Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Software zerlegt Objekte für 3D-Druck

04.12.2012
Sinnvolle Unterteilung erlaubt einfachen Zusammenbau

Forscher haben mit "Chopper" eine Software entwickelt, die größere Gegenstände für den 3D-Druck zerlegt. Denn erst durch eine sinnvolle Unterteilung in kleinere Komponenten lassen sich solche Objekte mit den zunehmend verbreiteten Geräten, die ein eher begrenztes Druckvolumen haben, fertigen.


Stuhl-Stückelung: Die Teile sind baufertig (Foto: princeton.edu, L. Luo)

Die Lösung versieht die einzelnen Teile dabei gleich mit geeigneten Steckverbindungen, um den Zusammenbau zu erleichtern. In Tests ist es dem Team um Linjie Luo von der Princeton University damit gelungen, unter anderem einen benutzbaren Stuhl per 3D-Druck zu fertigen.

Kleinteiliger Vormarsch

3D-Drucker bewegen sich langsam aber sicher aus dem Eck des reinen Nischenprodukts. So hat sich der Geräte-Hersteller MakerBot dieses Jahr mit neuen Modellen vom Bastler-Image hin zu Prosumern gewandt (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20120920015 ).

Die Handelskette Staples wiederum hat vorige Woche angekündigt, ab Anfang 2013 zunächst in Belgien und den Niederlanden 3D-Druck-Dienste in ihren Geschäften anzubieten. Doch haben die dort genutzten Geräte eine Einschränkung mit vielen anderen Modellen gemein: Das Druckvolumen ist begrenzt, ein gedrucktes Objekt muss kleiner ausfallen als eine Druckerpapierschachtel.

Eben hier setzt Chopper an. Die Software dient dazu, größere Gegenstände wie eben Stühle so zu zerstückeln, dass die einzelnen Teile in gängigen 3D-Druckern gefertigt werden können. Dabei versucht die Software, die Zahl der Einzelteile möglichst gering zu halten, aber nicht um jeden Preis. Wichtig ist bei der Optimierung der Zerlegung auch, dass das Ergebnis nach dem Zusammenbau möglichst stabil sein sollte und dieser auch einfach durchzuführen ist. Daher plant das Tool auch geeignete Stifte und Löcher für Steckverbindungen ein.

Luft nach oben

Anlässlich der Fachkonferenz SIGGRAPH Asia http://www.siggraph.org/asia2012/ hat Luos Team ein Paper veröffentlicht, demzufolge Chopper zwar in vielen Fällen große Gegenstände sinnvoll unterteilt, aber noch Verbesserungsbedarf hat. Unter anderem wollen die Forscher genauer untersuchen, wie viel Einfluss der Nutzer auf die genaue Unterteilung haben sollte. Ebenfalls noch Luft nach oben gibt es bei den 3D-Druckern. Gerade billige Geräte wie MakerBots Thing-O-Matic haben in Tests Einzelteile so stark verformt ausgegeben, dass sie nicht sinnvoll nutzbar waren.

Dass die Qualität gedruckter Teile noch ein Hindernis für praktische Anwendungen ist, hat übrigens auch die an Waffen aus dem 3D-Drucker arbeitende Firma Defense Distributed (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20121127002 ) festgestellt.

Wie Wired berichtet, hat die Gruppe am Wochenende erstmals Schusstest mit einer teilweise aus gedruckten Teilen gefertigten Waffe durchgeführt. Das enttäuschende Ergebnis: Die gedruckte Komponente des Gewehrs ist nach nur sechs Schuss gebrochen.

Details zu Chopper: http://gfx.cs.princeton.edu/pubs/Luo_2012_CPM/index.php

Thomas Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.princeton.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise