Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zur Zukunft von großen Datenmengen in der Wirtschaft

08.11.2012
Auf dem Weg von der Informationsgesellschaft zur Daten-getriebenen Wirtschaft (Data Economy) ist der Umgang mit sehr großen strukturierten Datenmengen, sogenannten "Big Data", unabdingbarer Teil des alltäglichen Schaffens von Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen geworden.

Hinter Big Data verbirgt sich ein enormes, noch weitgehend ungenutztes Potential für verschiedene Bereiche unserer Wirtschaft und Gesellschaft. Diesem vielfältigen Aufgabengebiet widmet sich das Institut für Angewandte Informatik der Universität Leipzig als Projektpartner im neuen BIG-Projekt. BIG ist ein auf zwei Jahre angelegtes, von der europäischen Kommission gefördertes Forschungsprojekt.

Big Data stellt Unternehmen vor ständig neue Herausforderungen und bietet gleichzeitig, durch innovative Technologien, Alternativen zur herkömmlichen Datenspeicherung. Problemen, die beim Arbeiten mit großen Datenmengen auftreten, kann so begegnet werden. Allerdings existiert bislang noch kein spezieller Industriezweig, der konsequent mit Big Data umgeht.

Aus der Sicht des industriellen Einsatzes von Big Data besteht in Europa, im Vergleich zu anderen Regionen, noch Nachholbedarf. Insbesondere fehlt eine klare Strategie, um Angebot und Nachfrage nach Big Data Technologien abzustimmen, damit die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie gesteigert werden kann. Das nun neu formierte BIG-Projekt beschäftigt sich genau mit diesem Problemfeld.

BIG, das "Big Public Private Forum", bietet eine Plattform für Industrie, Forschung, Politik und Gesellschaftsinitiativen, um die Herausforderungen von Big Data und der aufkommenden Datenwirtschaft zu diskutieren und darüber hinaus geeignete Konzepte zur Lösung von typischen Big Data Problemen zu entwickeln. Denn für Wirtschaft und Gesellschaft spielt der Umgang mit großen Mengen strukturierter Daten eine immer größere Rolle. Beispiele sind etwa die Erfassung von Klima- und Verkehrsdaten in Großstädten oder Kundenwünsche an Online-Reiseunternehmen, aber auch durch crowd-sourcing gesammelte Geodaten, wie etwa die Daten der OpenStreetMap-Gemeinde.

Die Integration, Analyse sowie der Umgang und die Verwertung solcher Daten gewähren neue Einblicke und bieten neue Anwendungsmöglichkeiten für Industrie und Gesellschaft. Darüber hinaus ermöglichen sie auch die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen. "Die allgegenwärtige Verfügbarkeit des Internets als Medium für Datensammlung, Kuratierung und Datendistribution ermöglicht völlig neuartige, datengetriebe Anwendungen und Einsatzszenarien", erklärt Dr. Sören Auer, Leiter der Uni-Forschungsgruppe "Agile Knowledge Engineering & Semantic Web", kurz AKSW.

So wird es künftig vielleicht möglich sein, zum Beispiel Individualverkehr in einer Stadt umzuleiten, wenn typische Verkehrsmuster identifiziert werden, die einen Anstieg der Luftverschmutzung unter bestimmten Wetterbedingungen begünstigen. Reiseunternehmen könnten ihren Kunden Hintergrundinformationen beliebter Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen und Attraktionen für spezifische Reiseziele bereitstellen. Regierungen und öffentliche Verwaltungen könnten das kreative Potential von Bürgern nutzen und durch den Zugang zu Regierungsdaten (Open Data) gezielter auf die Bedürfnisse der Bürger eingehen. "Das BIG-Projekt hilft Unternehmen, aus derzeit noch unüberschaubaren Informationen zukünftig Nutzen zu ziehen und die neuen Möglichkeiten der Datenanalyse und Integration auszuschöpfen", erklärt dazu Projektkoordinatorin Diana Pottecher.

Im BIG-Projekt, das am 1. September 2012 begonnen hat, arbeiten elf Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Initiativen aus sechs EU-Mitgliedsstaaten zusammen. Dazu gehören, neben dem Institut für Angewandte Informatik der Universität Leipzig auch Press Association aus Großbritannien, Siemens Deutschland, die AGT Group aus Deutschland, die Universität Innsbruck aus Österreich, die National University of Ireland aus Galway, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, Exalead aus Frankreich, die gemeinnützige Organisation Open Knowledge Foundation und STi International. Koordiniert wird das Projekt durch ATOS aus Spanien.

Weitere Informationen finden Sie unter:
Zum Projekt: http://big-project.eu
Zur Arbeitsgruppe AKSW: http://aksw.org
Gemeinsam mit anderen Forschungsprojekten organisiert BIG
die Veranstaltungsreihe European Data Forum
(http://data-forum.eu), die im nächsten Jahr vom 9.-10.
April 2013 in Dublin stattfindet.
Weitere Informationen:
Dr. Sören Auer
Telefon: +49 341 97-32367
E-Mail: auer@uni-leipzig.de
www.informatik.uni-leipzig.de/~auer/

Susann Huster | Universität Leipzig
Weitere Informationen:
http://www.informatik.uni-leipzig.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Intelligente Industrialisierung von Rechenzentren
15.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften