Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Alltagstechnik intuitiv bedienen

02.09.2002


EMBASSI-Konsortium zeigt innovative Bediensysteme auf der Fachtagung Mensch & Computer 2002

Die Geräte der modernen Unterhaltungselektronik wie Fernseher, Videorekorder oder DVD-Player werben heute mit komplexer Funktionalität. Doch die Vielzahl an neuen, multimedialen Anwendungen und Diensten ist für den Einzelnen kaum noch zu nutzen. Im Kampf mit komplexen Programmiermenüs und Bedienungsanleitungen verliert so mancher Kunde schnell die Freude am neu erworbenen Gerät. Wie kann komplexe Alltagstechnik so gestaltet werden, dass sie den individuellen Bedürfnissen und Wünschen des Nutzers gerecht wird? Die Lösung dieser Frage bietet die Elektronische Multimediale Bedien- und Service-Assistenz EMBASSI. Im Leitprojekt EMBASSI entwickeln namhafte Partner aus Industrie und Forschung seit drei Jahren ein umfassendes, multimodales Assistenzsystem, das auf innovativen Softwarekomponenten basiert. Ziel ist es, dass Jede und Jeder die Alltagstechnik - zuhause oder im Büro - einfach und intuitiv nutzen kann.
"Das Neue an EMBASSI ist, dass der Benutzer nicht länger in den komplexen Eigenheiten eines technischen Systems denken muss, um es zu bedienen, sondern einfach seinen spezifischen Zielen und Wünschen Ausdruck verleihen kann, betont Dr. Thorsten Herfet vom Konsortialleiter des Projektes, der Grundig AG. Um diesen nutzerzentrierten Ansatz zu realisieren, arbeitet das interdisziplinäre EMBASSI-Team, bestehend aus Ingenieuren und Informatikern, Ergonomen, Psychologen und Designern an neuartigen Benutzerschnittstellen, so dass der Anwender seine Wünsche auf einfache und natürliche Weise - mittels Gesten, Mimik, Texteingabe oder Sprache - vermitteln kann. Zusätzliche Hilfe bieten so genannte Avatare, digitale Figuren, die den Anwender durch komplexe Programmiermenüs führen oder sich die persönlichen Ziele und Eigenheiten des Betreffenden "merken". So könnte der Einzelne in Zukunft an einem Montag morgen nach dem Aufwachen wie folgt begrüßt werden: "Möchten Sie ihre Lieblings-CD hören oder die aktuellen Nachrichten sehen?" Die freundliche Stimme gehört einem virtuellen Gegenüber, der - mit den Einzelkomponenten der technischen Geräte des Haushaltes vernetzt - gleichzeitig die Jalousie hochfährt. Weitere, professionelle Hilfe kann der EMBASSI-Nutzer in seinem Auto auf dem Weg zur Arbeit erhalten: Hier stellt das flexible Assistenzsystem mittels Blickverfolgung fest, dass die Aufmerksamkeit des Fahrers nachlässt und warnt ihn rechtzeitig. Ferner erhält er wichtige Informationen über Verkehrsstaus und Wetterverhältnisse oder er kann seinen aktuellen Terminkalender bearbeiten - ohne seine Hände vom Lenkrad zu nehmen.
Diese und ähnliche Szenarien sollen mit EMBASSI in Zukunft verwirklicht werden. Dazu zielt EMBASSI nicht auf Einzellösungen für die Bedienung von Geräten ab, sondern bindet die verschiedenen Technologien in ein dynamisches vernetztes Gesamtsystem ein. "Eine standardisierte, semantische Sprachebene ermöglicht die Kommunikation mit bzw. zwischen unterschiedlichen Geräten. Auf dieser Basis können diese Geräte im Auftrag des Nutzers selbst komplexe Aufgaben kooperativ bewältigen". erläutert Dr. Thomas Kirste vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung, der wissenschaftliche Koordinator des Projekts". Ein einheitliches Steuerungssystem ist in allen Geräten - ob Videorekorder, Navigationssystem oder öffentliches Terminal - integriert und ermöglicht einen intuitiven Zugang zu allen denkbaren Geräten. So sind z. B. auch Sehbehinderte künftig in der Lage, etwa an Bankautomaten komplexe Transaktionen ohne Probleme vorzunehmen - auch mobil: Per Funknetz steuert der Nutzer die Maschinen von jedem beliebigen Ort aus.
Auf der Fachtagung "Mensch & Computer 2002" vom 02. - 05. September in Hamburg präsentieren die Projektpartner den aktuellen Stand des EMBASSI-Projektes. So demonstriert u. a. das Anwendungsszenario Privathaushalt beispielhaft, wie eine bedarfsgerechte, individuelle Benutzerführung in Zukunft aussehen kann und welche Systemkomponenten von EMBASSI hierfür zum Einsatz kommen. Ferner sind neueste Entwicklungsergebnisse zu sehen, wie z. B. eine Gestenerkennung, mit der die ausgereifte, multimodale Assistenzfunktionalität interaktiv anzusteuern ist. Welche vielfältigen Gestaltungsparameter und Kommunikationsstandards in EMBASSI integriert sind, zeigt die optimierte ergonomische Entwicklungsumgebung des Systems.
Das Projekt EMBASSI bietet seit einigen Wochen interessierten Forschern und Entwicklern eine offene Entwicklungs-Plattform via Internet an. Am Beispiel des zitierten Teilprojektes Privathaushalt ist damit zum einen die Entwicklung eigener Module möglich, zum anderen können die dem EMBASSI-System zu Grunde liegenden Mechanismen detailliert eingesehen werden. (http://www.embassi.de).
EMBASSI ist ein Leitprojekt zum Themenfeld "Mensch-Technik-Interaktion in der Wissensgesellschaft" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Es startete 1999 und hat eine Laufzeit von vier Jahren. Zum EMBASSI-Konsortium gehören folgende Projektpartner: Grundig AG, DaimlerChrysler AG, Loewe Opta GmbH, Robert Bosch GmbH, Siemens AG, Sony International (Europe) GmbH, European Media Lab, Handy Tech Elektronik GmbH, Ingenieurbüro Dr. Seveke, Sikom GmbH, FORWISS Erlangen, Humboldt-Universität zu Berlin, Kunsthochschule für Medien Köln / Universität zu Köln, Forschungsinstitut Technologie Behindertenhilfe, Ev. Stiftung Volmarstein, Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD und Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Zentrum für Graphische Datenverarbeitung e.V. (ZGDV).
Journalisten, die an der EMBASSI-Ausstellung anlässlich der "Mensch & Computer 2002" in Hamburg interessiert sind, bitten wir, sich direkt über die PR-Agentur Konziel anzumelden.

Bernad Lukacin | idw
Weitere Informationen:
http://www.mensch-und-computer.de/mc2002
http://www.embassi.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues interdisziplinäres Zentrum für Physik und Medizin in Erlangen
25.07.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Entzündungshemmende Birkeninhaltsstoffe nachhaltig nutzen
03.07.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

IT-Experten entdecken Chancen für den Channel-Markt

25.07.2017 | Unternehmensmeldung

Erst hot dann Schrott! – Elektronik-Überhitzung effektiv vorbeugen

25.07.2017 | Seminare Workshops

Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark

25.07.2017 | Biowissenschaften Chemie