Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roboter reagiert auf Gesten

12.03.2009
3D-Kamera ermöglicht Folgen in gleich bleibendem Abstand

US-Forscher haben einen Roboter gebaut, der auf nichtverbale Kommandos wie Gesten reagiert. Außerdem kann er einem Menschen in gleich bleibendem Abstand folgen und das ohne großen Aufwand.

"Man braucht keine spezielle Kleidung, muss sich nicht in einer speziellen Umgebung befinden und braucht sich nicht nach dem Roboter umdrehen", erklärt Chad Jenkins, Informatik-Assistenzprofessor an der Brown University und Projektleiter. Um das zu ermöglichen, wurde ein "PackBot" des Roboter-Herstellers iRobot, an sich ein kommerzielles Produkt für militärische und Sicherheitsanwendungen, hard- und softwareseitig geeignet nachgerüstet.

Der Forschungs-PackBot wurde von den Wissenschaftlern mit einer kommerziell verfügbaren 3D-Kamera vom Typ "Swiss Ranger" ausgestattet, die am Centre Suisse d'Electronique et de Microtechnique entwickelt wurde. Erst mit ihrer Hilfe bekommt der Roboter die nötige Tiefenwahrnehmung, um einen gleich bleibenden Abstand zum Menschen halten zu können. Damit Personen überhaupt erst als solche erkannt werden können, hat das Team außerdem eine spezielle Software entwickelt. Sie ermöglicht es dem Roboter, Menschen durch Extrahieren einer Silhouette zu erkennen. Dadurch kann er sich ohne Ablenkung durch die Umgebung auf etwaige Kommandos konzentrieren.

Wie der Roboter dem Menschen folgen kann, haben die Forscher bereits demonstriert. So können sie mit einer Reihe von Hand- und Armzeichen Anweisungen geben, wie beispielsweise "folgen", "stehen bleiben" oder "warten". Außerdem haben sie Gesten mit verbalen Kommandos kombiniert, um auch komplexere Aktionen durch den Roboter auszulösen - beispielsweise, durch einen Durchgang zu gehen, sich umzudrehen und wieder an den Ausgangspunkt zurückzukehren. Wenn der Roboter einem Menschen folgt, hält er ganz von selbst einen Abstand von rund 90 Zentimetern und weicht nötigenfalls zurück, wenn der Mensch sich umdreht. All das funktioniere sowohl in Innenräumen als auch im Freien und das, ohne dass Anpassungen an die Lichtverhältnisse nötig sind, heißt es von der Brown University.

Insgesamt erfordert der Roboter damit keine Fernbedienung oder ständige Aufmerksamkeit und das sieht das Team als wichtigen Schritt auf dem Weg zu wirklich nützlichen robotischen Helfern. "Man will ja nicht ihr Puppenspieler sein, sondern Robotern einfach sagen: 'Das ist deine Aufgabe. Jetzt erledige sie'", sagt Jenkins. Die Möglichkeit, dass Roboter Gesten erkennen und als Kommandos verstehen, ist auch nach Ansicht anderer Forscher wichtig. Im Rahmen des EU-Projekts "Cooperative Human Robot Interaction Systems" beispielsweise setzen Forscher auf Gesten als ein Kommunikationsmittel, das einen sicheren Umgang mit den Maschinen ermöglichen soll (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/080516025/).

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.brown.edu
http://www.irobot.com
http://www.csem.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Computer mit Köpfchen
18.08.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Pepper, der neue Kollege im Altenheim
17.08.2017 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Beschichtung lässt Muscheln abrutschen

18.08.2017 | Materialwissenschaften

Fettleber produziert Eiweiße, die andere Organe schädigen können

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

18.08.2017 | Geowissenschaften