Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

17 Mio. Euro für neues Institut in Berlin – für nachhaltiges Wachstum in einer begrenzten Welt

28.11.2011
Stiftung Mercator und Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung gründen mit 17 Mio. Euro neues Institut in Berlin – für nachhaltiges Wachstum in einer begrenzten Welt

-Interdisziplinäre Forschung zum Zusammenhang von Nachhaltigkeit und Wirtschaftswachstum

-Neuartige Kombination von Forschung und Politikberatung

-Finanzierung mit 17 Mio. Euro für acht Jahre durch die Stiftung Mercator

Die Stiftung Mercator und das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) haben heute in Berlin die Gründung eines gemeinsamen Instituts für Forschung und wissenschaftliche Politikberatung bekannt gegeben. Das Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) wird interdisziplinäre Forschungsbeiträge zu Fragen des nachhaltigen Wachstums in einer begrenzten Welt erarbeiten. Die Leitung des MCC übernimmt Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, der weiterhin auch Vize-Direktor des PIK ist. Die Stiftung Mercator stellt dafür rund 17 Mio. Euro für acht Jahre zur Verfügung. Das ist die höchste je von einer privaten Stiftung in Deutschland im Klimabereich getätigte Einzelförderung. Im Laufe des kommenden Jahres werden bis zu 40 Stellen entstehen. Standort wird voraussichtlich das Euref-Gelände in Berlin Schöneberg sein.

Die Weltwirtschaft wächst und der globale Ressourcenverbrauch steigt. Der Deponieraum der Atmosphäre für Treibhausgase füllt sich, Nahrungsmittel- und Ressourcenpreise steigen: Die Welt ist mit Knappheiten neuer Art konfrontiert – das ist das große Thema auch von Durban. Diese naturräumlichen Knappheiten können in der Zukunft erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben. Um globalen Wohlstand im 21. Jahrhundert und darüber hinaus zu gewährleisten und Armut weltweit zu reduzieren, ist ein technischer, sozialer und politischer Wandel hin zu einer nachhaltigen Bewirtschaftung globaler Gemeinschaftsgüter erforderlich. Das Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) hat das Ziel, Lösungsstrategien mit Entscheidungsträgern aus Politik und Wirtschaft und anderen gesellschaftlichen Akteuren zu erkunden. Es sollen ‚Landkarten des Wissens’ über konsistente und gangbare Optionen zur Vermeidung gefährlichen Klimawandels und über nachhaltiges Wirtschaftswachstum erstellt werden. Dabei werden die Risiken und Unsicherheiten verschiedener Pfade erforscht und im Lichte unterschiedlicher Wertvorstellungen bewertet werden.

„Die Vermeidung des gefährlichen Klimawandels ist ein zentrales Ziel der Stiftung Mercator. Mit der Gründung des Mercator-Instituts wollen wir neue Wege für die Vereinbarkeit von Wirtschaftswachstum und Klimawandel beschreiten und eine Lücke in der internationalen Forschungslandschaft schließen. Mit dieser Gründung geht die Stiftung einen neuen Weg, um den Austausch zwischen Klimawissenschaft und Klimapolitik zu fördern. Dazu wollen wir unsere große Freiheit als private Stiftung nutzen“, kommentiert Prof. Dr. Bernhard Lorentz, Geschäftsführer der Stiftung Mercator, den Ansatz des neuen Instituts.

„Angesichts der globalen Herausforderungen an unser derzeitiges Wachstums- und Governancemodell brauchen wir neue Formen der Zusammenarbeit von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft“, sagt Prof. Dr. Edenhofer, Vize-Direktor des PIK und designierter Direktor des MCC. „Um eine nachhaltige Nutzung der globalen Gemeinschaftsgüter zu erreichen und damit Wirtschaftswachstum und Wohlstand auf lange Sicht zu erhalten, müssen sich Politik, Gesellschaft und Wissenschaft auf einen kontinuierlichen Dialog über Ziele und Politikmaßnahmen einlassen, der die ständige Zunahme und Veränderung unseres Wissens offen berücksichtigt. “

„Der Weltklimarat IPCC hat gezeigt, welch enorme Bedeutung Berichte zum Stand der Forschung bei komplexen Themen wie dem Klimawandel haben, in denen die wissenschaftliche Befunde gebündelt werden, um Entscheidern ein Orientierungshilfe zu bieten“, erklärt Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. „Das MCC wird diesen Ansatz vorantreiben und Berichte zum Forschungsstand sowie zu Einschätzungen von Optionen und Risiken entwickeln. Damit wird es zu einem festen intellektuellen Bezugspunkt einer globalen Nachhaltigkeitstransformation werden.“

Am MCC werden vier Forschungsgruppen zu ausgewählten Themenbereichen wie Wirtschaftswachstum, Ressourcen und Internationaler Handel sowie Infrastrukturen und Transport arbeiten. Neben den Forschungsgruppen wird es eine Gruppe für Assessments und wissenschaftliche Politikberatung geben. Sie wird Assessment-Berichte zu ausgewählten Themen initiieren, die in Kooperation mit anderen international renommierten Nachhaltigkeitsinstituten den Stand des Wissens für Gesellschaft und Politik zusammenfassen. Das MCC soll bis zum 1. Quartal 2012 als gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz in Berlin gegründet werden. Im Jahresverlauf 2012 werden die Stellen in den Forschungsgruppen und in der Administration besetzt.

Stimmen zur Gründung des MCC:
“The mission of the MCC is timely. Mapping our options for attaining sustainable growth in a naturally bounded world is key to tackling the two defining challenges of of this century: Eradicating world poverty and managing climate change. We do have to find a low-carbon approach to growth and development and as we do we will find that this different way is very attractive and dynamic.”

Lord Nicholas Stern, Grantham Research Institute on Climate Change and the Environment an der London School of Economics and Political Science (LSE)

“Reconciling economic growth, environmental protection and natural resource scarcities requires careful socio-economic analysis, consideration of critical trade-offs and a new system of international governance. By advancing research in these important fields, MCC will contribute to informing future choices of sensible public policies.”

Prof. Carlo Carraro, University Ca' Foscari of Venice

Über die Stiftung Mercator:
Die Stiftung Mercator gehört zu den großen deutschen Stiftungen. Sie initiiert und unterstützt Projekte für bessere Bildungsmöglichkeiten an Schulen und Hochschulen. Im Sinne Gerhard Mercators fördert sie Vorhaben, die den Gedanken der Weltoffenheit und Toleranz durch interkulturelle Begegnungen mit Leben erfüllen und die den Austausch von Wissen und Kultur anregen. Die Stiftung zeigt neue Wege auf und gibt Beispiele, damit Menschen – gleich welcher nationalen, kulturellen und sozialen Herkunft – ihre Persönlichkeit entfalten, Engagement entwickeln und Chancen nutzen können. So will sie Ideen beflügeln. Ihre Arbeitsweise ist geprägt von einer unternehmerischen, internationalen und professionellen Haltung.

www.stiftung-mercator.de

Über das PIK:
Naturwissenschaftler und Sozialwissenschaftler aus aller Welt arbeiten im Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung eng zusammen, um den globalen Klimawandel und seine ökologischen, ökonomischen und sozialen Folgen zu untersuchen. Mit diesem interdisziplinäre Ansatz ist es auf seinem Gebiet eines der weltweit führenden Institute. Die Wissenschaftler erforschen die Belastbarkeit des Erdsystems und entwerfen auf dieser Grundlage Strategien und Optionen für eine zukunftsfähige Entwicklung von Mensch und Natur. Dieser lösungsorientierte Ansatz unterscheidet das PIK von vielen anderen Instituten. Vor allem durch Datenanalysen und Computersimulationen der dynamischen Prozesse im Erdsystem, aber auch in unserer Gesellschaft, schafft das PIK Wissensgrundlagen für eine nachhaltige Entwicklung. Die Mitarbeiter veröffentlichen einerseits ihre Forschungsergebnisse für die ‚scientific community’ in internationalen Fachzeitschriften, sie beraten andererseits vielfach direkt hochrangige Entscheidungsträger im In- und Ausland. Das PIK ist Teil eines globalen Netzwerks von Spitzenforschungseinrichtungen zu Fragen der globalen Umweltveränderungen. Vielfach ist es an den Schnittstellen zu Wirtschaft und Politik tätig, etwa als führender Partner im deutschen Climate-Knowledge and Innovation Centre des European Institute of Innovation and Technology.

www.pik-potsdam.de

Über Ottmar Edenhofer:
Prof. Dr. Ottmar Edenhofer ist stellvertretender Direktor am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und leitet den Forschungsbereich III - Nachhaltige Lösungsstrategien, dessen Forschung sich auf das Gebiet der Ökonomie der Klimastabilisierung konzentriert. Er ist Lehrstuhlinhaber für die Ökonomie des Klimawandels (gemeinsame Berufung mit der Michael-Otto-Stiftung) an der Technischen Universität Berlin und einer der Vorsitzenden der Arbeitsgruppe III des Weltklimarates IPCC, dem 2007 der Friedensnobelpreis verliehen wurde. Er hat Beiträge in Science, The Energy Journal, Energy Economics, Energy Policy und anderen begutachteten wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht und zahlreiche Bücher verfasst. Er ist Mitglied der Forschungsunion und Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Themengruppe Klima, Energie und Umwelt.

Marisa Klasen | idw
Weitere Informationen:
http://www.mcc-berlin.net/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Bergamoten – Verlockung und Verhängnis für Tabakschwärmer
21.04.2017 | Max-Planck-Institut für chemische Ökologie

nachricht Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt
19.04.2017 | Forschungszentrum Jülich GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal mit neuer Push-in-Leiteranschlussklemme - Kontakte im Handumdrehen

26.04.2017 | HANNOVER MESSE

Plastik – nicht nur Müll

26.04.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Seminar zu Einblicken in die unterschiedlichen Ebenen des 3D-Druckens und wirtschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten - 2017

26.04.2017 | Seminare Workshops