Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

200 Mio. Euro warten auf Einsatz in EU-Entwicklungsländer-Projekt

29.08.2002


Finanzspritze für Medikamente und Impfstoffe gegen HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose


Die EU-Kommision will eine langfristige Partnerschaft zwischen Europa und Entwicklungsländern mit 200 Mio. Euro unterstützen, um neue Arzneimittel und Impfstoffe gegen HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose zu entwickeln. Jeweils 200 Mio. Euro für das so genannte EDCTP-Programm stammen aus nationalen, klinischen Forschungprogrammen und anderen Gebern wie der Industrie. Das EDCTP-Programm (European and Developing Countries Clinical Trials Partnership) betrifft die Durchführung klinischer Versuche und vereint EU-Mitgliedstaaten, Norwegen, Entwicklungsländer und die Industrie. Dem Vorschlag muss aber erst durch das EU-Parlament und dem Rat grünes Licht gegeben werden.

Der Vorschlag der Kommission ist das Ergebnis eingehender Konsultationen zwischen allen betroffenen Gruppen und der erste konkrete Schritt zur Umsetzung des EDCTP-Programms. Es handelt sich um ein Pilotprojekt, klinische Forschungsaktivitäten und Programme mehrerer Mitgliedstaaten im Dienst eines gemeinsamen Zieles zu vernetzen. EDCTP wurde so angelegt, dass afrikanische klinische Forscher sowie Vertreter des Gesundheitswesens schon in der Frühphase eingebunden werden. Um die Kompetenz der Industrie für die klinische Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe einzubeziehen, ist die europäische Pharmaindustrie gerade dabei, im Rahmen von EDCTP ein "Industrieforum" einzurichten.


Die Initiative ist Teil des 6. Rahmenprogrammes. EU-Mitgliedstaaten und Norwegen werden in den Jahren 2002 bis 2007 auf nationaler Ebene mehr als eine Mrd. Euro in die biomedizinische Forschung investieren. Es sollen neue klinische Methoden zur Heilung und Verhütung von HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose entwickelt werden. Ziel des EDCTP-Programms ist es in diesem Zusammenhang Lösungsansätze bestehender Probleme durch ein strategisches Konzept zu umgehen: Derzeit werden zwar bedeutende neue Forschungsergebnisse erzielt, diese werden jedoch nicht unmittelbar für die Entwicklung neuer effizienter Mittel nutzbar gemacht, die auch in Entwicklungsländern angewendet werden können. Das heißt, in der klinischen Forschung entwickelte Arzneimittel oder Impfstoffe können sich in vorläufigen, kleineren klinischen Studien als vielversprechend erweisen. Mangels angemessener Finanzmittel bzw. Infrastrukturen für klinische Großstudien in Entwicklungsländern ist es aber unmöglich, marktfähige Produkte weiterzuentwickelt.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://europa.eu.int/com
http://europa.eu.int/comm/research/info/conferences/edctp/edctp_en.html

Weitere Berichte zu: EDCTP Entwicklungsland HIV/AIDS Impfstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Speiseröhrenkrebs einfacher erkennen
06.03.2017 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

nachricht Neues Labor für die Aufbautechnik von ultradünnen Mikrosystemen
21.02.2017 | Hahn-Schickard

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise