Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

RecycVision - Zuverlässige automatische Klassifikation von Altgeräten

01.07.2009
Bei komplexen Recyclingaufgaben und einem hohen Spezialisierungsgrad bei den Verwertern rückt die Wirtschaftlichkeit von Recyclingprozessen zunehmend in den Fokus der beteiligten Akteure.

Zwar sind die Rohstoffpreise aktuell wieder gesunken, dennoch besteht aufgrund knapper Ressourcen sowie gesetzlicher Auflagen die Notwendigkeit, Altgeräte und Teilkomponenten dem Recycling oder einer Aufarbeitung zur Wiederverwendung zuzuführen. Dabei ist eine Erhöhung des Automatisierungsgrads bei einem hohen Altgeräte-Aufkommen zukünftig unausweichlich.

Ein früher Schritt in der Recyclingkette ist die Sortierung von Altteilen und Altgeräten, um eine objektangepasste Verwertung initiieren zu können. Die Sortierung beschränkt sich dabei nicht nur auf eine Trennung in verschiedene Objektklassen (bei der Autoverwertung, z. B. Katalysatoren und Stoßdämpfer), sondern erfordert zunehmend eine typen- und baujahrgenaue Unterteilung in Unterkategorien. Diese Identifikation ist in der Praxis schwierig, da der Zustand der Altgeräte aufgrund von Korrosion, Verformungen oder Beschädigungen der Oberfläche sowie aufgrund von fehlenden oder unleserlichen Markierungen oft schlecht ist. Daher erfolgt die Identifikation von Altgeräten gegenwärtig noch manuell.

Um die Erkennung und Klassifikation von Altgeräten automatisiert durchführen zu können, wurde am Fraunhofer IPA die Toolbox "RecycVision" entwickelt. Als Grundlage für die Klassifikation werden die Oberflächen der Altgeräte zunächst dreidimensional erfasst, da durch Verschmutzungen und andere Artefakte mit klassischer 2-D-Kameratechnik und Bildverarbeitung keine eindeutige Identifikation möglich ist. Zur Auswertung der ermittelten 3- D-Daten wurden neue Algorithmen entwickelt, die charakteristische Merkmale des Altgeräts erkennen und gegenüber den zufällig vorhandenen Gebrauchs- und Korrosionsspuren unempfindlich sind. Die Verfahren weisen dabei auch eine große Toleranz gegenüber unterschiedlichen Lagen der Teile auf, was für einen hohen Durchsatz von Altgeräten beim Recyclingunternehmen von Bedeutung ist.

Die Leistungsfähigkeit der Toolbox wurde am Beispiel von "Alt-Katalysatoren" erprobt und steht als Demonstrator am Fraunhofer IPA zur Verfügung. Aufgrund einer sehr großen Typenvielfalt unterscheiden sich ähnliche Typen teilweise nur anhand weniger Merkmale, was bei manuellen Prüfungen zu Problemen führt. Zudem weisen die Variationen beim gleichen Typ eine hohe Bandbreite auf (siehe Abbildung). Beim Identifikationsverfahren des Fraunhofer IPA werden die Katalysatoren zunächst praxisnah auf einem Förderband unter dem 3-D-Sensor durchgefördert. Danach klassifiziert das System den Katalysator entweder als einen bekannten Typ oder, wenn dieser Typ dem System noch nicht bekannt ist, als unbekannt. In diesem Fall unterstützt das System den Benutzer beim Einlernen des neuen Typs.

Mit "RecycVision" steht eine leicht an unterschiedliche Erkennungs- und Klassifikationsaufgaben anpassbare Toolbox von Software-Algorithmen zur Verfügung. Sie ermöglicht eine Identifikation von verschiedenen Klassen von Altgeräten aus den Bereichen "Automotive" wie Katalysatoren, Stoßdämpfer oder Batterien, aber auch aus vielen anderen Bereichen wie z. B. dem Elektro- und Elektronikschrottrecycling. Außerdem sind neben dem Recycling weitere Anwendungsmöglichkeiten denkbar, z. B. die Erkennung defekter Ladungsträger in der Fertigung.

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Dipl.-Ing. Marius Pflüger
Telefon: +49 711 970-1835 I marius.pflueger@ipa.fraunhofer.de
Dipl.-Math. Martin Stotz
Telefon: +49 711 970-1855 I martin.stotz@ipa.fraunhofer.de

Hubert Grosser | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.ipa.fraunhofer.de/index.php?id=58

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze
25.05.2018 | Universität Ulm

nachricht Diagnose per Computer: Gefährliche Krankheitserreger mithilfe maschinellen Lernens erkennen
23.05.2018 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics