

Funde, Texte und Bilder geben Aufschluss

Welches Küchengeschirr haben die Milesier bei der Zubereitung ihrer Mahlzeiten benutzt? Welche Gerätschaften standen ihnen zur Verfügung und welche Räume ihrer Häuser haben sie als Küche genutzt? Das sind die Fragen, die Ahmet Aydemir umtreiben. Grundlage seiner Forschung sind vor allem Funde aus Kalabaktepe, einem Stadtquartier der antiken Stadt Milet. Dort haben Archäologen Wohnschichten aus archaischen Zeiten ausgegraben und dabei auch Küchenware aus Ton und Steinen gefunden. Bei der Freilegung der Grundrisse von archaischen Wohnhäusern fanden sich auch Aschengruben und feste sowie tragbare Herde. Pflanzliche und tierische Reste dienen ebenfalls als Ausgangspunkte der Untersuchungen. Weil die Funde aus Kalabaktepe allein nicht ausreichen, um gesicherte Erkenntnisse zu erlangen, will Ahmet Aydemir außerdem Funde von anderen Ausgrabungsorten in seine Forschung mit einbeziehen. Auch antike schriftliche Quellen, die Hinweise auf das Küchenwesen enthalten, und bildliche Darstellungen, etwa Bilder von Mahlzeiten auf Vasen, sollen bei der Erforschung des Küchenwesens behilflich sein.

Antike Scherben unter der Lupe

Die bisherigen Funde, die zwischen 1984 und 1995 in Kalabaktepe ausgegraben wurden, sind mittlerweile fotografiert und gezeichnet, sowie typologisch geordnet und in ihrer Gebrauchsform bestimmt. Dazu haben die Wissenschaftler z. B. Scherben zusammengefügt, um die Benutzungsmöglichkeiten verschiedener Geräte besser erkennen zu können. Töpfe, Grills, Herde, Öfen, Mühlen, Mörser und Gefäße und kleine Tische aus Ton haben sie so schon identifiziert. Mit Hilfe einer Lupe haben Forscher die makroskopische Beschaffenheit der Gegenstände untersucht und mit einem Farbkatalog die Tonfarben der Keramik bestimmt. Geologen und Mineralogen versuchen außerdem herauszufinden, woher die verwendeten Materialien stammen. Ahmet Aydemir plant außerdem eine Verbreitungsstatistik der gefundenen Güter. Mit ihrer Hilfe will er die Funktion bestimmter Räume herausfinden.

Weitere Informationen

Ahmet Aydemir, Flözstraße 16, 44799 Bochum, Tel. 0234/9731840, 
E-Mail:  aaydemir@web.de
Prof. Dr. Volkmar von Graeve, Fakultät für Geschichte der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-22528, Fax: 0234/32-14-234

Dr. Josef König  | idw

Weitere Berichte zu: Funde

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht ROBOLAB generiert neue Forschungsansätze und Kooperationen
08.05.2017 | Hochschule Mainz

nachricht Wie Coronaviren Zellen umprogrammieren
28.04.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie