Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Service4Home: Wenn der Stift den Einkauf bestellt

09.01.2009
Möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben, das wünschen sich die meisten Menschen. Wenn aber die Hüfte den Einkauf problematisch macht oder das Rheuma den Hausputz zur Qual werden lässt, muss Hilfe her.

Gerade im Ruhrgebiet, das besonders schnell altert, wächst der Bedarf nach haushaltsnahen Dienstleistungen und häuslicher sowie medizinsicher Pflege.

Forscher der Ruhr-Universität Bochum entwickeln daher mit verschiedenen Partnern eine Serviceagentur, bei der die Kunden solche Dienste in Auftrag geben können. Übermittelt werden die Aufträge mittels digitaler Stifttechnologie. Das Bundesforschungsministerium (BMBF) fördert das Projekt mit rund einer Million Euro.

Wohlfühlkultur in altersgemischten Siedlungen

Im Projekt entwickeln die Forscher ein Dienstleistungsmodell und eine Serviceagentur, die unter Einsatz von Mikrosystemtechnik die von älteren Menschen nachgefragten Unterstützungsleistungen bündelt und die Arbeit der einzelnen Anbieter koordiniert. Eine Kombination aus freiwilliger Unterstützung zwischen den Generationen und professionell erbrachten Dienstleistungen soll dazu beitragen, die Kosten zu begrenzen. Gleichzeitig soll so auch eine 'Wohlfühlkultur' in altersgemischten Wohnquartieren entstehen. Neben der Koordination der Dienstleistungen übernimmt die Serviceagentur auch die kontinuierliche Qualitätssicherung.

Trickreicher Stift übermittelt die Wünsche

Die Wünsche an die Dienstleistungsagentur können mittels einer speziellen digitalen Stifttechnologie notiert und übertragen werden. Diese digitale "Mikrosystem Schreibtechnologie", bewährt in der Betreuung von Menschen mit Diabetes, soll älteren Menschen den Zugang zu elektronischer Auftragserteilung erleichtern: Zum Schreiben dient ein besonderer Stift, mit dem die Anwender ein spezielles Papierdokument beschreiben. Das Papier ist mit einem für das menschliche Auge kaum wahrnehmbaren Muster bedruckt. Dieses Muster wird mit dem digitalen Stift erfasst, in dem eine Kugelschreibermine und eine Kamera integriert sind. Die Kamera speichert die Handschrift und sendet die Daten über eine Übertragungseinheit an das Service Center. "Der Nutzer kreuzt also auf einem Fragebogen die gewünschte Leistung an - zum Beispiel Einkaufen, Fenster putzen, Apotheke, Pflege", erklärt Dr. Angela Carell. "Diese Wünsche werden an das Service Center übermittelt und dort gesammelt. Beim Beispiel Fensterputzen rückt dann der Dienstleister nicht nur für eine einzelne Person an, was teuer wäre, sondern besucht gleich alle Haushalte, die Fensterputzen angekreuzt haben." In einer Siedlung der VBW in Bochum wird das neue Konzept schließlich getestet und die Dienstleistungszentrale aufgebaut.

Projektpartner

Das Projekt wird gemeinsam durchgeführt vom Lehrstuhl für Informations- und Technikmanagement (Prof. Dr. Thomas Herrmann/Dr. Angela Carell, Koordination) und dem Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie, Arbeits- und Wirtschaftssoziologie (Prof. Dr. Rolf Heinze, beide Ruhr-Universität Bochum), dem Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung (InWIS, Michael Neitzel), dem IMO Institut zur Modernisierung von Wirtschafts- und Beschäftigungsstrukturen GmbH, Kaiserslautern (Ingolf Rascher), der Diakonie Ruhr (Reinhard Quellmann), der VBW Bauen und Wohnen GmbH, Bochum (Dr. Dieter Kraemer), und dem Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, Technische Universität München/ ISS Hamburg (Prof. Dr. Helmut Krcmar, Prof. Dr. Tilo Böhmann).

Weitere Informationen

Dr. Angela Carell, Informations- und Technikmanagement am Institut für Arbeitswissenschaft der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-27724, E-Mail: angela.carell@rub.de

Redaktion: Meike Drießen

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise