Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ultraschall vergrößert Festplatten

15.02.2013
Gezielte Schallwellen erlauben dichteres Beschreiben

US-Ingenieure haben eine Methode entwickelt, um mehr Speicherkapazität aus magnetischen Speichermedien wie beispielsweise Festplatten herauszukitzeln.


Festplatte: neuer Ansatz macht mehr Platz (Foto: Th. Reinhardt, pixelio.de)

"Es besteht immer ein Bedarf an Lösungen, die mehr Information auf weniger Platz speichern, weniger kosten und weniger Strom verbrauchen", betont Pallavi Dhagat, Extraordinarius für Elektro- und Computertechnik an der Oregon State University (OSU).

Ihr Team setzt daher auf den gezielten Einsatz von Ultraschall beim Schreibvorgang, um die Platte leicht aufzuweichen - denn dadurch passen mehr Daten auf die gleiche Fläche.

Gängige Technik an den Grenzen

Wenngleich Alternativen wie Flash auf dem Vormarsch sind, sind magnetische Speichermedien bis heute nicht aus dem Alltag wegzudenken. Festplatten und Magnetstreifen auf EC- und Kreditkarten nutzen nach wie vor die vergleichsweise günstige, zuverlässige Speichermethode. Allerdings stößt die Magnetspeicher-Technologie langsam an die Grenzen des Möglichen, so Dhagat.

Ein Ansatz, damit Medien wie Festplatten noch mehr Daten fassen können, ist, sie an dem Punkt, wo gespeichert werden soll, kurz aufzuheizen und dadurch aufzuweichen. Das Problem dabei ist, dass sich die Hitze leicht weiter ausbreitet als erwünscht.

Der neue OSU-Ansatz nutzt nun hochfrequenten Schall, um im Prinzip den gleichen Effekt auszulösen. Das Verfahren beschallt dabei den Bereich des Speichermediums, der beschrieben werden soll. Dadurch wird das Material vorübergehend elastisch und kann sich ein klein wenig ausdehnen, wodurch mehr Daten Platz finden. Endet die Ultraschall-Behandlung, verfestigt sich der Magnetspeicher sofort wieder. Ein Vorteil dieses Zugangs ist laut OSU, dass es keinerlei Probleme mit ausufernder Erwärmung gibt.

Auf Halbleiterspeicher übertragbar

Das OSU-Team hat sein akustisch unterstütztes Magnetspeicherverfahren diese Woche zum Patent angemeldet und blickt indes über den Tellerrand magnetischer Speichermedien hinaus. Die Forscher gehen davon aus, dass das Prinzip auch auf Halbleiterspeicher wie Flash übertragbar ist.

"Die Technologie sollte uns erlauben, die Vorteile von Festkörperelektronik und Magnetspeicherung zu vereinen und nichtflüchtige Speicherlösungen zu schaffen, die mehr Daten auf weniger Platz fassen, bei weniger Energieverbrauch", so Albrecht Jander, Extraordinarius für Elektrotechnik an der OSU. Daher wird weitergeforscht, mit welchen Materialien der Ansatz wie gut funktioniert.

Thomas Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.oregonstate.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Glasses im Arbeitsleben live erleben!
03.02.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Rekordhalter in der Datenübertragung besticht mit multipler Einsatzfähigkeit zum kleinen Preis
02.02.2016 | Hochschule Harz, Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Automatisiertes Fahren: Lenken ohne Grenzen

Projekt OmniSteer startet mit 3,4 Millionen Euro Budget, um urbane Manövrierfähigkeit von Autos zu steigern

Autos steigern die Mobilität ihrer Nutzer. In engen Innenstädten jedoch stoßen sie an die Grenzen der eigenen Manövrierfähigkeit. Etwa für Vielparker wie...

Im Focus: Automated driving: Steering without limits

OmniSteer project to increase automobiles’ urban maneuverability begins with a € 3.4 million budget

Automobiles increase the mobility of their users. However, their maneuverability is pushed to the limit by cramped inner city conditions. Those who need to...

Im Focus: Embedded World: Fraunhofer ESK zeigt Entwicklung eines ausfallsicheren Bordnetzes für die Autos der Zukunft

Hochautomatisiertes Fahren setzt voraus, dass Fahrzeuge Fehler selbstständig beheben können, bis der Fahrer in der Lage ist, selbst einzugreifen. Dazu muss im Bordnetz des Autos die Ausfallsicherheit kritischer Funktionen garantiert sein. Das Fraunhofer ESK zeigt auf der Embedded World in Nürnberg (23. bis 25. Februar), wie das mit Erweiterungen des aktuellen AUTOSAR-Standards umzusetzen ist. Hierfür stellen die ESK-Forscher auch eine Werkzeugkette vor, mit der solche Bordnetze entwickelt werden können (Halle 4 / Stand 460).

Fällt in einem hochautomatisierten Fahrzeug eine Steuerungseinheit aus, muss das Fahrzeug selbstständig reagieren, bis der Fahrer eingreifen und das Fahren...

Im Focus: Fusionsanlage Wendelstein 7-X erzeugt erstes Wasserstoff-Plasma

Bundeskanzlerin schaltet Plasma ein / Beginn des wissenschaftlichen Experimentierbetriebs

Am 3. Februar 2016 wurde in der Fusionsanlage Wendelstein 7-X im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Greifswald das erste Wasserstoff-Plasma erzeugt....

Im Focus: Mikroskopie: Neun auf einen Streich

Fortschritt für die biomedizinische Bildgebung: Im Biozentrum der Uni Würzburg wurde die Fluoreszenzmikroskopie so weiterentwickelt, dass sich jetzt bis zu neun verschiedene Zellstrukturen gleichzeitig markieren und abbilden lassen.

Mit der Fluoreszenzmikroskopie können Forscher Biomoleküle in Zellen sichtbar machen. Sie markieren die Moleküle mit fluoreszierenden Sonden, regen diese mit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

25 Jahre tropische Meeresforschung in Bremen: das Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie

05.02.2016 | Veranstaltungen

Programmieren lernen leicht gemacht - GFOS lädt zum GFOS Java Summercamp

04.02.2016 | Veranstaltungen

Bochum Treff Bergmannsheil: 200 Chirurgen diskutierten aktuelle Therapien bei Protheseninfektionen

04.02.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Pharmapack: Neue Verpackungslösungen von SCHOTT

05.02.2016 | Messenachrichten

Diese Zellen sagen, wo’s lang geht

05.02.2016 | Biowissenschaften Chemie

„LAVA“ kann Implantate verbessern

05.02.2016 | Materialwissenschaften