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Technik für Sortierung von Post liest Autokennzeichen

11.03.2010
Siemens hat ein Kamerasystem entwickelt, das Kennzeichen auf zwei Fahrspuren gleichzeitig erfassen kann. Das System Sicore erkennt sehr zuverlässig Nummernschilder von Autos in maximal 35 Metern Entfernung und bei Geschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern.

Das Unternehmen setzt dabei auf bewährte Technik der Briefsortierung: Diese Systeme lesen handgeschriebene Umschläge in 40 Sprachen mit höchster Erkennungsrate. Für Autokennzeichen bedeutet die neue Technologie, dass weniger Geräte als bisher nötig sind, weil Sicore die beiden Fahrspuren auch überwacht, wenn die Autos in unterschiedliche Richtungen fahren.


Siemens Industry stellt das Gerät Ende März auf der Fachmesse Intertraffic Amsterdam 2010 vor.

Systeme zur automatischen Nummernschilderkennung kontrollieren häufig den Zugang zu Firmengeländen oder Parkplätzen, oder registrieren die Fahrzeuge, die in Sicherheitsbereiche fahren, zum Beispiel von Flughäfen. Auch Verkehrsleitsysteme greifen auf Kennzeichendaten zurück, die Kameras entlang der Straßen liefern, um aktuelle Fahrzeiten zwischen bestimmten Orten zu ermitteln. Viele automatische Mautsysteme detektieren ebenfalls Kennzeichen.

Dabei fotografiert eine digitale Kamera das Fahrzeug, und die integrierte Bildverarbeitungssoftware liest die entsprechende Autonummer aus. Kennzeichen und Foto werden über eine Schnittstelle an die Zentrale übermittelt. Für gute Aufnahmen bei Tag und Nacht arbeiten die Geräte mit infraroter Beleuchtung. Meist nutzen sie dazu infrarote Leuchtdioden (LED).

Die Schlüsselkomponenten von Sicore sind seine Erkennungs- und Lesealgorithmen, die selbst bei hohen Fahrgeschwindigkeiten sehr gute Erkennungsraten liefern und sogar verschiedene Länderkennzeichen verarbeiten. Die Erkennungsalgorithmen sind so robust, dass das System an der Straße praktisch ohne aufwändige Justage installiert werden kann. Die gute Datenqualität erspart zudem Nacharbeit: Wenn nicht alle Autonummern korrekt ermittelt werden, müssen die Angaben aufwändig aus den Fotos rekonstruiert werden. Spezielle Verschlüsselungstechniken ermöglichen zudem eine sichere Datenübertragung. So genannte Hash-Algorithmen erlauben die Anonymisierung der Daten.

Der Kamerasensor liefert auch bei sehr schnell fahrenden Fahrzeugen scharfe Bilder, und seine Auflösung ist hoch genug, um in einem Bild die Kennzeichen von zwei Fahrspuren zu registrieren. Die Erkennungssoftware kann überdies beide Fahrtrichtungen verarbeiten. Das System arbeitet mit besonders kurzen Belichtungszeiten. So wird die LED möglichst wenig beansprucht, was die Lebensdauer erhöht. Dadurch ist das System über einen längeren Zeitraum nahezu wartungsfrei. (IN 2010.03.3)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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