Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

TU-Wissenschaftler entwickeln Logistik für Katastrophenfälle

29.08.2002


In den letzten Jahren haben Anzahl und Ausmaß von Naturkatastrophen deutlich zugenommen. Die extremen Überschwemmungen der letzten Wochen in Europa und China sind nur ein Indiz für diese Entwicklung. Die gestiegene Bedrohung durch Naturkatastrophen zeigt sich auch in der kurzen zeitlichen Abfolge von verheerenden Erdbeben in Kobe 1995, Izmit 1999, Taiwan 1999 und Gujarat 2001. Der dadurch zusätzlich entstehende Bedarf an Ressourcen zur Katastrophenbewältigung erfordert einen immer effizienteren Einsatz der vorhandenen Kapazitäten. Entscheidende Optimierungspotenziale liegen hierbei in der Logistik.
Verfügen die Einsatzkräfte über eine gute und effektive Logistik, können die betroffenen Gebiete mit adäquaten Hilfskräften, passender Ausrüstung und den richtigen Hilfsgütern in kürzester Zeit versorgt werden. Dies hat entscheidenden Einfluss auf das Schadensausmaß und auf den Erfolg der Katastrophenbewältigung. In den meisten Fällen existiert jedoch vorab kein logistisches Modell, auf das die Katastrophenmanager im Ernstfall zurückgreifen können.
Die Untersuchung der logistischen Aktivitäten im Rahmen des Katastrophenmanagements ist Gegenstand des in Zusammenarbeit mit der Schweizer Kühne-Stiftung am Bereich Logistik der Technischen Universität Berlin unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Helmut Baumgarten durchgeführten Forschungsvorhabens "Entwicklung eines logistischen Referenzmodells für Katastrophenfälle".
Ausgangspunkt der Untersuchungen sind die spezifischen Rahmenbedingungen, die den Charakter von Katastrophenfällen kennzeichnen. Hierzu zählt z.B. besonders die Unsicherheit hinsichtlich des Einsatzumfangs. Auch der Materialfluss läuft beim Ausbruch einer Katastrophe anders ab als in üblichen Transportketten. Dazu kommt in den meisten Fällen ein begrenzter und teilweise ungeklärter finanzieller Rahmen, der bei der Erstellung eines speziellen logistischen Katastrophenmodells berücksichtigt werden muss. Um unter diesen Einschränkungen schnell handeln zu können, müssen vorab Problemlösungsmöglichkeiten vorhanden sein, die bei Bedarf abgerufen werden können. In der Praxis ist dies meistens nicht der Fall. Verstärkt wird dieser Bedarf darüber hinaus durch die Einbeziehung und Koordination vielfältiger internationaler und nationaler Akteursgruppen und dadurch entstehende komplexe Informationsflüsse.
Im Rahmen des Forschungsvorhabens werden diese Prozesse visualisiert und standardisiert. Die Logistiker von der TU Berlin entwickeln in Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen, die in der Katastrophenbewältigung involviert sind, ein Referenzmodell, das besonders für Logistikmanager verschiedener nationaler und internationaler
Hilfsorganisationen hilfreich sein wird. Hierdurch werden Methoden und Instrumente bereitgestellt, die eine den Anforderungen entsprechende Gestaltung der logistischen Strukturen ermöglicht. Dazu zählt beispielsweise die Standortplanung der Depots zur Versorgung der betroffenen Bevölkerung mit lebensnotwendigen Hilfsgütern.

Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten werden im Rahmen von Workshops mit internationaler Beteiligung Anfang nächsten Jahres vorgestellt und diskutiert.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Philippe Turfingki, Institut für Technologie und Management, Bereich Logistik, TU Berlin, Tel.: 030/314-22877, E-Mail: tufinkgi@logistik.tu-berlin.de

Ramona Ehret | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de/presse/pi/2002/pi187.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Studie für Patienten mit Prostatakrebs: Einteilung in genomische Gruppen soll Therapie präzisieren
21.08.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

nachricht Fake News finden und bekämpfen
17.08.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik